Gegen drei Schwächen und gegen den Trend

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1860 Rosenheim will in München den Bock umstoßen

Mittelfeldmann Besart Murtezi fand "keine Worte", Torhüter Jonathan Färber schlug mit der Faust gegen die Wand im Kabinentrakt, die Trainer Thomas Siegmund und Patrik Peltram standen noch Minuten nach dem Abpfiff ratlos am Spielfeldrand.

Die unnötige 0:3-Heimniederlage gegen den BCF Wolfratshausen hat den TSV 1860 Rosenheim in der ohnhein schon schwierigen Findungsphase einen Schritt zurückgeworfen und vor allem aber offenbart, woran es bei den Innstädtern derzeit besonders mangelt.

Da ist zum einen die Chancenverwertung zu nennen. Wie schon im ersten Saisonspiel gegen Pullach startete der TSV mit viel Elan, guter Spielanlage und zahlreichen Torchancen ins Spiel. Doch trotz bester Gelegenheiten wollte die Kugel nicht über die Wolfratshausener Torlinie und so kam, wie es in dieser Saison bereits desöfteren kommen musste, und was den zweiten Kritikpunkt im Spiel des TSV ausmacht.

Nicht nur eine Frage des Selbstvertrauens

Zu oft lässt sich die Sechziger-Abwehr von schnellen Kontern überrumpeln und ermöglicht so dem Gegner gute Einschussgelegenheiten, die der BCF am vergangenen Mittwoch in eindrucksvoller Manier nutzte. Gerät 1860 in Rückstand, wird der dritte Knackpunkt offensichtlich.

Die Mannschaft ist sehr jung, auf zahlreichen Positionen neu zusammengestellt und befindet sich nach einer extrem kurzen Vorbereitungszeit noch in der Findungsphase. Dies ist vor allem im mentalen Bereich sichtbar. Geraten die Mannen um Mannschaftskapitän Freddy Schramme ins Hintertreffen, scheinen sie allzu oft zu verkrampfen und ihre gute spielerische Anlage zu verlassen.

Siegmund sieht die Lösungsansätze für die drei Baustellen auf verschiedner Ebene. "Zum Einen müssen wir die Zweikämpfe vor allem im Mittelfeld konsequenter annehmen, dann laufen wir auch nicht in so viele Konter wie gegen Wolfratshausen", sagte der Teamchef im Gespräch mit beinschuss.de. "Außerdem dürfen wir uns von der harten Gangart in der Bayernliga nicht einschüchtern lassen und müssen unseren Spielstil noch energischer durchsetzen".

Keine Unruhe und keine Hektik

Die Schwächen im mentalen Bereich sieht der Schwabe als einen nachvollziehbaren Aspekt, den sein Team im Laufe der Saison aber ablegen wird. "Wir haben eine sehr junge Mannschaft. Das Mittelfeld gegen Wolfratshausen bestand ausschließlich aus 18- und 19-Jährigen. Wir verfallen jetzt ganz sicher nicht in Panik, die Jungs haben unheimlich viel Potenzial, das wird sich auf kurz oder lang auch durchsetzen".

Gegen den FC Unterföhring (heute, 17:00 Uhr) bietet sich für die Rosenheimer Youngster die nächste Gelegenheit, unter Beweis zu stellen, dass diese Mannschaft weitaus mehr zu leisten im Stande ist, als es die bisherige Tabelle aussagt (zu der geht es hier).

Doch mit den Landeshauptsädtern wartet erneut eine etablierte Bayernliga-Mannschaft, die in Schwabmünchen gewann, gegen Landshut punktete und auch gegen Bad Kötzting den Platz als Sieger verließ.

Bleibt zu hoffen, dass der Negativtrend gestoppt wird, die Wände im Unterföhringer Kabinentrakt verschont bleiben und keine wort- und ratlosen Sechziger die Rückfahrt nach Rosenheim antreten müssen.

Quelle: rosenheim24.de

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