Kommt bald der digitale Durchbruch?

Umfrage: Kreisligen sind so beliebt wie Profisport

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Szene aus dem Kreisliga-Spiel zwischen dem TSV Waging/See - TSV Siegsdorf.

München - Drei Viertel aller Sportinteressierten in Deutschland wollen gerne Amateursport streamen. Das hat eine Umfrage von YouSport ergeben. Fast die Hälfte der Sportfans zieht sogar Videos ihres Heimatvereins dem Profisport vor.

Traditionell ist Deutschland ein sportbegeistertes Land – rund zwei Drittel aller Befragten gaben an, sportinteressiert zu sein. Egal ob Fußball, Eishockey, Basketball oder Handball – jedes Wochenende feuern die Fans ihre Teams vor Ort auf dem Sportplatz oder in der Halle an. Dabei wollen 74 Prozent der Sportinteressierten gerne eine „MiniSportschau“ mit Videos von Spielen ihres Heimatvereins online streamen. Das sind in Deutschland hochgerechnet etwa 29 Millionen Menschen. Überraschend: Stellt man die Sportfans vor die Wahl, bevorzugen 45 Prozent sogar Videos ihres Heimatvereins gegenüber dem Profisport.


Selbstverständlich werden einzelne Highlight-Videos aus dem Amateursport nicht auf die Zuschauerzahl einer Champions-League-Übertragung kommen. Schließlich verteilen sich die 29 Millionen Interessierten auf etwa 90.000 Sportvereine in Deutschland. Das Fernsehen konnte diese Menge an Übertragungen nie abbilden, doch dank des Internets gibt es heute kein Kapazitätslimit mehr - hier können Videoberichte von jedem Amateurspiel Deutschlands gezeigt werden.

Digitaler Durchbruch im Amateurfußball: Ähnliche Bühne wie die Profis?

Begeisterung und lokale Verbundenheit sind das eine – doch damit sich die Berichterstattung im Amateursport professionalisiert, muss sie sich auch kommerziell lohnen. Ist die Amateursport-Berichterstattung ein attraktiver Werbemarkt? Knapp drei Viertel (73 Prozent) der Interessierten sind davon überzeugt. Sie gaben an, dass sie Unternehmen, die den Amateursport unterstützen, positiver wahrnehmen, als solche, die das nicht tun. Das sind hochgerechnet 22 Millionen Menschen in Deutschland.


Der Profi-Fußball ist heute international und stark kommerzialisiert. Was dabei oft fehlt, ist die lokale Verbundenheit. Wer die sehen will, geht zum Amateursport. Der aktuelle Trend zu Lokalität und Regionalität verstärkt diesen Bedarf und bringt der Medienwelt großes Potential. Gleichzeitig ermöglicht die Digitalisierung die dezentrale Berichterstattung nach dem „YouTube-Ansatz“: Menschen produzieren für die Menschen in ihrem Umfeld. Stefan Zant fasst die Ergebnisse zusammen: „Digitalisierung und Regionalisierung der Berichterstattung – beide Trends spiegeln sich in unseren Umfrage-Ergebnissen wider. Ich bin überzeugt davon, dass wir kurz vor dem digitalen Durchbruch des Amateursports in Deutschland stehen. Das große Ziel ist es, dass die Amateursportler eine ähnliche Bühne bekommen wie die Bundesligaspieler“.

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dg/7sports

Quelle: rosenheim24.de

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