Schon zwei Vorfälle in Bayern

Türkischer Militär-Jubel: BFV kündigt Strafen für Nachmacher an

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Der Bayerische Fußballverband droht Nachahmern dieses "Torjubels" mit Strafen.
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München - Nach den Vorfällen in den beiden vergangenen Länderspielen der türkischen Nationalmannschaft kündigte der Bayerische Fußballverband an, Nachahmer konsequent zu bestrafen. In Bayern seien bereits zwei Fälle bekannt geworden.

Für viel Gesprächsstoff sorgte am Wochenende die türkische Nationalmannschaft, die sich nach Toren in den EM-Qualifikationsspielen geschlossen mit dem Militär solidarisierten. Nun hat der Bayerische Fußballverband angekündigt, Nachahmer zu bestrafen. "Der Bayerische Fußballverband weißt ausdrücklich darauf hin, dass er ein solches provozierendes Verhalten nicht toleriert und jeder einzelne Fall zur Anzeige vor dem Sportgericht gebracht wird. Und Nachahmer sollten gewarnt sein: Spieler, die den Fußball für politisch motivierte Provokationen missbrauchen, können sich der Diskriminierung gemäß Paragraf 47 a der Rechts- und Verfahrensordnung schuldig machen und müssen mit empfindlichen Strafen rechnen", das schreibt der Verband auf seiner Webseite. Die möglichen Strafen reichen von einer Geldstrafe, über Punktabzüge, bis hin zu einem Ausschluss aus dem Spielbetrieb.

Paragraf 47 a der Rechts- und Verfahrensordnung im Wortlaut:

"Eines unsportlichen Verhaltens gemäß § 47 Absatz 1 macht sich insbesondere schuldig, wer sich politisch extremistisch, obszön anstößig oder provokativ beleidigend verhält."

"Fußball steht für Fairplay, Respekt, Gewaltfreiheit, Toleranz und Anerkennung"

In Bayern sind bereits mehrere solcher Fälle bekannt, das berichtet der Bayerische Rundfunk. Demnach sollen Spieler des Vereins Türkspor Mainburg (Lkr. Kehlheim) nach einem Treffer den "Gruß" der türkischen Nationalmannschaft nachgeahmt haben. Der Verein hatte sich mittlerweile für den Vorfall entschuldigt und sich laut BR.de schon mit den Spielern zusammen gesetzt. Eine politische Aussage sei nicht beabsichtigt gewesen. Der zuständige Spielleiter Richard Sedlmaier wird vom BR zitiert: "Die Geschichte ist dem Verein sehr unangenehm."

„Wir dulden nicht, dass jemand unseren Sport für Diskriminierungen, Provokationen und Beleidigungen missbraucht. Fußball steht für Fairplay, Respekt, Gewaltfreiheit, Toleranz und Anerkennung. Deshalb werden wir von unserer Linie der Null-Toleranz-Politik bei gewalttätigen oder diskriminierenden Vorfällen auch keinen Millimeter abweichen“, so Verbandsspielleiter Josef Janker auf der Verbandwebseite.

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dg

Quelle: rosenheim24.de

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