Gehaltszahlungen mit sofortiger Wirkung eingestellt

Wegen Corona-Virus: Erster Regionalligist kämpft ums Überleben

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Memmingen - Der Regionalligist FC Memmingen ergriff einschneidende Maßnahmen zur Vereinssicherung. Sollte die Saison nicht fortgesetzt werden können, drohen dem Club 280.000 Euro Verlust. Deshalb wurden mit sofortige Wirkung die Zahlung der Gehälter eingestellt.

Der Regionalligist FC Memmingen kämpft derzeit um das Überleben. Nachdem der Bayerische Fußball-Verband (BFV) am Montag entschieden hat, den Spielbetrieb bis zum 19. April komplett einzustellen, ergriff nun der FC drastische Maßnahmen zur Existenzsicherung. Nach der über drei Monate langen Winterpause folgen nun weitere Monate, wie viele ist bislang noch nicht abzusehen, ohne Einnahmen. Gleichzeitig laufen aber die Ausgaben weiter. "Unsere Kosten liegen täglich bei 1.500 Euro. Bis zur Jahresmitte, dem eigentlichen Saisonschluss, würden somit rund 160.000 Euro an ungedeckten Kosten auflaufen", rechnet Memmingens Präsident Armin Buchmann vor. Sollte die Regionalliga-Saison tatsächlich nicht zu Ende gespielt werde, könnten sogar noch Rückforderungen von Sponsorenleistungen und von bereits verkauften Karten folgen. Dann könnten sich im schlimmsten Falle die Kosten auf 280.000 Euro belaufen, teilt der FCM in einer Pressemitteilung mit.


Memmingens Präsident Buchmann: „Wollen größtmöglichen Schaden abwenden"

Das Präsidium des Regionalligisten geht derzeit von diesem "Worst-Case"-Szenario aus. Der Verein hat deshalb mit sofortiger Wirkung alle veränderbaren Zahlungen eingestellt, das betrifft Spieler- und Trainergehälter, Ehrenamtspauschalen und Ausbildungsentschädigungen für die Jugendtrainer. Die betroffenen Personen wurden in einem dreiseitigen Vereinsbrief über diese drastische Maßnahme informiert. Möglicherweise könnte in einem kleinen Bereich das Kurzarbeitergeld, das von der Politik in Aussicht gestellt wurde, greifen.

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„Dies ist ein einschneidender Schritt. Aber nur mit der maximalen Reduzierung der Ausgaben kann die Überlebensfähigkeit des FC Memmingen gewährleistet werden. Dies ist das einzige Kriterium für unsere Entscheidungen, um größtmöglichen Schaden abzuwenden“, erklärt Buchmann. Außerdem war der FC Memmingen einer der ersten Vereine in Bayern, der den Trainingsberieb komplett eingestellt hat, vom Jugend- bis zum Herrenbereich. Das Präsidium ist sich über die möglichen sportlichen Folgen dieser Entscheidungen bewusst. "Wie sich dann die jeweiligen Mannschaften nach einer Neuaufnahme des Spielbetriebes in Quantität und Qualität darstellen werden, ist aktuell nicht absehbar. Abstiege durch eine vielleicht nicht mehr vorhandene Wettbewerbsfähigkeit oder zu geringe Kaderstärken würden mit Blick auf die anzustrebende Überlegungsfähigkeit des Vereins in Kauf genommen", teilt der Verein weiter mit. Wenn von Seiten des Verbandes sichere Aussagen über die Fortführung der Saison getroffen werden, wird über neue Lohn- und Aufwandsleistungen im Verein gesprochen.


Buchmann geht nicht von Solidaritätsleistungen für die Amateurvereine aus

„Wir müssen im Sinne unseres Vereins agieren. Wir versuchen, die Dinge beim FC Memmingen mit gesundem Menschenverstand zu bewerten“, betont der FCM-Präsident. Da aus Sicht Buchmanns aktuell von den Profi-Verbänden nur Wasserstandsmeldungen verkündet werden und er keine Solidaritätsleistungen für die Amateurclubs erwartet, ist eigenverantwortliches Handeln gefragt. „Ich bin mir sicher, dass verantwortungsbewusste Vereinsführungen uns auch mit ähnlichen Maßnahmen in Kürze folgen werden, um Pleiten ihrer Clubs zu verhindern“, so Buchmann.

ma/Pressemitteilung FC Memmingen

Quelle: rosenheim24.de



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