Christoph Popp im Interview der Woche

Beinschuss-Direkt: "Wir wollen es allen zeigen!"

+
Christoph Popp vom SV Erlbach
  • schließen

Erlbach - Er ist nicht nur ein feiner Kicker, auch auf den Mund ist er nicht gefallen. Christoph Popp (23) vom SV Erlbach spricht im Interview der Woche über die Aussichten seines Klubs im Kampf um den Klassenerhalt, verrät, mit wem aus seinem Team er in den Urlaub fahren würde und erklärt seine eher ungewöhnlichen Trainingsbedingungen.

Beinschuss: Christoph, wie bitter waren die zwei knappen Niederlagen gegen Rosenheim und Heimstetten?

Christoph Popp:  Das ist natürlich ärgerlich. Wir haben gegen zwei absolute Spitzenteams der Liga auf hohem Niveau mitgehalten, aber letztlich keine Punkte geholt. Vor allem die Niederlage gegen Heimstetten war nach unserer Führung sehr bitter. Aber wir nehmen das Positive aus beiden Spielen mit und greifen gegen Pullach wieder voll an.

Wieso schafft der SV Erlbach den Klassenerhalt?

Popp:  Wie gesagt, wir können sogar mit den besten Teams der Liga mithalten. Außerdem sind wir körperlich in einer top Verfassung und können hintenraus immer nachlegen. Und dann ist da noch die mentale Komponente, die uns besonders stark macht.

Was meinst du damit?

Popp: Das ist einfach die SV-Erlbach-DNA. Wir geben niemals auf und sind ein eingeschworener Haufen. Viele haben uns nach dem schwachen Saisonstart schon abgeschrieben. Aber wir haben immer an uns geglaubt und hart gearbeitet. Davon profitieren wir jetzt.

War nach dem schlechten Saisonstart also keine Form von Resignation zu spüren?

Popp: Nein, nicht im Ansatz. Den schwachen Start kann man ja logisch begründen. Wir hatten im Endeffekt keine Sommerpause und zu Beginn wahnsinnig viele Verletzte. Hinzu kommt, dass bei uns fast keiner auf diesem Niveau gespielt hat. Das geht unter diesen Rahmenbedingungen alles nicht von heute auf morgen.

Wie wichtig war gerade in dieser Phase die mannschaftliche Geschlossenheit?

Popp: Das macht den SV Erlbach doch aus. Ich bin in einer Mannschaft, in der ich letztlich mit meinen Kumpels zusammenspielen darf. Ich würde mit jedem von den Jungs in den Urlaub fahren, das spricht für sich! Und genau deswegen haben wir uns von Anfang an gesagt, dass wir als Dorfverein auch in der fünften Liga mithalten können. Auch wenn uns viele schon abgeschrieben haben. Wir wollen es allen zeigen und den Klassenerhalt schaffen.

War deswegen auch ein Wechsel vor der Saison ausgeschlossen?

Popp: Ich bin einfach froh, dass ich in einem Verein spielen darf, der so viel Herzlichkeit ausstrahlt und gleichzeitig noch auf so hohem Niveau spielt. Da sind Faktoren wie Geld nicht wichtig. Ich bin sehr heimatverbunden und brauche mein Umfeld. Da war klar, dass ich in Erlbach bleiben werde.

Trotzdem sieht man dich mindestens einmal pro Woche auf dem Trainingsgelände des TSV 1860 Rosenheim. Wie kommts?

Popp: Ich studiere in Rosenheim und habe nach Möglichkeiten gesucht, wie ich mich fit halten kann. Über den sportlichen Leiter der 60er, Hans Kroneck, ist der Kontakt zustande gekommen. Jetzt darf ich beim TSV mittrainieren und bin sehr dankbar über diese Gelegenheit.

Trainierst du dann gar nicht mit deinem eigentlichen Verein?

Popp: Doch. Jeden Freitag wird trainiert. Entweder wir machen eine reguläre Einheit oder es findet das so genannte Studentraining statt. Wir haben fünf bis sechs Studenten im Team, die dann Freitags eine Sondereinheit abhalten.

Und dann ist da ja noch dein Heimatverein. . .

Popp:  Ja genau. Beim SV Mehring trainiere ich auch ab und an mit. Natürlich nur, wenn es die Zeit hergibt.

Dann ist dir also beim SVM keiner böse, dass du den Schritt nach Erlbach gewagt hast?

Popp: Ganz im Gegenteil. Der Kontakt nach Mehring ist weiterhin super. Die Jungs schauen oft bei unseren Spielen zu und freuen sich mit, wenn wir erfolgreich sind. Das tut sehr gut und gibt nochmal eine extra Portion an Motivation. Ich selbst schaue mir die Spiele meines Heimatvereins auch an, wenn es die Zeit erlaubt.

Klingt, als wäre die Geschichte von Christoph Popp und dem SV Mehring noch nicht zu Ende erzählt. . .

Popp: Definitiv nicht. Mein geplantes Karriereende ist zwar noch weit entfernt, aber ich kann mir sehr gut vorstellen noch einmal für Mehring zu spielen.

Herzlichen Dank für das Gespräch und viel Erfolg im Kampf um den Klassenerhalt.

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Magazin

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare