Die besten Schnäppchen-Transfers aller Zeiten

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Jedes Jahr im Juli und August sowie im Januar öffnen sich die Tore zum Spielermarkt der Fußball-Ligen.

Mit Spannung erwarten die Fans aufregende Neuzugänge oder sind enttäuscht, da die Besitzer der Vereine ihre Scheckbücher verschlossen halten.

Vereine versuchen, ihre Mannschaft zu stärken und die Agenten der Spieler reiben sich bereits im Vorfeld die Hände, da sie bald auf hohe Kommissionen hoffen dürfen. Ablösesummen in Rekordhöhe, wie 94 Millionen Euro für Cristiano Ronaldo, der im Jahr 2009 von Manchester United zu Real Madrid wechselte, versetzen die Fußballwelt in Aufregung. Dies ist die bislang höchste Ablösesumme, die je für einen Spieler bezahlt wurde. Der Rekord wäre im Jahr 2013 beinahe gebrochen wurde, als Gareth Bale von Tottenham Hotspur ebenfalls zu Real Madrid wechselte. Es war eine Summe von 100 Millionen Euro im Gespräch, aktuellsten Informationen nach betrug die Ablösesumme jedoch „nur” 91 Millionen. Bei solchen Geldern tritt auch immer wieder die moralische Frage auf, die zum Beispiel von der Universität Göttingen behandelt wurde, um festzustellen, ob solche Spielerwechsel kein moderner Sklavenhandel sind und ob Transfers überhaupt rechtsgültig sind. Diese Unsummen machen jedoch nur einen Teil des Geldflusses aus, der zweimal jährlich zwischen Fußballvereinen strömt. Obwohl im heutigen Fußball Spieler sehr teuer geworden sind, können sich einige Vereine immer wieder darüber glücklich schätzen, ein Schnäppchen zu schlagen und einen Weltklasse Spieler oder ein vielversprechendes Talent zur Vertragsunterschrift zu bewegen.

Wenn man von einem Schnäppchen spricht, muss man mehrere Punkte in Betracht ziehen. Ein Schnäppchen kann nämlich auch ein Spieler sein, für den ein Verein eine relativ hohe Ablösesumme bezahlt hat, diesen aber nach ein oder zwei Saisons für noch mehr Geld weiter verkauft. Nehmen wir hier wieder das Beispiel Gareth Bale. Tottenham Hotspur musste Southampton im Jahr 2007 rund 14 Millionen Euro Ablöse bezahlen, um sich die Dienste des offensiven Mittelfeldspielers zu sichern. Damals waren Fans darüber empört, dass für einen jungen Spieler so viel Geld ausgegeben wurde. Bale reifte während seiner Zeit bei Tottenham zu einem Weltklasse-Fußballer. In der Saison 2012/13 traf er das Tor beinahe nach Belieben und durch seine Leistungen wurde Real Madrid auf ihn aufmerksam. Am Ende der Saison durfte sich die Vereinsführung von Tottenham über 91 Million Euro Ablöse für Bale vom „Weißen Ballett” freuen. Durch die Wertsteigerung von 77 Millionen Euro in ungefähr sechs Jahren war der Kauf von Bale für Tottenham ein Schnäppchen. Zusätzlich muss auch der Verkauf von Fanartikeln, der durch Gareth Bale angekurbelt wurde, mit einberechnet werden. 

Eine weitere gute Gelegenheit für Fußballvereine, um ein Schnäppchen zu machen, ist es, einen jungen Spieler zu verpflichten. Sollte ein Fußballer seinen ersten Profivertrag bei einem Verein unterschreiben, der ihn nicht ausgebildet hat, dann wird nur eine sogenannte Ausbildungsentschädigung fällig. So kam Shinji Kagawa im Sommer 2010 zu Borussia Dortmund. Die Borussen mussten eine Ausbildungsentschädigung von 350.000 Euro an Cerezo Osaka zahlen, um Kagawa den Profivertrag anbieten zu können. Der Japaner spielte sich sofort in die Herzen der Dortmunder Anhänger und wurde zur festen Größe in der Mannschaft. Gute Leistungen ziehen wiederum immer das Interesse von anderen Spitzenmannschaften an. In Kagawas Fall war es Manchester United. Nur zwei Jahre, nachdem er zu Borussia Dortmund gekommen war, wechselte er für geschätzte 15-16 Millionen Euro zum englischen Rekordmeister. Verlierer waren in diesem Fall nur die Dortmunder Anhänger, die Kagawa in ihr Herz geschlossen hatten und vielleicht auch Kagawa selbst. Obwohl Manchester United eine sportliche Verbesserung hätte darstellen sollen, konnte er sich nie richtig durchsetzen und es wird gemunkelt, dass er zur Saison 2014/15 wieder den Verein wechseln könnte. Gewinner war in diesem Fall Borussia Dortmund. Mit Kagawa hat der Verein ein wahres Schnäppchen gemacht und die Bilanz der Dortmunder sah nach dem Verkauf von Kagawa mit Sicherheit sehr positiv aus. 

Hin und wieder gelingt es Vereinen auch, Spieler, die sich bereits bewährt haben, relativ günstig zu kaufen. Für 42.000 DM, wechselte der 20-jährige Klaus Fischer in der Saison 1970/71 vom TSV 1860 München zu Schalke 04. Selbst wenn man die Inflation mit einberechnet bewegt sich die Ablösesumme auf einem niedrigen Niveau. Fischer hatte sich aber bereits bei den Münchnern einen Namen gemacht und Schalke ist noch heute stolz auf sein Verhandlungsgeschick, das Fischer nach Gelsenkirchen lockte. Der Stürmer blieb bis zur Saison 1981/82 bei den Königsblauen, erzielte 182 Tore in 295 Ligaspielen und war 1976 Torschützenkönig der Bundesliga. Zudem half er Schalke 04 auch dabei, 1972 Pokalsieger zu werden. Schalke verkaufte Fischer im Juli 1981 für eine Ablösesumme von umgerechnet 500.000 Euro an den 1. FC Köln. Dadurch wurde nicht nur finanziell ein Gewinn erwirtschaftet, Fischer bleibt bis heute eine Legende der Königsblauen und durch seine sportlichen Erfolge war der Kauf von Fischer ein wahres Schnäppchen für die Gelsenkirchener. Im Fußball hat sich in den letzten Jahrzehnten viel verändert. So ist es heute erlaubt, mehr ausländische Spieler einzusetzen, als das in den Zeiten des Klaus Fischer der Fall war. Große Vereine haben schier zahllose Scouts, die auf der Suche nach Talenten aus aller Herren Länder sind. Besonders beliebt sind hier afrikanische Staaten oder Staaten des ehemaligen Ostblocks. Aufregende Spieler können relativ günstig in die Bundesliga gelockt werden und stellen oft eine Bereicherung für den heimischen Fußball dar. Ein Scout des VfL Wolfsburg wurde 2007 fündig - in Teplice fand er einen äußerst talentierten Stürmer namens Edin Dzeko. 

Der Torschütze wechselte für 4 Millionen Euro zu den „Wölfen”. Ablösesummen für gute Torjäger finden sich heute meistes im zweistelligen Millionenbereich. Man denke hier nur an Fernando Torres, der nach einigen erfolgreichen Saisons für rund 58,5 Millionen Euro vom FC Liverpool zum FC Chelsea wechselte. Dies war wohl einer der schlechtesten Transfers aller Zeiten. Er konnte seine Leistungen, die ihn in Liverpool und auch in der spanischen Nationalmannschaft zu einem der gefürchtetsten Stürmer Europas gemacht hatten, nicht wiederholen und er nimmt meistens auf der Ersatzbank des Londoner Traditionsvereins Platz. Dzeko kostete weniger als ein Zehntel der Ablösesumme des Spaniers, dafür brachte er aber das, wonach sich Wolfsburg sehnte - Tore. Im Jahr 2009 wurde er nach seinem Teamkollegen Grafite zweiter in der Torschützenwertung und seine Tore trugen wesentlich zum Gewinn der Meisterschaft für Wolfsburg bei. Im darauffolgenden Jahr wurde Dzeko Torschützenkönig der deutschen Bundesliga. Im Winter Transferfenster der Saison 2010/11 wechselte der aus Bosnien-Herzegowina stammende Angreifer zum äußerst reichen Manchester City FC. Die Ablösesumme soll sich hier zwischen 35 und 37 Millionen Euro bewegt haben. Obwohl Dzeko nicht so regelmäßig wie bei Wolfsburg zum Einsatz kommt, ist er ein „Joker” des Vereins aus Manchester und trifft, wenn er in der zweiten Halbzeit eingewechselt wird, oft die entscheidenden Tore. Für Wolfsburg hat sich der Kauf von Dzeko auf jeden Fall bezahlt gemacht und die von Dzeko erbrachte Leistung übertraf seinen Kaufpreis bei Weitem, was sich übrigens auch auf die Wettkurse bei BWIN ausgeübt hat.

Die günstigste Art und Weise für einen Fußballverein, um einen Spieler zu verpflichten, ist es jedoch, einen Spieler ablösefrei zu erhalten. Dies bedeutet, dass der Vertrag eines Spielers mit einem anderen Verein abläuft und dieser einfach kostenlos wechselt. Es ist interessant, dass oft Weltklasse-Fußballer ihren Vertrag nicht verlängern, um sich sportlich bei einem besseren Verein weiterzuentwickeln. Ein aktuelles Beispiel ist hier Robert Lewandowski, der am Ende der Saison 2013/14 ablösefrei von Borussia Dortmund zu Bayern München wechseln wird. Dortmund war nicht in der Lage, den Vertrag mit Lewandowski zu verlängern und obwohl reges Interesse für den Stürmer bestand, konnte er auch nicht im Januar-Transferfenster verkauft werden. 

Das wohl beste Schnäppchen aller Zeiten hat wohl Bayern München gemacht. 1964 kam ein Vertreter des damaligen Regionalliga Süd-Vereins, die der heutigen 2. Liga entspricht, seinem Kollegen von TSV 1860 München zuvor und sicherte sich die Unterschrift des damals 17-jährigen Gerd Müller. Der Rest ist Geschichte. Müllers Tore halfen Bayern, in die Bundesliga aufzusteigen und sich zu etablieren. Während seiner Zeit bei den Bayern wurde Müller siebenmal Torschützenkönig der Bundesliga und der Verein konnte alle wichtigen nationalen und internationalen Titel erringen. Auf der Rangliste der Spieler, die die meisten Tore in der Bundesliga erzielt haben, steht Müller noch immer unangefochten auf Platz eins. Natürlich waren die Bedingungen zu dieser Zeit anders als sie es heute sind, und es flossen damals auch wesentlich weniger Gelder in denFußball, aber wie man an dem Beispiel von Robert Lewandowski sehen kann, können Fußballvereine auch heute noch solche Schnäppchen machen. Ob Lewandowski sich bei den Bayern durchsetzen kann, bleibt noch abzuwarten, aber sein normaler Marktwert beläuft sich auf rund 50 Millionen Euro.

Fußball Transfers werden weiterhin die Gemüter erregen und es werden, wenn keine Regeländerungen in Kraft treten, weiterhin beinahe unmoralische Summen für Spielerwechsel ausgegeben werden. Die Fußballgeschichte ist jedoch voll mit Beispielen, die zeigen, dass auch Schnäppchen-Käufe zum gewünschten Erfolg für die Vereine führen können. Oft ist es sogar, wie bei Fernando Torres, der Fall, dass Spieler, die für sehr viel Geld gekauft werden, sich bei ihrem neuen Verein nicht durchsetzen können. Ob es jemals wieder zu solch einer gelungen Verpflichtung wie der von Gerd Müller durch Bayern München kommen wird, ist jedoch fraglich. Zu sehr stehen heute die finanziellen Aspekte im Vordergrund und ein Spieler wie Müller würde wahrscheinlich immer unter Vertrag stehen - dafür würde sein Agent sorgen. Die Agenten sind heute die wohl größten Gewinner bei Spielertransfers.

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Quelle: rosenheim24.de

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