Sport vor Einschränkungen: Verständnis und Kritik

Kein Amateurfußball im November: „Ich bin entsetzt über die Ignoranz“

Im Vordergrund eine Eckfahne. Im Hintergrund ein Fußballplatz.
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Fußball (Symbolbild)

Berlin - Keine guten Nachrichten für den Amateursport in Deutschland. Ab dem 2. November kommt es hier erneut zu harten Einschränkungen, im Bezug auf Fußball wird im gesamten November kein Ball im rollen. Einige Vertreter äußern Kritik an dieser Entscheidung.

Am Mittwoch gab Bundeskanzlerin Angela Merkel nach einer Konferenz mit den 16 Ministerpräsidenten weitere Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie bekannt. Veranstaltungen, die der Unterhaltung und der Freizeit dienen, werden ab Montag für den gesamten November deutschlandweit untersagt.


Theater, Opern und Konzerthäuser werden schließen, auch der Freizeit- und Amateursportbetrieb ist davon betroffen. Wie beinschuss.de am Mittwoch berichtete, wird bundesweit im Amateurfußball im November der Spielbetrieb ausgesetzt, auch trainieren dürfen die Vereine nicht. Individualsport dagegen soll ausgenommen werden.

„Ich bin entsetzt über die Ignoranz und Geringschätzung“


Die Kritik an diesen erneuten Beschränkungen ließ nicht lange auf sich warten und kommt auch von Vertretern des Breiten- und Amateursports. „Ich bin entsetzt über die Ignoranz und Geringschätzung gegenüber dem Sport und den Vereinen», sagte der Präsident des Sächsischen Fußball-Verbandes (SFV), Hermann Winkler, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). „Dort, wo in meist ehrenamtlicher Arbeit mit viel Aufwand Hygienekonzepte erarbeitet wurden, die auch wirken, und wo kaum Infektionsgeschehen vorhanden ist, wird dicht gemacht.“

VFV-Präsident Rainer Koch: „Wie respektieren die beschlossenen Maßnahmen“

Etwas gemäßigter äußert sich BFV-Präsident Rainer Koch: „Wir respektieren die jetzt von Bund und Ländern beschlossenen Maßnahmen, die weitreichende Folgen haben. Wenn der Amateurfußball seinen Beitrag dazu leisten kann, das gemeinsame Ziel zu erreichen, den Kampf gegen das Virus zu gewinnen, dann wird er das auch fraglos tun - ohne Wenn und Aber! Das ist eine Selbstverständlichkeit in dieser für unsere ganze Gesellschaft extrem schwierigen und so noch nie da gewesenen Situation.“

Aus Sicht des BFV-Präsidenten sei es wichtig gewesen, dass die Politik nun klare Regeln getroffen hat. Dennoch betont Koch, es sei jetzt „ganz besonders wichtig, dass dies nicht zum Dauerzustand wird - zumal wir mittlerweile wissen, dass das Infektionsrisiko beim Sport an sich äußerst gering ist. Dass Vereine und Verbände jetzt wiederholt vor extremen Herausforderungen stehen, liegt auf der Hand, wenn wir daran denken, dass Mitglieder fernbleiben müssen, sich womöglich ganz abwenden oder Kinder erst gar keinen Zugang mehr zum Fußball im Verein finden“

Sport „nicht Treiber der Infektionen“

Auch aus Baden Württemberg und aus Hamburg kommen kritische Stimmen. „Ich bin enttäuscht, dass die großen Anstrengungen und guten Beispiele in unserem Land eine solch schwerwiegende Entscheidung nicht verhindern konnten“, sagt Elvira Menzer-Haasis, Präsidenten des Baden-Württembergischen Landessportverbandes, gegenüber dpa. Dirk Fischer, Präsident des Hamburger Fußball-Verbandes findet, es sei „schwer vermittelbar, dass Kinder und Jugendliche in der Schule zusammensitzen und dann draußen an frischer Luft keinen Sport zusammen treiben dürfen.“ Fischer weist noch einmal daraufhin, dass der Sport „nicht Treiber der Infektionen“ sei.

Gerade der Sport in Deutschland habe aber bewiesen, dass es aufgrund guter Hygienekonzepte im Spitzen- und Breitensport möglich sei, auch in Corona-Zeiten Sport zu treiben und einen Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu leisten. «Deshalb müssen wir auch künftig mit guten Umsetzungs- und Hygienekonzepten überzeugen, damit die Entscheidung der Bundesregierung ab Dezember wieder aufgehoben werden kann», sagte DLV-Chef Jürgen Kessing.

ma/dpa

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