Wander-Tipp: Von Koppl auf den Nockstein

Ein Kunstwerk-Berg am Rande der Großstadt

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Als schroffer Felszahn präsentiert sich der Nockstein vom Salzburger Vorort Guggenthal aus.

Salzburg/Koppl – Jeden Freitag lesen Sie hier unseren Wander-Tipp. Heute geht es auf den unscheinbaren Bruder vom Gaisberg, Hausberg der Salzburger.

Markant und von weithin sichtbar: der Gaisberg, Hausberg Salzburgs. Als unscheinbarer Wurmfortsatz links daneben: der Nockstein. Ein Berg, der gerade mal 1000 Meter erreicht. Dazu noch steil aufragend, wenn man sich ihm nähert. Eigentlich ziemlich unattraktiv. Eigentlich. In Wahrheit zählt der Berg zu den am meisten begangenen Bergen im Salzburger Umland. Denn die kleine, aber feine Tour hat es in sich...


Die Wanderung im Überblick

Berg/Gipfel: Nockstein, Osterhorngruppe, 1.042 Meter 

Höhenmeter der Wanderung: Circa 300 Meter. 


Wanderparkplatz/Adresse fürs Navi: Parkplatz kurz vor dem UTC Koppl (Einfahrt verboten), kostenlos, Eisenstraße 5321 Koppl 

Gehzeit: Circa eine Stunde. 

Schwierigkeit: Bis zur Gaisberg-Scharte schmaler, mittelschwerer Steig („rot“), ab Gaisbergscharte steileres Schrofengelände (letzte 50 Höhenmeter). 

Einkehrmöglichkeiten: Keine. 

Wann sollte man aufpassen? Besonders am Gipfel: 300 Meter fallen die schroffen Kalkwände gen Norden ab. Unsichere oder Höhenängstliche sollten die Gipfelrast also ein paar Meter weiter unten machen. 

Ist die Wanderung für Anfänger geeignet? 3/5 Punkte: Der Weg ist durch Winter und Unwetter hier und da in Mitleidenschaft gezogen worden, der Gipfel steil. Durch die Kürze ist der Nockstein aber allemal einen Versuch wert. 

Für Familien mit Kindern geeignet? 2/5: Am Gipfel selbst ist es nicht nur steil, sondern auch ziemlich schmal. Darum sollte besser auf andere Ziele wie den nahen Gaisberg oder Haunsberg ausgewichen werden. Für Hunde geeignet? 4/5: Nicht jede Rasse eignet sich für die Steiletappen, dennoch wurden bei der Tour auch viele Hundebesitzer gesichtet. 

Lohnt der Gipfel-Ausblick? 4/5: Zugegeben, aufgrund von seiner geringen Höhe bekommt er einen Bonus: Dennoch ist der 300 Meter steile Absturz und der damit einhergehende Tiefblick auf das langsam beginnende Salzkammergut und Salzburg mit seiner Altstadt für so einen Zwerg von Berg beeindruckend. Außerdem ergibt sich ein schöner Blick in die restliche Osterhorngruppe und zum Dachstein.

Drei Gründe, warum sich die Wanderung lohnt

Kürze: Getrost als Feierabendtour ist der Nockstein möglich (sofern man die Rushhour in Salzburg umfahren kann). 

Der Tiefblick: Besonders Salzburg mit seinen markanten Gebäuden (Festung, Dom, EM-Stadion, Europark) präsentiert sich zu Füßen des Felszackens. 

Die Kunst: Am lohnenswertesten ist die Tour sicherlich, wenn man kunstinteressiert ist. Seitdem 2010 zwei steinerne Skulpturen des Salzburgers Georg Walter aufgestellt wurden, wächst der Berg an Anschauungsmaterial. „Schuld“ trägt dafür das Landartprojekt „KNOCK KNOCK KNOCKSTEIN 1042“, das 2018 ins Leben gerufen wurde.

Los geht's!

Ein erster Blick in die Salzkammergut-Berge mit Schmittenstein und Schlenken (halbrechts im Hintergrund) wird frei.

Eigentlich könnten wir unsere Tour am etwas höher und näher am heutigen Ziel gelegenen Parkplatz hinter Koppl starten, da wir uns unterwegs aber auch von Kunstwerken berieseln lassen wollen, starten wir nahe des Vereinsgeländes des UTC Koppl. Da uns die Weiterfahrt als Nicht-Anrainer untersagt wird, stellen wir unser Auto auf der Sandfläche vor dem Schild ab und wandern auf das Vereinsheim zu. Nachdem wir an der Kreuzung links gegangen sind, lassen wir beim Passieren des Gebäudes auch den asphaltierten Weg hinter uns und tauchen bald in den Wald ein. 

Erste Kunstwerke lassen wir hinter uns wie auch die Vorderweißbach-Kapelle. Einen bergsteigerischen Augenblick später gelangen wir auf eine Lichtung, an der ein erster Blick auf den nahen Gaisberg und in Teile der Osterhorngruppe frei wird. Wir durchqueren ein Kunstwerk, lassen eine Jagdhütte und durch den Wald geht es weiter. Nun wird der Weg zunehmend steiler und schmaler. Eine gute Viertelstunde nach einem kleinen Wechselspiel von Ab- und Gegenanstieg wird der Aufmerksamkeit der Buchen im wahrsten Sinne des Wortes ein richtiger Rahmen gegeben. Kurz danach befinden wir uns auf dem Holzweg. Nur dass wir ausnahmsweise richtig liegen. 

Nockstein: Kleine, aber feine Tour am Rande Salzburgs

Unser Startort: Kurz vor dem Tennisplatz des UTC Koppl. © Simon Schmalzgruber
Wir biegen nach links ab und gehen am Tennisplatz vorbei... © Simon Schmalzgruber
...in Richtung Wald. © Simon Schmalzgruber
Nach einer guten Viertelstunde gelangen wir an die Vorderweißbach-Kapelle. © Simon Schmalzgruber
Sollte eigentlich selbstverständlich sein: Tierschutz in der freien Natur. © Simon Schmalzgruber
Nicht viel später gelangen wir an eine Lichtung, an der sich der "große Bruder", der Gaisberg, zum ersten Mal zeigt. © Simon Schmalzgruber
An diesem Parkplatz kann die Tour auch gestartet werden, dann ist sie zwar kürzer, aber auch kunstfreier. © Simon Schmalzgruber
Durch ein weiteres Kunstwerk schlüpfen wir nun hindurch. © Simon Schmalzgruber
Ob wir weiß oder schwarz sehen... © Simon Schmalzgruber
...alles eine Frage der Perspektive! © Simon Schmalzgruber
Auch ein erster Blick in die Salzkammergut-Berge mit Schmittenstein und Schlenken (halbrechts im Hintergrund) wird frei. © Simon Schmalzgruber
Der Weg wird steiler... © Simon Schmalzgruber
...und führt am nächsten Kunstwerk vorbei. © Simon Schmalzgruber
Nun befinden wir uns auf dem Holzweg, aber verirrt haben wir uns nicht! © Simon Schmalzgruber
Nur mehr fünf Minuten bis zur Gaisbergscharte! © Simon Schmalzgruber
Dort steht eine Marmorskulptur von Georg Walter. © Simon Schmalzgruber
Der Gipfelanstieg führt durch steiles Schrofengelände und an homini influenci vorbei. © Simon Schmalzgruber
Kurz unter dem Gipfel steht ein weiteres Kunstwerk des Salzburger Künstlers. © Simon Schmalzgruber
Das große Gipfelkreuz ist bereits vom Tal aus gut zu sehen. © Simon Schmalzgruber
Die Stadt Salzburg liegt zu Füßen, dahinter baut sich die Staufengruppe auf. © Simon Schmalzgruber
Durch seine zwei Radarkuppeln sticht der sonst unscheinbare Kolomannsberg aus der Flyschzone heraus. © Simon Schmalzgruber
Der Schober (links) befindet sich ebenfalls noch in der Flyschzone, sein Nachbar, der Schafberg, gehört allerdings schon zu den Nördlichen Kalkalpen. © Simon Schmalzgruber
Circa 300 Meter geht's von hier fast senkrecht runter! © Simon Schmalzgruber
Wer sich ein Ticket für den Salzburgring nicht leisten kann, benötigt nur einen Feldstecher und sieht von hier oben fast dasselbe! © Simon Schmalzgruber
Leider durch den Dunst unscharf geworden: Die Festung Hohensalzburg mit seiner Altstadt. © Simon Schmalzgruber
Auch Gleitschirmfliegern taugt's ungemein am Stadtrand... © Simon Schmalzgruber
...wie man sehen kann! © Simon Schmalzgruber
"Trägt der Dachstein einen Hut, wird das Wetter schön und gut!" © Simon Schmalzgruber
Auf dem Rückweg gelangt man noch daran vorbei. "Alles ist vergänglich, nur Kunst bleibt beständig", wäre eine der Interpretationsmöglichkeiten zu dieser Szenerie. © Simon Schmalzgruber
Als schroffer Felszahn präsentiert sich der Nockstein vom Salzburger Vorort Guggenthal aus. © Simon Schmalzgruber

Es dauert nicht lange und die Sonne kann uns wieder aufs Haupt scheinen: Nun sind wir an der Scharte zum Gaisberg angelangt. Steil erscheint die letzte Etappe, aber beim Anstieg bestätigt sich mal wieder die Floskel: „ Es ist schlimmer wie es aussieht.“ Die letzten Meter im Schrofengelände gemeistert, stehen wir nach einer guten Stunde auf dem Gipfel des 1.042 Meter hohen Nocksteins. 

Obwohl noch nicht zum Salzkammergut gehörend (das beginnt am knapp 10 Kilometer weiter entfernten Fuschlsee), markiert der Felszahn die Westgrenze der sich bis zur österreichischen Traun erstreckenden Salzkammergut-Berge. Und nicht nur in dieser Hinsicht ist der Nockstein geologisch interessant: Während die Kette vom bayerischen Högl über die Salzburger Erhebungen Mönchs- Kapuziner- und Festungsberg, der gegenüberliegende Heuberg und der am Fuschlsee gelegene Schober zur Flyschzone gehört, kann der Nockstein als nördlichster Punkt der Nördlichen Kalkalpen des Bundeslandes Salzburg betrachtet werden. Abstieg wie Aufstieg.

Die passende Bekleidung und Ausrüstung zum Wandern und für andere Outdooraktivitäten, finden Sie bei McTREK im Aicherpark Rosenheim.

Simon Schmalzgruber

Quelle: rosenheim24.de



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