Rund um den Abtsdorfer See

Wander-Tipp: Ein mooriger Badesee mitten im Rupertiwinkel

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Am Freizeitgelände des Landkreises Berchtesgadener Land bewegt man sich fast direkt am Ufer.

Laufen/Saaldorf – Jeden Freitag lesen Sie hier unseren Wander-Tipp. Dieses Mal geht es rund um den Abtsdorfer See.

Die letzte Eiszeit, die Würm-Eiszeit, prägte bis zu ihrem Ende vor 10.000 Jahren das Alpenvorland wie kaum ein anderes Ereignis. Einerseits der hügelige Charakter ist der Landschaft erhalten geblieben. Andererseits aber auch viele Seen, wie der Abtsdorfer See, der regional einfach als „Abtsee“, aber gelegentlich zudem als „Haarsee“ bezeichnet wird. 


Der 84 Hektar große und maximal 20 Meter tiefe See, dessen Färbung nicht etwa daher rührt, dass der See selbst moorig ist, sondern vielmehr dessen Zuflüsse, entstand nach dem Abschmelzen des Salzachgletschers und ist heute ein beliebtes Naherholungsgebiet, besonders bei den Laufenern. Jetzt, wo der Sommer vorbei ist, sind auch die Menschenmengen, die sich an warmen Tagen am Wasser tummeln, perdü: Aus diesem Grund kann eine Umrundung des Sees zu einer angenehmen Gelegenheit werden.

Die Wanderung im Überblick

Berg/Gipfel: Fehlanzeige.


Höhenmeter der Wanderung: Circa 50 Höhenmeter.

Wanderparkplatz/Adresse fürs Navi: Parkplätze am Strandbad sowie weiter auf der Abtsdorfer Straße Richtung Saaldorf.

Gehzeit: Eineinhalb bis zwei Stunden.

Schwierigkeit: Einfach.

Einkehrmöglichkeiten: Strandbad Abtsee.

Wann sollte man aufpassen? Die Abtsdorfer Straße ist mitunter vielbefahren: Hier besonders auf den Verkehr achten.

Ist die Wanderung für Anfänger geeignet? 5/5 Punkte: Kurz (5,1 Kilometer), wenig anstrengend, gut: Eine perfekte Tour für Anfänger!

Für Familien mit Kindern geeignet? 5/5: Auch für Familien ist die Umrundung des Abtsdorfer Sees überaus machbar, denn viele am See aufgestellte Bänke laden zum Rasten ein, sollte es mal zu anstrengend für die Kleinen (oder auch für die Großen) werden.

Für Hunde geeignet? 4/5: Technisch nicht schwierig, aber dennoch bewegt man sich über große Teile im Naturschutzgebiet. Hunde sind deswegen anzuleinen, beziehungsweise Gebiete gänzlich zu meiden.

Lohnt der Gipfel-Ausblick? 2/5: Dadurch, dass der Abtsdorfer See in einer Senke liegt, ist der Bergblick eher mau. Allerdings sind an manchen Stellen prominente Gestalten wie Dachstein, Gaisberg, Watzmann oder Staufen zu sehen.

Drei Gründe, warum sich die Wanderung lohnt

Tierbegegegnungen: Viele (mitunter geschützte) Wasservögel halten sich im Uferbereich auf, wie beispielsweise Reiher, Bekassinen, Kiebitze und Wachteln. Hobby-Ornithologen sollten deswegen nicht auf ein Fernglas verzichten.

Eine Tour für alle: Ob mit Opa und Oma, mit den Kindern, den vierbeinigen Begleitern oder mit Freunden: Diese Tour ist für jedermann machbar! Durch mehrere am Weg aufgestellte öffentliche Toiletten fällt sogar die Notdurft leicht.

Rupertiwinkel: Auch die Gemeindegebiete von Laufen und Saaldorf-Surheim gehörten bis 1803 zum Fürsterzbistum Salzburg. Die Spuren des zuletzt vom Fürsterzbischof Hieronymus von Colloredo regierten Landstrichs sind auch heute noch sichtbar: In der Kultur, aber auch im Bauwesen, wie die Schlackensteinhäuser am Wegesrand zeugen.

Marsch, Marsch!

Unser Start befindet sich auf dem Gelände der Schlossklinik Abtsee, aber wenn man die Straße weiterfährt, ergeben sich noch zwei weitere Parkmöglichkeiten, insofern sollte Privateigentum (besonders an Werktagen) respektiert werden. 

Auf jeden Fall schlagen wir den Weg nach rechts ein und gehen an dem 1872 errichteten Areal vorbei. Fünf bis zehn Minuten später gelangen wir an die Einfahrt zum Strandbad mitsamt Parkmöglichkeiten. Da wir uns bereits im Herbst befinden, sind dort zudem keine Parkgebühren mehr zu entrichten. Wir tangieren die Liegewiesen, die im Sommer voll mit Menschen sind und gehen über eine Treppe zum Ufer hinunter. 

Dort wechseln wir auf einen schmalen Pfad, der sich zwischen Wasser und Liegewiesen in Richtung Abtsdorf schlängelt. Nachdem wir das Wasserwachtshaus sowie die Dusch- und Umkleideräume passiert haben, ist es nicht mehr lang, bis wir wieder auf die Abtsdorfer Straße und an den Ort Seethal gelangen. Auf dem nun wieder breiteren und festeren Weg geht es weiter in Richtung Abtsdorf. Dieses Dorf steuern wir aber nicht an, denn wir biegen bald wieder rechts in einen kleinen Weiler ab. Nun bewegen wir uns im Haarmoos, einem früheren See, welcher zwischen 1 772 und 1774 durch Anordung von Fürsterzbischof Colloredo trockengelegt wurde, um landwirtschaftlich nutzbare Fläche zu gewinnen. 

Rund um den Abtsdorfer See

Immer wieder hat man unterwegs Ausblicke auf den Abtsdorfer See.
 © Simon Schmalzgruber
Unser Startpunkt liegt an der Schlossklink Abtsee. © Simon Schmalzgruber
Für unsere Route stehen zwei Optionen offen, wir entscheiden uns aber, die 5,1 Kilometer lange Strecke im Uhrzeigersinn zu gehen. © Simon Schmalzgruber
Das "Schloss", in dem sich die Klinik befindet, wurde allerdings erst um 1872, also weit nach den großen Schlossbauten der Renaissance und des Barock, erbaut. © Simon Schmalzgruber
Am sogenannten "Freizeitgelände des Berchtesgadener Landes" befinden sich ebenfalls Parkmöglichkeiten. Auch wir biegen jetzt nach rechts ab... © Simon Schmalzgruber
...und gehen über eine Treppe zum Ufer. © Simon Schmalzgruber
Immer wieder hat man unterwegs Ausblicke auf den Abtsdorfer See. © Simon Schmalzgruber
Der Weg ist nun schmaler geworden. © Simon Schmalzgruber
Erst am Häusl der Wasserwacht vorbei... © Simon Schmalzgruber
 © Simon Schmalzgruber
...dann am stark bekritzelten Umkleidehaus... © Simon Schmalzgruber
...gelangen wir bald wieder an die Abtsdorfer Straße. © Simon Schmalzgruber
Ein bisschen an der Straße entlang... © Simon Schmalzgruber
...erspähen wir schon die nächste Abbiegemöglichkeit... © Simon Schmalzgruber
...die uns wieder mal nach rechts führt... © Simon Schmalzgruber
...ins Haarmoos. © Simon Schmalzgruber
Von hier aus hat die Mittagsscharte am Untersberg eine interessante Form. © Simon Schmalzgruber
Immer wieder ergeben sich Blicke über den See, an dessen anderen Ufer sich Leobendorf befindet. © Simon Schmalzgruber
Gleich geht's mal wieder nach rechts. © Simon Schmalzgruber
Rasenmäher ist hier keine vonnöten. Schließlich määht er sich von selbst! © Simon Schmalzgruber
Kleine Bildnisse am Wegesrand wie diese befinden sich zahlreich im Rupertiwinkel. Schließlich war dieses Territorium bis vor etwas über 200 Jahren noch von einem Fürsterzbischof regiert. © Simon Schmalzgruber
Auch ein kleiner Blick auf den Haunsberg (835 Meter) ist möglich. © Simon Schmalzgruber
Rechts an diesem schönen Bauernhof vorbei gewinnen wir ein paar Höhenmeter. © Simon Schmalzgruber
Von hier aus wären Untersberg (1.972 Meter), Staufen (1.771/1.782 Meter) und Teisenberg (1.333 Meter) zu sehen, allerdings verstecken deren Gipfel sich in den Wolken. © Simon Schmalzgruber
Nun tauchen wir in den Wald ein und halten uns rechts. © Simon Schmalzgruber
Der Blick auf den See ist jetzt allerdings mau. © Simon Schmalzgruber
Weiter durch den Wald... © Simon Schmalzgruber
...dessen Ende bald erreicht ist. © Simon Schmalzgruber
Dieses landwirtschaftliche Gebäude hat die besten Zeiten hinter sich. Das kann aber auch daran liegen, dass das Haarmoos nur mehr extensiv bewirtschaftet wird (Eine Mahd am Ende der Saison). © Simon Schmalzgruber
Der Weg wird die Breite bis zum Ende beibehalten. © Simon Schmalzgruber
Und plötzlich macht's am Staufen doch noch ein bisserl auf: Der Gebirgsstock markiert im Übrigen die Südgrenze des Rupertiwinkels! © Simon Schmalzgruber
Ein kurzer Blick zur Schlossklinik rüber. © Simon Schmalzgruber
Nun biegen wir gleich wieder rechts ab... © Simon Schmalzgruber
...vorher bewundern wir aber noch kurz dieses schöne Schlackensteinhaus. In Zeiten, in denen im Rupertiwinkel viel Bergbau und Metallverarbeitung betrieben wurde, war das Abfallprodukt Schlacke ein beliebter Baustoff. © Simon Schmalzgruber
Über dem größten Wiesenbrütergebiet Südostoberbayerns stechen links der Schober (1.328 Meter) und weitere Berge des Salzkammerguts heraus. © Simon Schmalzgruber
"Eine Straße mit vielen Bäumen, ja das ist eine Allee!" © Simon Schmalzgruber
Auch überm Salzburger Hausberg, dem Gaisberg (1.265 Meter) macht's noch kurz auf. © Simon Schmalzgruber
An schönen Tagen ist hinter dem Högl (828 Meter) und der Schlafenden Hexe (1.460 Meter) auch der Watzmann mit Frau und Kindern zu sehen. © Simon Schmalzgruber
Leobendorf mit der 1866 erbauten Kirche St. Ostwald, dessen Ostchor aber bereits in der Spätgotik errichtet wurde. 1902 folge der Bau der Sakristei, 1913 die Erweiterung des Sakralbaus nach Norden. © Simon Schmalzgruber
Einmal noch nach rechts abbiegen und dann ist unser Ausgangspunkt wieder erreicht! © Simon Schmalzgruber

Nicht recht viel später treffen wir an eine Weggabelung, die wir nach rechts in Richtung des schön renovierten Bauernhofs einschlagen. Diesen erreichen wir nach fünf Minuten. Jetzt müssen wir auch ein paar Höhenmeter nach oben steigen, die aber nicht weiter problematisch sind. Auf einer Bank können wir uns jetzt niedersetzen um die Aussicht auf die Berge des Rupertiwinkels,besonders Staufen und Teisenberg, zu genießen. 

Nach unserer kleinen Rast tauchen wir in den Wald ein und sogleich verlassen wir die Fahrstraße, um auf dem Pfad weiterzuwandeln. Aussicht auf dem See haben wir keine, aber vielleicht regt uns ja der Wald zu konstruktiven Gedanken an. Nach zehn Minuten im Wald passieren wir eine verfallene Scheune und wir wechseln wieder auf die Fahrstraße. 

Jetzt marschieren wir zielstrebig auf Leobendorf zu, bei den schönen Schlackensteinhäusern, die zahlreich im Rupertiwinkel vorhanden sind, biegen wir allerdings rechts ab. Mit Blick auf Teile der Salzkammergutberge, des Tennengebirges und der Berchtesgadener Alpen wandeln wir nun über die breiten Flächen des Haarmooses und können mit etwas GlückVögel wie den Reiher erspähen. Bald schon haben wir wieder die Abtsdorfer Straße erreicht, auf dem letzten Stück geht es an dieser weiter und nicht viel später sind wir zurück an unserem Ausgangspunkt.

Die passende Bekleidung und Ausrüstung zum Wandern und für andere Outdooraktivitäten, finden Sie bei McTREK im Aicherpark Rosenheim.

Bitte beachtet die Regelungen, die für die Bekämpfung der Corona-Krise vorgeschrieben wurden. Alle Regeln und Vorschriften zum Thema "Wandern in Zeiten von Corona" findet Ihr in diesem Artikel.

Simon Schmalzgruber

Quelle: rosenheim24.de



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