Wander-Tipp: Von Neuhaus auf die Bodenschneid

Auf den Spuren Jennerweins

Die Wanderung auf die Bodenschneid
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Vom Bodenschneid aus gut zu sehen: Zwischen Setz- (links) und Wallberg und erhebt sich der Buchstein.

Fischhausen-Neuhaus – Jeden Freitag lesen Sie hier unseren Wander-Tipp. Dieses Mal geht es in die Schlierseer Berge, auf die Bodenschneid. 

Der Bayerische Robin Hood: Wildschütz Georg Jennerwein. War sein Wilderertum oftmals als Auflehnung gegen die Obrigkeit verstanden worden, fand er in ihr letztlich den Tod. Am 6. November 1877 wurde er im Bereich des Rinnerspitz, einem knapp 500 Meter von der Bodenschneid entfernten Gipfel, erschossen. Auf Zweitere geht es heute, viel davon auf dem wohl letzten Weg des legendären Wilderers.


Die Wanderung im Überblick

  • Berg/Gipfel: Bodenschneid, 1668m, Schlierseer Berge / Mangfallgebirge. 
  • Höhenmeter der Wanderung: 863 Meter.
  • Wanderparkplatz/Adresse fürs Navi: Parkplatz Dürnbachstraße, Neuhaus, 83727 Schliersee 
  • Gehzeit: 2 1⁄2 – 3 Stunden hinauf, 2 – 2 1⁄2 hinab
  • Schwierigkeit: Leichte Bergwanderung bis Bodenschneidhaus, dann mittelschwer und steil bis zum Gipfel.
  • Einkehrmöglichkeiten: Bodenschneidhaus, 1353m 
  • Wann sollte man aufpassen? Bei Nässe kann der steile Part rutschig und unangenehm werden. 
  • Ist die Wanderung für Anfänger geeignet? 4/5 Punkte: Bei guten Bedingungen eine tolle aussichtsreiche Tour für Anfänger! 
  • Für Familien mit Kindern geeignet? 4/5: Auch Kinder kommen bei der Tour auf ihre Kosten: ein nicht zu langer Aufstieg, eine Einkehrmöglichkeit unterwegs und keine große Ausgesetztheit machen diese Tour interessant. 
  • Für Hunde geeignet? 5/5: Ebenso für Hunde schön: der anspruchsvollere Part ist niemals zu steil, sodass man selbst mit kleineren Hunden das Gipfelglück teilen kann. 
  • Lohnt der Gipfel-Ausblick? 5/5: Neben tollen Tiefblicken zum Tegernsee eine schöne Schau zum Wendelstein, zur Zugspitze, ins Karwendel, den östlichen Hohen Tauern und Zillertaler Alpen.

Drei Gründe, warum sich die Wanderung lohnt 

  • Die Aussicht: Nicht nur weite Teile der oberbayerischen Alpen sind zu sehen, sondern auch die Landeshauptstadt München, die 55 Kilometer entfernt ist. 
  • Aufwand/Nutzen: Nicht viel Zeit muss aufgewendet werden, um auf dem Gipfel dieses Berges zu stehen. 
  • Einfachheit: Als „2er“, also als „Bergwanderung“ angegeben ist die Bodenschneid nicht sonderlich schwierig, was sie zu einem familien- und hundefreundlichen Ausflugsziel macht.

Sieht man in den Süden, bauen sich dort als erstes der Österreichische (links) und der Bayerische Schinder auf.

Wir starten unsere Tour am Wanderparkplatz im Schlierseer Ortsteil Neuhaus, der etwas verwinkelt liegt. Gleich zu Beginn hören wir das Wasser des Dürnbachs rauschen, an dessen Ufer wir nun ein bisschen bachaufwärts laufen werden. Nach gut 40 Minuten gabelt sich der Weg, wir halten uns geradeaus. Zum Glück ist der Weg gut ausgeschildert, sodass ein Verlaufen eher schwierig ist. 15 Minuten später kommen wir erneut an eine Weggabelung, wiederum gehen wir geradeaus weiter. 

Eines der größten Gipfelkreuze Bayerns: das Bodenschneid-Kreuz.

Bereits über eine Stunde unterwegs mündet unser Weg in den Anstiegsweg von Rottach. Nun sind wir bereits im Gebiet der Raineralm und nicht recht viel später erreichen wir das 1916 erbaute Bodenschneidhaus. Dieses umgehen wir rechterhand, nun steilt der Pfad an. Bereits länger sichtbar sind links die Bodenschneid und rechts der Rinnerspitz, an dem der legendäre Wildschütz Jennerwein 1877 erschossen wurde. Zuerst geht es am Fuße des Rinnerspitz vorbei, dann queren wir die Bodenschneid. 15 Minuten später geht’s nach rechts und wir müssen einmal ins Drahtseil greifen. Nun geht es zügig bergauf, Serpentine für Serpentine. Wir erreichen den Sattel zwischen Bodenschneid und Rinnerspitz nach einer Felsstufe. Den niedrigeren Gipfel des Rinnerspitz können wir auf dem Rückweg noch als Abstecher machen. Jetzt konzentrieren wir uns aber erst einmal auf die Bodenschneid, die wir in gut fünf Minuten durch Schrofengelände erreichen. Oben erwartet uns ein riesiges Gipfelkreuz, das zu den größten in ganz Bayern gehört. Und nicht nur das: In den Genuss einer Aussicht, die von München bis zu den Zentralalpen reicht, dürfen wir ebenfalls kommen! Abstieg wie Aufstieg.

Auf Jennerweins Spuren - Rauf auf die Bodenschneid!

Die Wanderung auf die Bodenschneid
Eines der größten Gipfelkreuze Bayerns: das Bodenschneid-Kreuz. © Simon Schmalzgruber
Die Wanderung auf die Bodenschneid
Über den Rinnerspitz hinweg hat man einen tollen Tiefblick auf nahezu den ganzen Tegernsee mit Rottach-Egern am Süd- und Bad Wiessee am Westufer. © Simon Schmalzgruber
Die Wanderung auf die Bodenschneid
Hier irgendwo liegt der Sterbeort von Georg Jennerwein. © Simon Schmalzgruber
Die Wanderung auf die Bodenschneid
Vom Osten grüßen Breiten- (links) und Wendelstein, die sich hinter der Bercherspitz erheben. © Simon Schmalzgruber
Die Wanderung auf die Bodenschneid
Auf den Spitzingsee lässt sich auch ein Blick erhaschen. Dahinter baut sich die Rotwand auf. © Simon Schmalzgruber
Die Wanderung auf die Bodenschneid
Wäre das Hintere Sonnwendjoch nicht da, hätte man einen weitaus umfassenderen Ausblick auf die Hohen Tauern. © Simon Schmalzgruber
Die Wanderung auf die Bodenschneid
Sieht man in den Süden, bauen sich dort als erstes der Österreichische (links) und der Bayerische Schinder auf. © Simon Schmalzgruber
Die Wanderung auf die Bodenschneid
Von der Bodenschneid sehr gut zu sehen: das Rofangebirge mit dem Guffert. © Simon Schmalzgruber
Die Wanderung auf die Bodenschneid
Juifen (links) und Demeljoch sind die ersten Vorläufer des Karwendel, dessen Hauptkamm heute von den Wolken verdeckt wird. © Simon Schmalzgruber
Die Wanderung auf die Bodenschneid
Zwischen Setz- (links) und Wallberg und erhebt sich der Buchstein. © Simon Schmalzgruber

Simon Schmalzgruber

Quelle: rosenheim24.de



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