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Schäden verhindern oder mindern

Gewitter, Hagel und Sturm: So macht ihr Haus und Wohnung unwettersicher

Collage: Ein Haus bei Gewitter/Hagel
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Hagel, Sturm und Starkregen können Häuser oft schwer beschädigen. Deshalb sollte man seine Immobilie vorher gewittersicher machen.

Viele Schäden durch Gewitter und Sturm am Haus lassen sich verhindern - oder zumindest mindern. Oft helfen schon einige einfache Handgriffe, um unnötige Windschäden zu vermeiden. Wir geben Euch in diesem Artikel Tipps, wie Ihr Euer Haus unwettersicher machen könnt.

Um zu wissen, wie weit ein Gewitter entfernt ist und wieviel Zeit noch zum Aufräumen ist, gilt eine einfache Faustregel: Ist Donner zu hören, ist ein Gewitter weniger als zehn Kilometer entfernt. Der Abstand lässt sich so abschätzen: Die Sekunden zwischen Blitz und Donner zählen und durch drei teilen. Das Ergebnis ergibt die Distanz in Kilometern. Bei zehn Sekunden und weniger besteht Lebensgefahr, erklärt der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE). Die Experten raten, schon beim Wahrnehmen des Donners Aktivitäten im Freien einzuschränken. Ein Gewitter ist vorbei, wenn man 30 Minuten lang keinen Donner hört.

Fenster, Roll- und Fensterläden schließen

Es macht Sinn, während eines Sturms die Rollläden zu schließen. Allerdings müssen sie komplett geschlossen werden - oder man lässt die Rollläden dann besser doch ganz offen, rät Prof. Norbert Gebbeken, Statiker und Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau. Die halbe Stellung ist keine Option. „Da sonst der Wind zwischen die nur halb geschlossenen Läden und das Fenster dringt und den Rollladen aus der Führung drückt.“ Der Experte rät auch, alle Fenster und Türen - sogar im Keller - zu schließen.

Was lose ist, wegräumen

Oft sind es nicht die tief verwurzelten Bäume, die im Sturm fallen und Schäden verursachen. Es sind lose Gegenstände - die herumliegen und bei Sturm zu Geschossen werden können. Selbst der leere Blumentopf auf der Balkonbrüstung oder eine kleine herumliegende Gartenschaufel können abheben und mit großer Wucht in Häuser einschlagen und Fenster zerschlagen. Daher rät die Verbraucherzentrale NRW vor einem Sturm auch zum scheinbar banalen Aufräumen von selbst kleinen Gegenständen.
Und: Sichert Eure Mülltonne und parkt Euer Auto unter Umständen um. Es sollte nicht unter hohen Bäumen oder in der Nähe von Häusern stehen. Herabfallende Äste oder Dachpfannen könnten das Auto beschädigen.

Was locker ist, am Haus befestigen

Windböen können zum Beispiel Vordächer, Dachrinnen, Fensterläden, Verkleidungen am Balkongeländer und Markisen losreißen, wenn diese nicht ausreichend befestigt sind oder sich im Laufe der Jahre gelockert haben.

Man könne diese Teile natürlich nicht vor jedem Sturm demontieren, so die Verbraucherzentrale NRW. Aber man könne sie sichern. Etwa die Fensterläden durch stabile Verankerungen der Scharniere. Jetzt ist noch Zeit, das zu überprüfen und gegebenenfalls in den Baumarkt zu fahren.

Alte Schwachstellen beseitigen

Ein Risikofaktor sind alte Sturmschäden, die bisher nicht beseitigt wurden. Starke Winde können bereits gelockerte Dachziegel, Schindeln oder Verkleidungen an Gauben und Giebeln abstürzen lassen. Nicht alles davon kann man vielleicht auf die Schnelle noch sichern. Was man aber tun kann: Eine mit Laub und Unrat vom letzten Sturm verstopfte Regenrinne freiräumen. Sie läuft bei starkem Regen über und beschädigt die Fassade.

Rückstauklappen kontrollieren

Bei einem Gewitter können große Regenmengen in kurzer Zeit fallen - man spricht dann vom Starkregen. Böden und Kanalisation haben Probleme, diese Wassermengen aufzunehmen und so kann es sein, dass sich das Wasser durch die Abflüsse ins Haus drückt.
Eine Rückstauklappe, die mancherorts sogar vorgeschrieben ist, verschließt von unten die Rohre. Deren Funktionsfähigkeit sollte man bei einer entsprechenden Wetterwarnung noch mal überprüfen, rät das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).

Problematische Stoffe aus Keller räumen

Auch wenn man sich verständlicherweise auf das konzentrieren möchte, was einem am Herzen liegt - etwa die geliebten Fotoalben zu retten - sollte man sich bei einer möglichen Starkregen-Warnung zuerst um Gefahrenpotenziale im Haus kümmern. So sollte man in den besonders bedrohten Räumen alles heraus räumen, was möglich ist. Das gilt besonders für gefährliche Stoffe und Chemikalien wie Benzin und Öl, Pflanzenschutzmittel, aber auch Farben, so das BBK. Diese sollten nicht ins Wasser gelangen, passiert das doch, muss die Feuerwehr zur Beseitigung anrücken.
Dazu gehört auch, dass der Tank für Heizöl gegen Auftrieb gesichert sein muss. Notfalls sollte er an der Wand verankert oder mit Ballast beschwert werden.

Ein einfacher Tipp ist auch das grundsätzliche Umräumen des Kellers: Viele Gegenstände können ein paar Zentimeter Wasser durchaus überleben, dafür sollten sie nicht auf dem Boden, sondern auf höher gelegenen Regalen stehen. Das gilt auch für Elektrogeräte, die etwa auf Podesten stehen können.

Strom abschalten

In den Räumen, die am ehesten bei Starkregen geflutet werden können, sollten elektrische Geräte und auch die Heizung vom Stromnetz genommen werden. Wenn der Ernstfall eintritt, den Sicherungsschalter für das gesamte Haus umlegen.
Denn wenn es im Wasser zu einem Kurzschluss kommt, ist das später beim Aufräumen eine tödliche Gefahr. Und hindert daran, schnell reagieren zu können. Denn bevor die überfluteten Räume betreten und wenigstens ein paar Sachen gerettet werden können, müssen erst Feuerwehr oder Energieversorger gerufen werden. Das kostet wertvolle Zeit.

Vor allem sollte man wissen: Selbst Sicherungen, die normalerweise vor elektrischen Schlägen schützen, seien meistens nicht mehr wirksam, nachdem sie mit Wasser in Berührung gekommen sind. Das erklärt die Initiative Elektro+, ein Zusammenschluss der Elektrobranche.

Blitzschutz für bestimmte Häuser

Ein Blitzschutz ist aktuell zwar nur für bestimmte Gebäudearten Pflicht, wie zum Beispiel Häuser mit einer Höhe von über 20 Metern oder in exponierter Lage. Jedoch machen immer mehr Versicherungen ihre Entschädigungsleistungen von der Installation abhängig. Diese besteht aus zwei Ebenen: der äußeren Blitzschutzanlage, welche die Spannung eines direkten Blitzeinschlags ins Erdreich ableitet und der inneren Anlage, die Überspannungsschäden vorbeugt. Letztere können selbst noch von Blitzen in über zwei Kilometern Entfernung ausgelöst werden.

Gewitterschäden: Welche Versicherung zahlt?

Bei einem Gewitter können Schäden durch Blitzeinschläge, Sturm, Hagel oder Überschwemmungen entstehen. Verschiedene Versicherungen haften für unterschiedliche Schäden. Es kommt also darauf an, was genau durch das Unwetter kaputt geht. Die Liste unterhalb gibt Euch einen Überblick, welche Versicherung welchen Gewitterschaden übernimmt:

  • Schäden am Gebäude: Wohngebäudeversicherung
  • Schäden an Wohnungseinrichtung oder Wertgegenständen im Haus: Hausratversicherung (Tipp: Prüft, ob Überspannungsschäden mitversichert sind.)
  • Personenschäden und Schäden an Sachen Dritter, die der Haus- oder Grundstückbesitzer verschuldet hat: Privathaftpflichtversicherung des Haus- oder Grundstückbesitzers
  • Schäden am Auto: Kfz-Versicherung (Teilkasko und Vollkasko)

Wenn eine Person durch ein Gewitter verletzt oder vom Blitz getroffen wird, wähle sofort den Notruf über die 112 und leiste Erste Hilfe. Personen, die einen Blitzschlag erlitten haben, können problemlos angefasst werden.

lh

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