DAK warnt vor Unterversorgung

Corona könnte für mehr Fuß-Amputationen sorgen: DAK warnt vor gefährlichem Nebeneffekt für Zuckerkranke

Bluttest für Diabetes am Finger
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Corona in Hessen: Zuckerkranke in Gefahr laut DAK. (Symbolbild)

Corona scheint in Hessen einen gefährlichen Nebeneffekt zu haben. Die DAK rechnet mit einem Anstieg der Spätfolgen von Zucker-Erkrankungen.

  • Corona* hat auch gefährliche Nebeneffekte: Einer davon betrifft Zuckerkranke.
  • Die DAK hat in Hessen eine Sondererhebung durchgeführt.
  • Es könnte in Zukunft zu mehr Fußamputationen kommen.

Kassel - Das Corona-Virus stellt nicht nur unmittelbar eine Gefahr für die Gesundheit dar. Immer mehr gefährliche Nebeneffekte des Lockdowns und der Corona-Angst treten zur Tagen. Das bestätigt auch eine Sondererhebung unter den Versicherten der DAK-Hessen.

Die Studie zeigt, dass während der Corona-Pandemie deutlich weniger Menschen in Behandlungsprogramme gegen Zucker-Krankheiten wie Diabetes aufgenommen wurden. Die DAK Hessen sieht hierdurch die Gefahr eines Anstieges der schweren Folgeerkrankungen.

Zucker in Hessen: Corona sorgt für Unterversorgung der Kranken

Die DAK Hessen hat eine Corona-Sonderauswertung unter ihren Mitgliedern gemacht. Dabei kam heraus, dass bereits im ersten Quartal 2020 die Zahl der Patienten, die an einem Behandlungsprogramm für Zucker-Erkrankte teilnehmen, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 23 Prozent sank.

Im dritten Quartal des Jahre 2020 waren es sogar 31 Prozent weniger Patienten. Auch für das vierte Quartal wird mit einem starken Rückgang gerechnet. Datengrundlage bilden die DAK-Versicherten in Hessen.

  • DAK-Gesundheit
  • Gründung: 1. Juli 2016
  • Sitz: Hamburg
  • Versicherte: 3,6 Millionen (Stand: März 2020)

Corona in Hessen: Unterversorgung von Zuckerkranken stellt Gefahr dar

Bei chronischen Zucker-Erkrankungen wie Diabetes reicht eine „normale“ ärztliche Betreuung häufig nicht aus. Deshalb gibt es extra Programme für diese Patienten, sogenannte Disease Management Programme (DMP). Ohne die Teilnahme werden die Folgeerkrankungen um einiges Wahrscheinlicher.

„Wenn die Patienten beim DMP nicht mitmachen, weil sie aus Angst vor Corona nicht in die Praxen kommen, dann riskieren sie mittel- bis langfristig schwere Folgeerkrankungen. Wir befürchten für die Zukunft eine spürbare Zunahme an Fußamputationen“

Sötkin Geitner - Leiterin der DAK-Landesvertretung in Hessen.

Die DAK-Gesundheit fordert alle Diabetiker auf, ihre Behandlungen während der Corona-Pandemie weiterzuführen. Nur so können schwere Spätfolgen verhindert werden. Die Hygiene-Konzepte der Arzt-Praxen seien zudem so gut, dass eine Angst vor dem Arztbesuch unbegründet sei.

Zucker in Deutschland: 7 Millionen Menschen sind erkrankt

Laut den Experten gebe es verschiedenste Möglichkeiten, die es ermöglichen, den Erkrankungsprozess von Zucker-Erkrankungen wie Diabetes zu verlangsamen, zu stoppen oder sogar umzukehren. Doch dafür müssen diese auch wahrgenommen werden. Für den fortdauernden Erfolg dieser Programme sei es notwendig, dass Menschen keine Angst vor einer Corona-Infektion beim Arzt haben.

Aktuell sind rund 7 Millionen Menschen in Deutschland an Zucker erkrankt. Die meisten Patienten leiden an einer Typ-2-Diabetes-Erkrankung. Dieser Typ wird auch Alterszucker genannt. Um das eigene Risiko-Level für eine Zucker-Erkrankung zu ermitteln, hat die DAK einen eigenen Online-Test auf ihrer Webseite zur Verfügung gestellt. (Lucas Maier) *hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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