Finanzen

Homeoffice in der Corona-Krise: Was Sie von der Steuer absetzen können – und was Sie dabei beachten müssen

Viele Menschen arbeiten in der Corona-Pandemie im Homeoffice. Das sollten sie bei der Steuererklärung beachten. 

  • In der Corona*-Krise nutzen viele Arbeitnehmer das Homeoffice, um von zu Hause aus zu arbeiten.
  • Doch im Homeoffice fallen Kosten an. Diese können von der Steuer abgesetzt werden.
  • Was Sie bei der Steuererklärung* beachten sollten.

Frankfurt – Seit Beginn der Corona-Pandemie nimmt Homeoffice einen deutlich größeren Stellenwert im Alltag ein. Durch die pandemische Lage arbeiten viele Menschen von zu Hause aus - und das oftmals, obwohl sie dort keinen Arbeitsplatz haben. Deshalb hat die Politik eine Homeoffice-Pauschale* beschlossen. Sie beträgt fünf Euro täglich, maximal 600 Euro jährlich. Das spielt auch bei der Steuererklärung eine Rolle. Die Pauschale ist zunächst auf zwei Jahre begrenzt.

Homeoffice in Corona-Krise: Was kann ich steuerlich absetzen?

Vor der Corona-Krise haben die Finanzämter in Deutschland in deutlich weniger Fällen ein Arbeitszimmer für eine steuerliche Absetzung anerkannt. Dieses Privileg war Berufsgruppen vorbehalten, die nicht alle Aufgaben im Arbeitsalltag an ihrem Arbeitsplatz erledigen konnten, wie beispielsweise Lehrer. Das hat sich verändert: Um das Arbeitszimmer in der Steuer geltend machen zu können, müssen allerdings drei Bedingungen erfüllt sein.

  • Eindeutige Ansage: Vonseiten des Chefs muss Homeoffice angeordnet worden sein. Eine reine Empfehlung vom Arbeitgeber reicht dafür nicht aus. Eine schriftliche Bestätigung ist sinnvoll.
  • Räumliche Trennung: Beim Arbeitszimmer muss es sich um einen geschlossenen Raum handeln. Dies unterscheidet sich zum Beispiel von einem Schreibtisch im WG-Zimmer oder der Arbeitsecke im Aufenthaltsraum.
  • Prozentuale Flächennutzung: Das Arbeitszimmer, was räumlich getrennt sein muss, darf maximal zu neun Prozent in privatem Gebrauch sein. „Wenn nur ein Schlafsofa drinsteht, kann das schon den Steuerabzug gefährden“, erklärt Aenne Riesenberg, Expertin bei „Stiftung Warentest“, dem „Spiegel“. Sie empfiehlt das Arbeitszimmer in Fotos festzuhalten.

Homeoffice: So setzen Sie Ihr Arbeitszimmer von der Steuer ab

Sind diese drei Voraussetzungen erfüllt, können die durch das Arbeitszimmer angefallenen Kosten anteilig berechnet werden. Beispielhaft dafür ist eine 80 Quadratmeter große Wohnung, die ein Arbeitszimmer von zwölf Quadratmetern hat - das sind 15 Prozent der Wohnfläche. Somit können 15 Prozent der Miete, inklusive der Nebenkosten wie Strom, bei der Steuererklärung angegeben werden.

Homeoffice in der Corona-Krise: Bei der Steuererklärung lässt sich Einiges absetzen. (Archivfoto)

Falls zwei Tage in der Woche im Homeoffice gearbeitet wird, ist dieser Betrag auf 1250 Euro gedeckelt. Ab drei Tagen wöchentlich, ist eine volle steuerliche Absetzung möglich. Für Paare ist interessant, dass falls beide Partner im Homeoffice arbeiten und dasselbe Arbeitszimmer nutzen, sie jeweils 1250 Euro bei der Steuer geltend machen können. Das hat der Bundesfinanzhof im Jahr 2017 beschlossen. Weitere Rechenbeispiele hat der „Bund der deutschen Steuerzahler“ veröffentlicht.

Homeoffice ohne Arbeitszimmer: Was steuerlich absetzbar ist

Auch falls kein Arbeitszimmer vorhanden ist, ist es durchaus möglich sogenannte Werbungskosten bei der Steuererklärung anzugeben. Darunter fallen zum Beispiel:

  • Laptop
  • Allgemeines Büromaterial, wie Kugelschreiber, Schreibblöcke, etc.
  • Schreibtisch
  • Stuhl
  • Fachliteratur

Die beschlossene Homeoffice-Pauschale ist allerdings bereits im sogenannten Arbeitnehmerpauschbetrag enthalten. Dieser beträgt 1000 Euro im Jahr. Zusätzliche Werbungskosten anzugeben, lohnt sich nur, falls der Betrag überschritten wird. Dabei gilt: Die Belege aller Materialien sollten aufbewahrt werden, denn in Summe kann sich das lohnen.

Zusätzlich können Telefonkosten steuerlich abgesetzt werden - pauschal zu 20 Prozent und maximal bei 20 Euro monatlich. Falls dieser Betrag überschritten wird, muss das detailliert pro Telefonat protokolliert und dem Finanzamt zugeschickt werden.

Die Bundesregierung hat eine Homeoffice-Pauschale beschlossen. Damit reagierte die Große Koalition auf den Arbeitsalltag vieler Menschen in der Corona-Krise. (Archivfoto)

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