Kommentar von wasserburg24.de-Reporterin Marina Birkhof 

"Bruck'n Wirt" wird italienisch - und wo bleibt der bayerische Biergarten? 

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Wasserburg - Vier Italiener und kein einziger bayerischer Biergarten. wasserburg24.de-Reporterin Marina Birkhof trauert deswegen auch noch vier Jahre nach dem Abriss dem Fletzinger Biergarten nach. 

Das Unterauer-Haus an der Roten Brücke in Wasserburg hat schon viele Gastronomen gesehen. Mit dem neuen Betreiber Enzo de Tursi, dem ehemaligen Wirt des Restaurants am Badria in der Alkorstraße, kehrt das Gebäude zurück zu den Wurzeln: Denn zweimal war das Restaurant bereits in italienischer Hand

Kulinarisches aus aller Welt - nur Bayern kommt zu kurz

Mit de Tursi sind es nun vier Italiener in Wasserburg. Die beiden Betriebe der Geschwister Gianluca und Alessandra Fusaro sind seit Jahren im Herzen der Altstadt etabliert und auch das Restaurant "Perla di Calabria" in der Schustergasse gibt es schon lange. 

Freilich wünscht man dem neuen Gastronom an der Innbrücke nur das Beste, was seinen Betrieb angeht - aber ein Tropfen Wehmut schwingt mit, das merkt man im Gespräch mit den Leuten. Und auch ich hätte mir - wie wohl viele Wasserburger auch - eben ein bisserl Abwechslung gewünscht

Naja, ganz so eng kann man es nun auch nicht sehen, schließlich scheint es doch genug Vielfalt zu geben: Es finden sich asiatische, vietnamesische und indische Gastronomien, das Restaurant "Herrenhaus" fährt mit gutbürgerlicher Küche auf, das "Weisse Rössl" bietet kulinarische Schmankerl, das "El Paso" ist in mexikanischer Hand, ein Grieche am Palmanoplatz - um nur ein paar der vielen Gastronomen in der Altstadt zu nennen. 

"In Wasserburg fehlt eindeutig ein bayerischer Biergarten", meint wasserburg24.de-Reporterin Marina Birkhof. 

Fällt Ihnen etwas auf? Richtig, wo bleibt der bayerische, urige Biergarten? Holzstühle mit kleinen Sitzkissen auf knirschendem Kiesboden, große, Schatten spendende Bäume, am besten Kastanien oder Linden, und dazu ein süffiges Bier im Freien genießen bis es dunkel wird - das ist es doch, was in Wasserburg fehlt und was immer wieder im Rahmen von Bürgerversammlungen angesprochen wird. 

Ich wurde schon oft von Touristen gefragt, wo man denn in Wasserburg in einem richtig schön bayerischen Biergarten vespern kann. Und jedes Mal tut es mir weh, wenn ich ihnen offenbaren muss, dass es einen echten Biergarten bei uns nicht gibt

Ausgerechnet in Wasserburg, deren Altstadtbauten noch von früheren Brauereien zeugen, existiert kein Biergarten - oder besser gesagt, keiner mehr: Denn mit dem Abriss des Fletzinger Areals und dem Bau von Wohnungen vor einigen Jahren, was vielen Wasserburgern noch heute sauer aufstößt, verschwand auch ein Stück bayerische Gemütlichkeit aus der Innstadt. 

Alternativen für einen neuen Biergarten? Gibt es nicht! 

Aller Bemühungen der übrigen Gastronomen zutrotz - den Fletzinger Biergarten kann keiner so richtig ersetzen, er hinterlässt eine gastronomische Lücke. Doch woher einen neuen Standort nehmen? Eine Alternative ist - so bitter es ist, das sagen zu müssen - leider nicht in Sicht

Hätte das Areal damals nicht den Baggern weichen müssen, so könnten wir noch heute im gemütlichen Biergarten unter den Bäumen den Abend ausklingen lassen. Und "Fletzi", der älteste Wasserburger, würde noch immer im wahrsten Sinne des Wortes "unter uns" weilen und über den den einzigen bayerischen Biergarten in der Innstadt wachen

Ihre Meinung ist gefragt: 

Verfasst von Marina Birkhof (marina.birkhof@ovb24.de)

Dieser Kommentar muss nicht die Ansicht der gesamten Redaktion widerspiegeln.

Quelle: rosenheim24.de

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