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Der Absturz des Ölpreises bringt Freud und Leid

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Der Verfall des Ölpreises in den letzten Monaten war rasant - seit Mitte letzten Jahres hat sich die Notierung für ein Barrel der Sorte Brent mehr als halbiert.

Zeitweise ist der Kurs sogar unter die Schwelle von 50 US-Dollar gefallen. Was zunächst noch wie eine kurzfristige Korrektur aussah, hat sich inzwischen verfestigt und mittlerweile glauben die wenigsten Analysten an eine baldige Erholung.

Silvia Göschel von der Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost eG

Ein derart rascher Absturz eines wichtigen Energierohstoffes ist nicht nur ungewöhnlich - er hat auch Konsequenzen. Wie so oft, gibt es Gewinner und Verlierer. Zu den Verlierern zählen ausgewählte Staaten Lateinamerikas, denen eine wichtige Einnahmebasis wegbricht, ebenso wie die Ölproduzenten im arabischen Raum. Allerdings haben die Staaten der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) durch ihren Beschluss, die Förderquoten stabil zu halten, die Situation bewusst mit verantwortet. 

Ihr Ziel: Durch den niedrigen Ölpreis sollen Länder, in denen die Förderkosten wesentlich höher sind aus dem Markt gedrängt werden. Die Angebotsverknappung soll dann wieder zu steigenden Preisen führen. Diese Rechnung ist jedoch noch nicht aufgegangen.

Je länger die Notierungen niedrig bleiben, umso größer wird die Belastung für Volkswirtschaften, die stark von Ölexporten abhängen. Besonders problematisch ist der Verfall für Russland, das zudem noch von den westlichen Staaten wegen der Ukraine-Krise sanktioniert wird. Allein aufgrund des gesunkenen Ölpreises wird mit einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes von 3,9 Prozent gerechnet.

Auf der anderen Seite gibt es natürlich die Gewinner der Ölpreiskrise. Dazu gehören grundsätzlich alle Staaten, die unterm Strich das schwarze Gold importieren. Was für viele Länder Europas schon positiv ist, ist besonders für einige Schwellenländer ein wahrer Segen. 

Die niedrigen Notierungen sind jedoch nicht nur volkswirtschaftlich von Bedeutung, sondern haben auch starke Auswirkungen auf die Unternehmenslandschaft. Große Ölkonzerne wie Exxon, Shell oder BP verzeichnen massive Gewinneinbußen und fahren ihre Investitionen zurück. Auch Konsolidierung ist ein Thema. So hat beispielswiese Halliburton, Nummer zwei unter den US-Öldienstleistern und - ausrüstern, für rund 35 Milliarden Euro mit Baker Hughes die Nummer drei der Branche geschluckt.

Und Schlumberger, die Nummer eins der Branche, hat den Abbau von 9.000 Stellen angekündigt, nachdem der Gewinn im vierten Quartal um 82 Prozent eingebrochen war. Abschreiben sollte man die Branche indes nicht. Unter den Ölkonzernen gibt es eine ganz Reihe Namen, die derzeit niedrig bewertet sind und darüber hinaus ordentliche Dividenden zahlen. Genau diese Titel dürften ihr Comeback feiern, wenn der Ölpreis wieder dreht.

Doch auch bei den Unternehmen gilt: Des einen Leid ist des anderen Freud. Freuen können sich die Airlines und andere energieintensive Sektoren wie die Automobilindustrie oder die Chemiebranche. Uneingeschränkt freuen können sich die Verbraucher, die jetzt mehr Geld in der Tasche haben, da sowohl das Heizen wie auch das Tanken deutlich billiger geworden sind.

Analysten rechnen damit, dass der Ölpreis vor dem Hintergrund einer allmählich steigenden Nachfrage und eines rückläufigen Angebotes nur langsam steigen wird. Für das Jahresende wird ein Preis von 70 US-Dollar erwartet.

Silvia Göschel

Privatkundenbetreuerin            

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Rubriklistenbild: © Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost eG

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