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Kreuzfahrt-Experte warnt: Durch Coronavirus abgesagte Reisen bis 3,6 Mio. Euro teuer

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Viele Kreuzfahrtschiffe bleiben aufgrund des Coronavirus derzeit leer. (Symbolbild)

Die Ausbreitung des Coronavirus versetzt die Kreuzfahrt-Branche in Aufruhr: Ein Experte erklärt, warum jede abgesagte Reise enorme Kosten mit sich bringen könnte.

  • Durch den Ausbruch des Coronavirus leidet auch die Tourismusbranche.
  • Vor allem Kreuzfahrten könnten abgesagte Reisen hart treffen.
  • Ein Experte spricht von drei bis vier Millionen Euro an finanziellem Schaden pro abgesagter Reise.

Kreuzfahrten betroffen von Coronavirus: Jede abgesagte Reise kostet Millionen von Euro

Durch das Coronavirus werden Kreuzfahrten* derzeit deutlich beeinträchtigt. Viele Fahrten von und nach China wurden abgesagt. Passagiere und Crewmitglieder werden harten Kontrollen unterzogen, bevor Kreuzfahrten in bestimmte Regionen starten. Auch finanziell könnte das krasse Auswirkungen auf die Branche haben. "Nach unserer Rechnung beläuft sich jede verlorene Kreuzfahrt-Reise auf drei bis vier Millionen Dollar an Einnahmen", erklärte James Hardiman, Geschäftsführer der Aktienforschung von Wedbush Securities, gegenüber dem Portal Yahoo Finance.

Kreuzfahrten wurden bereits von Royal Caribbean abgesagt. Das Unternehmen fährt derzeit nicht Shanghai an, ebenso wenig starten dort Reisen. Auch Carnival Cruise Lines hat bereits vier seiner geplanten Reisen in der Region gecancelt. Diese Stornierungen könnten sich laut dem Experten negativ auf die Gewinne der Kreuzfahrt-Unternehmen auswirken. "Es hat einen materiell negativen Einfluss auf die Einnahmen einiger dieser Kreuzfahrtgesellschaften", so Hardiman.


Lesen Sie hier: Coronavirus: Auswärtiges Amt warnt Urlauber vor Reisen in bestimmte Regionen.

Nicht nur Kreuzfahrt-Industrie leidet unter Coronavirus

Er geht davon aus, dass der gesamte Tourismussektor weltweit derzeit unter den Auswirkungen des Coronavirus leide, da viele Menschen ihre Reisen momentan reduzieren. So haben auch Fluggesellschaften und Flughäfen mittlerweile auf das Virus reagiert. Es sei aber schwierig, das Ausmaß der durch das Coronavirus verursachten Schäden einzuschätzen.

Aktuell melden die Behörden weltweit mehr als 77.00 Infizierte durch das Coronavirus. Die Zahl der Coronavirus-Toten liegt derzeit bei 132 Personen.

Video: Coronavirus-Verdacht - Über 6000 Menschen sitzen auf Kreuzfahrtschiff fest

Auch interessant: "Als würden wir auf Selbstmordmission gehen" - Crew-Mitglied über Coronavirus auf Kreuzfahrt.

sca

Kreuzfahrten: Wie umweltfreundlich und vertretbar sind sie wirklich?

Die Kreuzfahrt ist eine beliebte Urlaubsform mit seit Jahren steigenden Passagierzahlen.
Die Kreuzfahrt ist eine beliebte Urlaubsform mit seit Jahren steigenden Passagierzahlen. © Andrea Warnecke
In Norwegen sollen strenge Umweltschutzgesetze unter anderem die sensible Fjordlandschaft schützen.
In Norwegen sollen strenge Umweltschutzgesetze unter anderem die sensible Fjordlandschaft schützen. © Hurtigruten
Kraftstoff bunkern: Auch das Tankschiff für die "Aida Nova" wird mit LNG aus Terminals in Barcelona und Teneriffa angetrieben.
Kraftstoff bunkern: Auch das Tankschiff für die "Aida Nova" wird mit LNG aus Terminals in Barcelona und Teneriffa angetrieben. © Juanjo Martinez
Die "Aida Nova" von Aida Cruises ist das erste Kreuzfahrtschiff der Welt, das im Hafen und auch auf See hauptsächlich mit Flüssigerdgas (LNG) angetrieben wird.
Die "Aida Nova" von Aida Cruises ist das erste Kreuzfahrtschiff der Welt, das im Hafen und auch auf See hauptsächlich mit Flüssigerdgas (LNG) angetrieben wird. © Juanjo Martinez
Felix Eichhorn ist Präsident der Reederei Aida Cruises.
Felix Eichhorn ist Präsident der Reederei Aida Cruises. © Andrea Warnecke
Daniel Skjeldam ist CEO der norwegischen Reederei Hurtigruten.
Daniel Skjeldam ist CEO der norwegischen Reederei Hurtigruten. © Hurtigruten
Kreuzfahrtschiffe gelten vielen als "Dreckschleudern", die die Umwelt verschmutzen.
Kreuzfahrtschiffe gelten vielen als "Dreckschleudern", die die Umwelt verschmutzen. © Philipp Laage
Umweltschutz ist besonders in ökologisch sensiblen Gegenden wie hier in der Arktis wichtig.
Umweltschutz ist besonders in ökologisch sensiblen Gegenden wie hier in der Arktis wichtig. © Verena Wolff
Mit der "Roald Amundsen" von Hurtigruten geht das erste Hybrid-Expeditionsschiff an den Start.
Mit der "Roald Amundsen" von Hurtigruten geht das erste Hybrid-Expeditionsschiff an den Start. © Hurtigruten
Die meisten Kreuzfahrtschiffe fahren mit Schweröl, dem Überrest aus den Erdölraffinerien.
Die meisten Kreuzfahrtschiffe fahren mit Schweröl, dem Überrest aus den Erdölraffinerien. © Andrea Warnecke

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