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Checkliste: Wann vor Ort sein? Was tun, wenn die Zeit zum Abflug immer knapper wird?

Vorbereitung, Check-In, Handgepäck: Reiseexpertin beantwortet die wichtigsten Fragen zum Flughafen-Chaos

Collage: Flughafenchaos/Yvonne Wieland, Inhaberin der Reiseagentur travel and more
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Yvonne Wieland, Inhaberin der Reiseagentur travel and more, gibt Tipps wie man sich am besten auf eine Flugreise vorbereitet.

Mit dem Flugzeug verreisen gleicht derzeit einem Abenteuer: Flugausfälle, Verspätungen, verlorene Koffer, überlastetes Personal. Ein Ende des Wahnsinns ist derzeit nicht abzusehen. Lufthansa-Chef Carsten Spohr glaubt an einen reibungslosen Betrieb erst wieder im Winter. Bis dahin heißt es Nerven bewahren. Die Reiseexpertin Yvonne Wieland gibt Tipps, was man sonst noch beachten sollte, um gut am Reiseziel anzukommen - und auch wieder daheim.

Chaos an den Flughäfen wohin man sieht - Warteschlangen vor dem Security-Check-In über hunderte von Metern, Koffer, die einfach nicht ausgeladen werden, überforderte Mitarbeiter und frustrierte Passagiere. Der langersehnte Start in den Urlaub kann zur nervlichen Zerreißprobe werden. Vieles, wie annullierte Flüge, hat man selbst nicht in der Hand. Dennoch kann man sich als Reisender auch vorbereiten, um Stress zu vermeiden, wie Yvonne Wieland, Inhaberin der travel and more Reiseagenturen Raubling und Bad Aibling, weiß:

Checkliste für den Abflug aus Deutschland

  • Bei den Airlines und der Reisebuchung die Handynummer hinterlassen: So wird man bei Unregelmäßigleigen schnell informiert
  • Auf den Websites der Airlines den Status des Flugs im Blick haben, ebenso die Websites der Flughäfen
  • Die „Flight-Radar“ App aufs Smartphone laden, hier kann man die Flugnummer zur Abflugbeobachtung eingeben. Sollte die gebuchte Airline eine App haben, lohnt es sich auch hier die App runterzuladen und Push-Mittelungen zu erlauben.
  • Unbedingt online einchecken!
  • Gegebenenfalls den Vorabend-Check-In nutzen, das macht sich vor allem in Stoßzeiten bezahlt
  • Übergepäck vermeiden oder vorher anmelden
  • Vollständigkeit der Reiseunterlagen (Ausweis, Tickets) checken, die Reiseunterlagen griffbereit halten.
    TIPP: Einige Airlines (zb Lufthansa) bieten eine digitale Dokumentenprüfung an
  • Snacks einpacken und wichtige Medikamente ins Handgepäck geben. Das Handgepäck sollte auch Kleidung für den ersten Tag am Urlaubsort enthalten. Es kommt europaweit zu Ladeverzögerungen bei den Koffern, dadurch kann es zu verspäteten Zustellungen kommen.
  • Das Handgepäck so anpassen, dass man zügig durch die Sicherheitskontrolle kommt.
  • Frühzeitig am Flughafen erscheinen, vor allem, wenn man noch Gepäck aufgeben will. Empfehlung der Reiseexpertin: unbedingt 90 min. Reservezeit zu den offiziellen Empfehlungen einkalkulieren.
  • TIPP: Wer von München aus abfliegt, der sollte auf jeden Fall vier Stunden vorher vor Ort sein, rät Yvonne Wieland. Kleinere Flughäfen, wie Memmingen, Salzburg oder Innsbruck sind etwas weniger betroffen.

Quelle: travel and more Reiseagentur

Reisende stehen in langen Schlangen vor der Sicherheitskontrolle im Flughafen Hamburg.

Was tun...

...wenn ich in der Schlange vor dem Security-Check-In stehe, die Zeit bis zum Abflug immer knapper wird, so dass ich vermutlich meinen Flug verpasse?

Reiseexpertin Yvonne Wieland: Die anderen Passagiere bitten vorgelassen zu werden; Aktuell sind auch viele Ansprechpartner an den Flughäfen um zu unterstützen.

...wenn ich meinen Flug verpasse, aufgrund der massiven Probleme vor Ort?

Reiseexpertin Yvonne Wieland: Bei einem „Nur Flug“ muss die Airline den Flug umbuchen; dies macht normalerweise das Personal am Flughafen. Bei Pauschalreisen muss der Reiseveranstalter über die Notfall-Nummern kontaktiert werden.

...um zu beweisen, dass ich rechtzeitig am Flughafen war und nicht Schuld bin, dass ich den Flieger verpasst habe?

Reiseexpertin Yvonne Wieland: Beweisen immer mit einem Selfie und einer Uhrzeit im Hintergrund, zusätzlich noch Namen und Adressen von ebenfalls Betroffenen notieren, die als Zeugen dienen können.

Checkliste für den Rückflug aus dem Urlaubsziel:

  • Rückflug- und Transferzeiten im Blick haben
  • Auch hier gilt: Abflugzeiten und Informationen in der App „Flight-Radar“ beobachten
  • Längere Wartezeiten am Flughafen einkalkulieren und das Handgepäck entsprechend anpassen. TIPP: Ausreichend Flüssigkeit trinken, gerade wenn man von Griechenland, Spanien, der Türkei etc. nach Hause fliegt ist es oft sehr heißt, hier sollte man sich in der Warteschlange mit genügend Getränken versorgen.
  • Übergepäck vermeiden oder anmelden
  • Vollständigkeit der Reiseunterlagen checken und diese bereit halten
  • Nach dem Check-In unmittelbar zum Abfluggate gehen und sich einen Warteplatz sichern
  • Beim Ausstieg, sowie am Ankunftsflughafen in Deutschland ist mit Verspätungen oer Verzögerungen zu rechnen, die Koffer können bis zu 90 Minuten auf sich warten lassen. Informiert Eure Abholer rechtzeitig über mögliche Verspätungen
  • Wer mit dem Zug nach Hause fährt, sollte sich über entsprechende Verbindungen informieren. Durch das 9-Euro-Ticket sind gerade Regionalzüge oft überlastet und teilweise sind zu Stoßzeiten keine Zustiegsmöglichkeiten garantiert.

Quelle: travel and more Reiseagentur

Hauptgrund für das Durcheinander: Personalmangel

Die Gründe für das Chaos an den Flughäfen haben unterschiedliche Ursachen: zum einen Personalmangel. Verschiedene Punkte des Reiseprozesses sind dadurch empfindlich gestört: Von der Passagierkontrolle über die Flugzeugabfertigung bis hin zu den Flugbegleitern, überall fehlen die Leute, die sich in der Pandemie andere Jobs gesucht haben. Zum anderen streikt das Personal einiger Airlines wie Ryanair, Easyjet oder Lauda-Air, was die Situation zusätzlich verschärft. Zudem klagen einige Airports über einen außergewöhnlich hohen Krankenstand beim Personal, auch coronabedingt, der nur schwer auszugleichen sei. Kurzfristige Abhilfe für den Personalmangel an deutschen Flughäfen hatte die Bundesregierung vergangene Woche in Aussicht gestellt: Sie will für Tausende ausländische Aushilfskräfte die Einreise ermöglichen.

Gelassenheit beim Flughafen München: „Wir sind nicht so schlecht aufgestellt.“

Der Flughafen München sieht dem Start in die bayerischen Sommerferien im August relativ gelassen entgegen. Ein Chaos wie an anderen Airports soll es nicht geben: „Wir unternehmen alles, damit das nicht passiert“, sagte Flughafensprecher Ingo Anspach. Die dynamische Entwicklung stelle Flughäfen von London über Amsterdam bis zu deutschen Flughäfen vor Probleme, weil an vielen Stellen Personal fehle.
Die Münchner Flughafengesellschaft habe aber, auch dank Kurzarbeit, einen Großteil ihrer Belegschaft halten können - aktuell beschäftigt sie 8700 Mitarbeiter, vor der Krise waren es 10 000. Trotzdem könne es in einzelnen Bereichen kurzfristig zu Engpässen mit großen Auswirkungen auf das gesamte Räderwerk kommen.
Einen großen Vorteil haben die Bayern vor allem bei den Sicherheitskontrollen. Hier werden die Sicherheitskontrollen an den Flughäfen von einem Unternehmen im Besitz des Freistaats durchgeführt, das nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes entlohnt. „Die Fluktuation ist da entsprechend geringer,“ sagte Anspach.

si

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