Einreisestopp für Muslime

Zäher Kampf um US-Einreiseverbot - Gericht setzt Anhörung an

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Demonstranten zeigten am Flughafen von Miami ihren Unmut über die Einreisebeschränkungen. Foto: C.M. Guerrero/El Nuevo Herald/AP
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Demonstranten zeigten am Flughafen von Miami ihren Unmut über die Einreisebeschränkungen. Foto: C.M. Guerrero/El Nuevo Herald/AP
US-Präsident Donald Trump verkündete am 27.01. weitreichende Einreisebeschränkungen für Bürger aus sieben islamischen Ländern. Foto: Carolyn Kaster/AP
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US-Präsident Donald Trump verkündete am 27.01. weitreichende Einreisebeschränkungen für Bürger aus sieben islamischen Ländern. Foto: Carolyn Kaster/AP
Bei Auseinandersetzungen mit Demonstranten setzten Polizisten am Flughafen von Seattle-Tacoma Pfefferspray ein. Foto: Genna Martin/seattlepi.com
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Bei Auseinandersetzungen mit Demonstranten setzten Polizisten am Flughafen von Seattle-Tacoma Pfefferspray ein. Foto: Genna Martin/seattlepi.com
Auch außerhalb der USA versammelten sich Bürger zu Demonstrationen, wie hier in der Downing Street in London (Großbritannien). Foto: Victoria Jones/PA Wire
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Auch außerhalb der USA versammelten sich Bürger zu Demonstrationen, wie hier in der Downing Street in London (Großbritannien). Foto: Victoria Jones/PA Wire
Trotz der Einreisebeschränkungen konnte dieses irakische Paar aus Bagdad am Dulles Airport in Fairfax, Virginia, einreisen. Es wurde freudig von Demonstranten begrüßt. Foto: Miguel Juarez Lugo/ZUMA Wire
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Trotz der Einreisebeschränkungen konnte dieses irakische Paar aus Bagdad am Dulles Airport in Fairfax, Virginia, einreisen. Es wurde freudig von Demonstranten begrüßt. Foto: Miguel Juarez Lugo/ZUMA Wire
Hisham (l) und Mariam Yasin (M) begrüßten ihre Mutter Najah Alshamieh aus Syrien am Dallas Fort Worth Airport, Texas. Sie wurde zuvor von der US-Einwanderungsbehörde aufgehalten. Foto: Brandon Wade/Star-Telegram
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Hisham (l) und Mariam Yasin (M) begrüßten ihre Mutter Najah Alshamieh aus Syrien am Dallas Fort Worth Airport, Texas. Sie wurde zuvor von der US-Einwanderungsbehörde aufgehalten. Foto: Brandon Wade/Star-Telegram
US-Bundesrichter James Robart kippte in Seattle die Einreisebeschränkungen von Präsident Trump vorläufig. Foto: Greg Lehman/Whitman College/AP
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US-Bundesrichter James Robart kippte in Seattle die Einreisebeschränkungen von Präsident Trump vorläufig. Foto: Greg Lehman/Whitman College/AP
Protest am Los Angeles International Airport gegen das von US-Präsident Trump unterzeichnete Dekret zum Einreisestopp. Foto: Ryan Kang
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Protest am Los Angeles International Airport gegen das von US-Präsident Trump unterzeichnete Dekret zum Einreisestopp. Foto: Ryan Kang

Ein Ende ist im juristischen Tauziehen um Trumps Einreiseverbot nicht so schnell in Sicht. Alle Augen richten sich nun auf das Berufungsgericht in San Francisco. Aber auch wenn es eine Entscheidung trifft, ist noch nicht das letzte Wort gefallen.

Washington/San Francisco (dpa) - Der erbitterte Rechtsstreit um das von US-Präsident Donald Trump erlassene Einreiseverbot geht weiter. Anwälte des Justizministeriums erklärten, es liege in der Befugnis des Präsidenten zu entscheiden, wer einreisen dürfe und wer nicht.

Der Erlass sei daher rechtmäßig, heißt es in einer Begründung, die das Ministerium am Montagabend (Ortszeit) bei einem Berufungsgericht in San Francisco vorlegte. Das Gericht setzte für heute eine Anhörung an. Es ist wahrscheinlich, dass der Fall am Ende vor dem Obersten Gerichtshof landet.

Beide Parteien sollen am Nachmittag Ortszeit jeweils 30 Minuten Zeit bekommen, um ihre Argumente telefonisch vorzutragen. Auf der einen Seite steht die US-Regierung, auf der anderen stehen die Generalstaatsanwälte von Washington und Minnesota.

Trump hatte Ende Januar einen 90-tägigen Einreisestopp für Menschen aus den islamisch geprägten Ländern Syrien, Iran, Irak, Sudan, Somalia, Libyen und Jemen verfügt.

Am Freitagabend (Ortszeit) setzte ein Bundesrichter in Seattle den Erlass auf Antrag der Justizminister der Bundesstaaten Washington und Minnesota aus. Die US-Regierung legte dagegen Berufung ein. Das Gericht in San Francisco lehnte es aber ab, die Visa-Sperren sofort wieder in Kraft zu setzen. Es wies die Parteien an, ausführliche Argumente vorzulegen.

Anwälte der beiden Staaten warnten am Montag vor Chaos, sollte das Verbot wieder in Kraft treten. Familien würden auseinandergerissen, junge Leute am Studieren gehindert und Unternehmen geschädigt, hieß es in dem insgesamt 32 Seiten langen Papier.

Das Justizministerium erklärte in seiner Antwort, die Staaten hätten nicht die rechtliche Stellung, um Anordnungen anfechten zu können, die die Einwanderung beträfen. Außerdem wiesen die Anwälte die Darstellung zurück, das Verbot ziele auf Muslime ab.

Es war unklar, wann das Gericht nach der Anhörung am Dienstag seine Entscheidung treffen wird. Die Verliererseite hätte dann die Möglichkeit, bis vor den Supreme Court zu ziehen. Das gilt als sehr wahrscheinlich. Dann dürfte es auch um die Frage gehen, ob Trumps Erlass verfassungswidrig ist oder nicht. Die bisherigen gerichtlichen Schritte beziehen sich lediglich darauf, ob die Anordnung umgesetzt werden darf, bevor in der Sache selber entschieden worden ist.

Trump verteidigte seine Politik am Montag erneut. "Wir brauchen starke Programme, so dass den Leuten, die uns lieben und unser Land lieben wollen und unser Land lieben werden, die Einreise erlaubt wird. Nicht den Leuten, die uns und unser Land zerstören wollen", sagte er in einer Rede in Tampa (Florida).

Etliche amerikanische Unternehmen protestierten unterdessen mit einem Brief gegen das Einreiseverbot. Insgesamt unterzeichneten die Stellungnahme 127 amerikanische Unternehmen, angeführt von Tech-Schwergewichten wie Apple, Google, Facebook und Microsoft. Die Unternehmen verurteilten das Einreiseverbot als widerrechtlich.

Trumps Verfügung hatte Hunderte Menschen in Verzweiflung gestürzt und zu chaotischen Szenen auf zahlreichen Flughäfen geführt.

Begründung der Staaten Washington und Minnesota

Weitere US-Firmen protestieren gegen Trumps Einreiseverbot

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