Versprechen von Brasiliens Präsidentin

Rousseff: Geld für Stadien kommt zurück

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Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff

Brasília - Angesichts der Massenproteste in Brasilien ist Staatschefin Rousseff auf die Demonstranten zugegangen. Sie versprach einen "großen Pakt" und auch, dass das Geld für die WM-Stadien zurückkommt.

Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff hat sich die Forderungen der Demonstranten zu eigen gemacht und einen "großen Pakt" für ein besseres Brasilien versprochen. Sie lobte die friedlichen Proteste und verurteilte die Gewalt einer Minderheit, die Chaos in die Städte tragen wolle. "Die Stimme der Straße muss gehört und respektiert werden und kann nicht verwechselt werden mit dem Krach und der Grausamkeit einiger Rabauken", sagte Rousseff am Freitag (Ortszeit) in einer landesweit übertragenen TV-Ansprache. In mehreren Städten gingen unterdessen die Proteste weiter.

Rousseff verspricht Investitionen in Transportwesen, Bildung und Ärzte

Rousseff kündigte einen "großen Pakt" an, um die Mängel im öffentlichen Dienstleistungssystem zu beseitigen. Es solle ein Plan zur Verbesserung des öffentlichen Transportwesen entwickelt, mehr Geld aus den Öleinnahmen in die Bildung investiert und Ärzte aus dem Ausland nach Brasilien geholt werden. Es war die erste öffentliche Reaktion der Präsidentin nach der Protestwelle in der Nacht zum Freitag. Daran nahmen nach aktuellen Zahlen der amtlichen Nachrichtenagentur „Agência Brasil“ fast zwei Millionen Menschen in 438 Städten teil.

Die friedlichen Proteste zeigten „die Kraft unserer Demokratie und den Wunsch der Jugend, dass Brasilien vorankommt“. Die direkte Botschaft der Straße sei friedlich und demokratisch. „Sie fordert einen systematischen Kampf gegen die Korruption und die Veruntreuung öffentlicher Gelder. Alle kennen mich. Davon (von diesem Kampf) werde ich nicht ablassen.“ Zur Korruptionsbekämpfung sei vor allem Transparenz und Strenge wichtig. Sie kündigte an, Gouverneure, Bürgermeister und die Anführer der friedlichen Protestgruppen zusammenzurufen.

Rousseff mahnt angesichts der WM zu "Respekt, Warmherzigkeit und Freude"

Zugleich verwies sie auf die Chance der Fußball-WM 2014. Brasilien sei fünffacher Weltmeister und immer gut empfangen worden. Auch Brasilien müsse seinen Gästen einen großzügigen Empfang bereiten: „Respekt, Warmherzigkeit und Freude - so müssen wir unsere Gäste behandeln. Brasilien wird eine großartige WM ausrichten.“

In der TV-Ansprache garantierte Rousseff auch die Rückzahlung der Gelder, die in die Stadien für die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 investiert wurden. „Das wird ordnungsgemäß von den Firmen und Kommunen gezahlt, die diese Arenen unterhalten werden“, sagte Rousseff. „Ich würde niemals zulassen, dass diese Mittel dem Staatsetat entnommen werden und somit vorrangige Sektoren wie Gesundheit und Bildung einen Nachteil haben.

WM 2014: 18-Jähriger bei Protesten in Brasilien getötet

Wütende Proteste in Brasilien

Erneut Proteste - nur einzelne Zwischenfälle

Am Freitagabend protestierten in mehreren Städten des Landes erneut tausende Menschen gegen Korruption und soziale Missstände. In Barra da Tijuca im Westen Rios, wo derzeit das Olympische Dorf für die Sommerspiele 2016 entsteht, setzte die Polizei kurzzeitig Tränengas ein. Friedliche Protestzüge gab es in Rios bekannten Vierteln Ipanema und Leblon. Auch im Großraum São Paulo marschierten tausende Menschen. Sie besetzten zentrale Straßen, die São Paulo mit dem internationalen Flughafen Guarulhos verbinden. Die Proteste richten sich auch gegen die Milliarden-Ausgaben für die Fußball-Weltmeisterschaft 2014.

Brasilien-Proteste: 18-Jähriger getötet

Vorbereitungen für Papst-Besuch laufen auf Hochtouren

Ungeachtet der massiven Ausschreitungen laufen die Vorbereitungen für den Besuch von Papst Franziskus zum Weltjugendtag im nächsten Monat in Rio auf Hochtouren. Der Präsident der brasilianischen Bischofskonferenz (CNBB), Kardinal Raymundo Damasceno de Assis, machte klar, dass es keine Änderung an dem Termin oder dem Ablauf der Veranstaltung gebe.

Der Papst wird am 22. Juli in Rio erwartet, wo er vom 23. bis 28. Juli am Weltjugendtag teilnimmt, zu dem mindestens zwei Millionen junge Menschen erwartet werden. Viele Großveranstaltungen der Weltjugendtages finden an der Copacabana statt. Die Abschlussmesse ist in Guaratiba im Westen Rios geplant. Für den Besuch trifft die Stadt am Zuckerhut scharfe Sicherheitsvorkehrungen.

dpa/sid

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