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Mittem im Ukraine-Krieg

Wladimir Putin reist in den Iran – und trifft dort auf Erdogan

Wladimir Putin will im Iran den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan treffen. (Archivfoto)
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Wladimir Putin will im Iran den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan treffen. (Archivfoto)

Wladimir Putin trifft den iranischen Präsidenten Ebrahim Raisi. Außerdem will der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan anwesend sein.

Moskau/Teheran – Russlands Präsident Wladimir Putin will am 19. Juli für politische Gespräche in den Iran reisen. Neben dem iranischen Präsidenten Ebrahim Raisi wolle er dort auch den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan treffen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge. Geplant seien Gespräche der drei Präsidenten über eine Verbesserung der Lage im Bürgerkriegsland Syrien, sagte Peskow.

Es ist eine von Putins ersten bekannten Auslandsreisen seit Beginn des von ihm angeordneten Kriegs gegen die Ukraine vor rund viereinhalb Monaten. Vor zwei Wochen war der Kremlchef bereits in die verbündeten zentralasiatischen Staaten Tadschikistan und Turkmenistan geflogen. Unter Verweis auf die Corona-Pandemie nahm Putin in den vergangenen Monaten an vielen Terminen nur im Online-Format teil.

Wladimir Putin im Iran: Will der Iran Russland unterstützen?

Putins Iran-Trip steht aber noch aus einem anderen Grund im Fokus der Aufmerksamkeit: Erst am Montag hatten die USA erklärt, ihnen lägen Hinweise vor, dass der Iran Russland bei den Kämpfen gegen die Ukraine unterstützen wolle. „Unsere Informationen zeigen, dass die iranische Regierung sich darauf vorbereitet, schnell mehrere Hundert unbemannte Luftfahrzeuge bereitzustellen, darunter auch solche, die Waffen transportieren können“, sagte der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan.

Der Iran wies die Aussagen Sullivans zurück. „Unser Standpunkt im Ukraine-Konflikt ist bekannt“, sagte Außenamtssprecher Nasser Kanaani. Teheran verstehe die russische Reaktion auf die Nato-Osterweiterung, sei aber zugleich für eine diplomatische und gegen eine militärische Lösung der Krise. Es gebe zwischen Russland und dem Iran zwar eine Zusammenarbeit auf technologischer Ebene, die aber schon lange vor dem Ukraine-Krieg begonnen habe.

Iran: Geplante Lieferung von Drohnen nicht bekannt

Über eine möglicherweise geplante Lieferung iranischer Drohnen für Russlands Kampf gegen die Ukraine ist in Teheran offiziell nichts bekannt. Politische Kreise sehen in Moskau - und Putin im Speziellen - keinen zuverlässigen Partner. Zugleich meinen Beobachter, die iranische Regierung habe durch ihre internationale Isolierung kaum eine andere Wahl, als an Putin festzuhalten.

Aus dem Kreml hieß es, Putin werde in Teheran auch ein bilaterales Treffen mit Erdogan haben. Das Nato-Land Türkei unterhält sowohl zu Moskau als auch zu Kiew enge Beziehungen und trat zuletzt als Vermittler zwischen beiden Ländern im Streit um in der Ukraine blockierte Getreide-Exporte auf.

Wladimir Putin: Türkei verurteilt Angriff, verhängt aber keine Sanktionen

Die Türkei hat den Angriff Russlands zwar verurteilt, aber keine Sanktionen verhängt - bis auf die Sperrung ihres Luftraums für militärische und zivile Flugzeuge, die Soldaten aus Russland nach Syrien bringen. Zugleich setzt die Ukraine im Kampf gegen die russischen Angreifer türkische Bayraktar-Drohnen ein.

In Syrien wiederum halten Experten nach Beginn des Ukraine-Krieges eine Machtverschiebung der Akteure für möglich. Demnach könnten der Iran und die Türkei versuchen, ein von Moskau hinterlassenes Machtvakuum zu füllen. Ankara kündigt bereits seit Wochen eine neue Offensive in Nordsyrien an, wo es bereits Regionen besetzt. Russland und der Iran unterstützen die syrische Regierung, die Türkei wiederum ist mit der Opposition verbündet. Die drei Schutzmächte organisieren seit 2017 im Astana-Format Gespräche über den Syrien-Konflikt. (marv/dpa)

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