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Sollte Miliz aufgebaut werden?

Waffen für Rechte: Festnahmen in Österreich und Bayern

Schlag gegen Rechtsextreme
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Beschlagnahmte Waffen werden im Rahmen einer Pressekonferenz der Landespolizeidirektion Wien gezeigt. Bei einem Schlag gegen ein rechtsextremes Netzwerk hat es fünf Festnahmen in Österreich und zwei in Bayern gegeben. Foto: Georg Hochmuth/APA/dpa

Ermittler stellen unzählige Waffen, Munition und Sprengstoff sicher - und verhindern damit wahrscheinlich den Aufbau einer rechtsradikalen Miliz in Deutschland.

Wien/München (dpa) - Bei Durchsuchungen haben Ermittler ein riesiges Waffenarsenal für Rechtsradikale sichergestellt. In Bayern und Österreich seien mehrere Verdächtige festgenommen worden.

Den Ermittlern sei ein «massiver Schlag» gegen die rechte Szene gelungen, erklärte der österreichische Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) bei einer Pressekonferenz mit Vertretern der Sicherheitsbehörden am Samstag. Mit den Waffen sollte «möglicherweise eine rechtsradikale Miliz» in Deutschland aufgebaut werden.

Demnach nahmen die Ermittler fünf Personen in Österreich und zwei Personen in Bayern fest. Weitere Ermittlungen sollen auch in Nordrhein-Westfalen laufen. Das Bayerische Landeskriminalamt bestätigte auf Nachfrage eine Festnahme im Osten Bayerns am vergangenen Mittwoch. Ein zweiter Verdächtiger sei in Nordrhein-Westfalen festgenommen worden.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sei über die Ermittlungen informiert und habe sich im Gespräch mit Nehammer «zutiefst schockiert» gezeigt, hieß es aus Österreich. «Die Behörden stehen im engsten Kontakt», bestätigte eine Sprecherin des Innenministeriums am Samstag. «Wir nehmen die Situation sehr ernst. Die Tat und die Tathintergründe müssen jetzt restlos aufgeklärt werden.»

Nach Angaben der österreichischen Behörden wurden über 70 automatische und halbautomatische Schusswaffen, Handgranaten, Wehrmachtsgegenstände wie Säbel und Helme, sowie Munition im sechsstelligen Bereich sichergestellt. Bei den Waffen handelt es sich laut dem österreichischen Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl um einen der «größten Funde der letzten Jahrzehnte».

Bei einer Hausdurchsuchung am Mittwoch stellten die Ermittler nach eigenen Angaben Maschinenpistolen und Sturmgewehre samt Munition sicher. Bei einer weiteren Durchsuchung am Donnerstag sei ein Container mit Waffen, Munition und Sprengstoff gefunden worden. In einer Lagerhalle in Niederösterreich hätten die Ermittler am Freitag dann noch einmal rund 100.000 Schuss Munition und zahlreiche Langwaffen entdeckt.

«Alles, was wir sichergestellt haben, würde hier gar nicht hineinpassen», sagte Pürstl während der Pressekonferenz. Es handele sich um «schweres Gerät, mit dem man sehr, sehr viel Schaden anrichten» könne, so Pürstl weiter.

Eine Drogenlieferung aus Deutschland im Oktober habe die Polizei zu dem Netzwerk geführt, teilten die österreichischen Ermittler mit. Mit den Erlösen aus dem Drogenhandel seien dann die gefundenen Waffen gekauft worden. Der Hauptverdächtige ist ein 53-jähriger vorbestrafter Österreicher, der mit mehreren Mittätern den Handel aufgezogen haben soll.

© dpa-infocom, dpa:201212-99-668882/2

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