Sie soll nur gelächelt haben

Trump wettert im Radio gegen Merkel und plaudert prompt Gesprächs-Details aus: „Ich wollte sie nicht ...“

Donald Trump plauderte in einer Radio-Show über ein Gespräch mit Angela Merkel. Auf seine Kritik am Nord-Stream-2-Projekt soll sie unbeeindruckt reagiert haben.

  • Nord Stream 2 ist Donald Trump ein Dorn im Auge.
  • Angela Merkel habe er das deutlich gesagt, wie er in einer Radio-Show erzählte.
  • Die Kanzlerin soll nur gelächelt haben. Trump deutete das als Bestätigung seiner Ansichten.

Washington - Donald Trump* erklärte in einer Radio-Show mit Angela Merkel* über das Nord-Stream-2-Projekt gesprochen zu haben. „Wartet einen Moment, Ihr gebt Russland Milliarden Dollar und wir sollen Euch vor Russland beschützen. Was ist das für ein Deal?“, hakte er nach. „Wir schützen Sie, aber Sie geben Russland jeden Monat Milliarden von Dollar“, sagte Trump eigenen Angaben zufolge zu Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Donald Trump erzählt von Gespräch mit Angela Merkel über Nord Stream 2: „Was ist das für ein Deal?“


Auf Nachfrage des Moderators Rush Limbaugh, wie Merkel reagiert habe, antwortete Donald Trump*: „Sie lächelte, weil sie eine sehr kluge Frau ist. Sie wusste, dass es keine Möglichkeit gibt, diese Frage zu beantworten.“ Daraufhin habe er gesagt, sie solle die Frage nicht beantworten. „Ich wollte sie nicht in Verlegenheit bringen“, beschrieb Trump die Situation im Radio-Interview.

Schon länger kritisiert Donald Trump das Nord-Stream-2-Vorhaben* zwischen Deutschland und Russland. Auch in Deutschland hat es in letzter Zeit heftige Kritik gegen das Projekt* gegeben. Auslöser war die Vergiftung des Kreml-Kritikers Alexey Nawalny*. Nach bisherigen Erkenntnissen geht die Bundesregierung davon aus, dass Nawalny vergiftet wurde und forderte infolgedessen die russischen Behörden dazu auf, transparent aufzuklären, wie es zu dem Vorfall kommen konnte.

Video: Trump fordert erneut Einstellung von Nord Stream 2

US-Wahl 2020: Donald Trump plaudert zwei Stunden mit Hardliner Rush Limbaugh

Weiter erklärte Donald Trump im zweistündigen Interview mit dem US-Radiomoderator Rush Limbaugh, dass er generell gut mit den Deutschen auskomme. Zwar sei er in Deutschland nicht so beleibt, wie einst sein Vorgänger Barack Obama, aber das liege, vor allem daran, dass Deutschland unter Obamas Regierung stärker profitiert habe.

Rush Limbaugh gilt in den USA als konservativer Hardliner. Seit 1988 hat er eine eigene Radiosendung: „The Rush Limbaugh Show“. Das zweistündige Interview mit dem Präsidenten glich eher einer Lobeshymne als einer kritischen Befragung. Mehrmals lobte Limbaughs Arbeit als Präsident und verteidigte ihn beispielsweise gegen Bemühungen der Demokraten Trump aus dem Amt zu entheben. Wer die US-Wahl 2020* für sich entscheiden kann, wird sich am 3. November herausstellen. Die Umfragen prognostizieren eher einen Sieg Joe Bidens*, als eine Wiederwahl Donald Trumps.

Das die Politik innerhalb einer Familie zu erheblichen Konflikten führen kann, hat die Familie Conway um Trump Ex-Beraterin Kellyanne Conway bewiesen. Ihre 15-jährige Tochter macht ihr schwere Vorwürfe. (lb) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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