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Fünf Jahre nach Paris-Abkommen

UN zu den Klimazielen: Es reicht noch längst nicht

Braunkohlekraftwerk
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Kühltürme des Braunkohlekraftwerks Jänschwalde in der Lausitz. 2019 sind die Emissionen auf ein Rekordhoch von 59,1 Gigatonnen CO2-Äquivalente geklettert. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB

Vor fünf Jahren haben sich fast alle Staaten auf das Klimaabkommen von Paris verständigt: Sie wollen die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad begrenzen. Was die einzelnen Länder dazu beitragen wollen, reicht aber noch nicht aus. Doch ein UN-Bericht sieht noch Chancen.

Nairobi (dpa) - Die Welt hinkt den Vereinten Nationen zufolge den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens hinterher - könnte sie aber mit großer Anstrengung noch erreichen.

Bisher steuerten die Staaten weiterhin auf etwa drei Grad Temperaturanstieg zu statt wie im Klimaabkommen angepeilt deutlich unter zwei Grad, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichen UN-Bericht. Wenn im Zuge der Corona-Pandemie die Wiederaufbauprogramme für die Wirtschaft auf Klimaschutz setzen, könne der bisher für 2030 absehbare Treibhausgas-Ausstoß aber bis zu einem Viertel niedriger ausfallen - und die Welt damit dem sogenannten Zwei-Grad-Ziel näher bringen.

Selbst die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad, die der Klimaforschung zufolge das Risiko katastrophaler Wetterextreme deutlich verringern würde, sei noch erreichbar, teilte das UN-Umweltprogramm Unep mit. Dafür brauche es aber schnelleren und stärkeren Klimaschutz, «grüne» Wirtschaftsprogramme und die Pläne zur Klimaneutralität müssten in die offiziellen nationalen Zusagen im Rahmen des Pariser Abkommens integriert werden.

Am Donnerstag und Freitag beraten die EU-Staaten über ein höheres Klimaziel für das Jahr 2030, bevor am Samstag auf einem digitalen Klimagipfel viele Staats- und Regierungschefs ihre Fortschritte und Pläne im Klimaschutz präsentieren. Am Samstag ist es zudem genau fünf Jahre her, dass fast alle Staaten der Welt sich in Paris darauf verständigt haben, die Erderwärmung auf unter zwei Grad zu begrenzen.

Dass die Corona-Pandemie den Treibhausgas-Ausstoß in diesem Jahr um bis zu sieben Prozent gedrückt hat, hat auf den Klimawandel einen «vernachlässigbaren Einfluss», heißt es im Bericht. Bis 2050 werde der Temperaturanstieg dadurch nur um 0,01 Grad reduziert.

«Das Jahr 2020 ist dabei, eines der bisher wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen zu werden, während Großbrände, Stürme und Dürren weiter für Chaos sorgen», teilte die Chefin des UN-Umweltprogramms, Inger Andersen, mit. Die Lücke zwischen den internationalen Klimaschutzbemühungen und den Zielen des Pariser Abkommens klaffe zur Zeit noch weit.

Jedes Jahr stellt ein UN-Bericht dar, in wieweit die tatsächlichen Treibhausgas-Emissionen und Klimaschutzpläne mit den 2015 in Paris vereinbarten Zielen übereinstimmen. Demnach waren die Emissionen 2019 auf ein Rekordhoch von 59,1 Gigatonnen CO2-Äquivalente geklettert, in diese Einheit werden alle Treibhausgase umgerechnet. Dabei werden auch die Auswirkungen der Landnutzung mitgerechnet, also etwa Waldbrände, Abholzung oder Trockenlegung von Mooren. Seit 2010 stieg der Treibhausgas-Ausstoß weltweit im Schnitt um 1,4 Prozent pro Jahr, 2019 war das Plus mit 2,6 Prozent aufgrund vieler Waldbrände größer.

Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan sagte, der Abstand zwischen dem, was passiere, und dem, was sein müsse, scheine in diesem Jahr zwar kleiner zu werden. «Aber man würde sich trotzdem noch schämen, diesen Bericht seinen Kindern zu zeigen.»

In der Pflicht stehen dem UN-Bericht zufolge auch private Verbraucher: Rund zwei Drittel der globalen Emissionen gehen demnach auf den Konsum von Privatleuten zurück. Dabei produziert das reichste Prozent der Weltbevölkerung mehr als doppelt so viele Treibhausgase wie die ärmsten 50 Prozent - und trägt damit besondere Verantwortung.

© dpa-infocom, dpa:201209-99-630807/2

Am Samstag ist es genau fünf Jahre her, dass fast alle Staaten der Welt sich in Paris darauf verständigt haben, die Erderwärmung auf unter zwei Grad zu begrenzen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

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