Schwierige Mehrheitsfindung

Thüringen-Wahl: Ramelow steuert auf Mohring zu - Warnung vor Höcke und AfD

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Landtagswahl in Thüringen - Linke
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Thüringen hat am Sonntag einen neuen Landtag gewählt. Wir halten Sie im Live-Ticker über die aktuellen Entwicklungen im Freistaat auf dem Laufenden.

  • Thüringen hat am Sonntag einen neuen Landtag gewählt.
  • Die Linke wird erstmals stärkste Kraft in einem Landesparlament.
  • Das Ergebnis der AfD sorgt bei den Kontrahenten für Bestürzung - die Partei kann ihren Stimmanteil mehr als verdoppeln.
  • Die Koalitionsbildung wird schwierig. Offenbar würde es nur für Bündnisse von Linke und CDU oder von Linke, SPD, Grünen und FDP reichen.

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Innerhalb der CDU kracht es nach dem Vorstoß von Thüringens Partei-Chef Mike Mohring gehörig. Alle Informationen hierzu und die aktuellen News zur Thüringen-Wahl finden Sie hier. Bei Markus Lanz schwelgt Mike Mohring in kühnen Träumen. Anne Will und Gäste diskutieren derweil über die Führungsfrage in den großen Parteien.

13.20 Uhr: Der thüringische SPD-Spitzenkandidat Wolfgang Tiefensee setzt nach der Landtagswahl vom Sonntag auf Gespräche über eine stabile Regierung. "Das Wichtigste ist, dass wir stabile Regierungsverhältnisse haben", sagte Tiefensee am Montag bei einem gemeinsamen Auftritt mit der kommissarischen SPD-Chefin Malu Dreyer in Berlin. Dabei sei für ihn eine Minderheitsregierung, für die es eine Tolerierung gebe, "selbstverständlich eine der möglichen Varianten". Tiefensee verwies auf Gespräche, die der Wahlsieger und Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) nun mit CDU und FDP führen werde: "Wir beobachten genau, was bei der CDU und bei der FDP passiert". 

Dreyer verwies auf eine "sehr schwierige Ausgangslage", weil es eine "sehr starke Polarisierung zwischen dem amtierenden Ministerpräsidenten und der AfD" gegeben habe. Davon habe die Linkspartei profitiert, die SPD aber nicht. Es gebe jedoch ein klares Votum, "dass Bodo Ramelow Ministerpräsident bleiben soll".

Auch Tiefensee sprach für die SPD von einem "Ergebnis, das uns überhaupt nicht zufriedenstellt". Zum Erstarken der AfD mit ihrem Spitzenkandidaten Björn Höcke sagte er: "Wir müssen in engem Austausch mit der Bevölkerung dafür sorgen, dass sich das nicht verfestigt." Es gehe bei den AfD-Wählern allerdings um "keine Protestwähler", sondern um Menschen, "die bewusst wählen, was Höcke propagiert", nämlich "Ausgrenzung und Spaltung".

13.16 Uhr: Die FDP ist noch nicht mit absoluter Sicherheit im neu gewählten Thüringer Landtag vertreten. Das stehe erst fest, wenn das endgültige Wahlergebnis vorliege, erklärte das Thüringer Landesamt für Statistik am Montag. Dieses soll am 7. November verkündet werden. In Thüringen weiche das endgültige Ergebnis allerdings - wenn überhaupt - nur äußerst geringfügig vom vorläufigen ab, ergänzte das Büro des Landeswahlleiters.

Zwischen vorläufigem und endgültigem Ergebnis kann es zu Abweichungen kommen, wenn es etwa Fehler bei der Übermittlung von Daten gab. Außerdem können beim Auszählen Zweifelsfälle bei der Bewertung von Stimmzetteln aufgetaucht sein: Ist eine Stimme gültig oder nicht?

Nach der Thüringen-Wahl: Ramelow stellt klar: So geht es nun weiter

12.47 Uhr: Der amtierende Ministerpräsident Bodo Ramelow freut sich in der Pressekonferenz am Montag über den Wahlsieg und auch allgemein über die Wahlbeteiligung. Zudem rief er alle Parlamentarier dazu auf, dem zu folgen, was die Wähler gefordert hätten. Dabei nannte Ramelow vor allem direkte Demokratie, die gefördert werden solle. In diesem Zusammenhang nannte Ramelow mit dem Thema der „fakultativen Referenden“ explizit einen Vorschlag von CDU-Mann Mike Mohring als positives Beispiel. Man solle nun nicht „auf parteipolitische Konstellationen zu starren“, so Ramelow.

Zudem wies er darauf hin, dass er einen Regierungsauftrag habe und verfassungsgemäß keinen zeitlichen Druck habe, um eine Mehrheit zusammen zu bringen. Wenn es keine Mehrheit geben sollte, würde ihm in einem möglichen dritten Wahlgang auch eine einfache Mehrheit im Landtag reichen, um vom Parlament als Ministerpräsident bestätigt zu werden.

Darüber hinaus erklärte Ramelow, dass nicht er als Ministerpräsident nun die anderen Parteien zu Gesprächen einlade, sondern seine Partei. Die Partei-Landes-Vorsitzende Susanne Hennig-Wellsow stellte klar, dass man noch am Montag darüber beraten werde, mit welchen Parteien man in Gespräche einsteigen werde. 

Zunächst werde man jedoch mit den bisherigen Partnern von SPD und Grünen sprechen.

12.19 Uhr: Die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) hat das starke Abschneiden der AfD bei der Thüringen-Wahl als Alarmsignal für Migranten gewertet. "Es wird Zeit, sich das einzugestehen: Die Menschen wählen die AfD nicht trotz, sondern wegen ihrer rassistischen Ideologie", erklärte TGD-Chef Gökay Sofuoglu am Montag in Berlin. "Die Wahlen in Thüringen machen deutlich, dass Rassismus in den neuen Bundesländern mehrheitsfähig geworden ist. Das muss uns als ganze Gesellschaft aufrütteln."

Die Türkische Gemeinde forderte alle Demokraten auf, sich für eine aktive Gestaltung der Migrationsgesellschaft einzusetzen. "Wir müssen deutlich machen, dass eine vielfältige und offene Gesellschaft keine Belastung ist, die durch Migration entsteht, sondern vielmehr eine Chance", erklärte Sofuoglu. Er warnte die demokratischen Parteien davor, "sich die Agenda von rechten Strömungen diktieren zu lassen".

Thüringen-Wahl: CDU-Landesvize Voigt kritisiert Mohring-Vorstoß

12.16 Uhr: Thüringens CDU-Vize-Chef Mario Voigt hat den Vorstoß seines Landesparteichefs Mike Mohring kritisiert, mit den Linken sprechen zu wollen. „Ich bin höchst irritiert über die in den Medien verbreiteten Gesprächsangebote“, sagte Voigt am Montag der dpa. Die CDU habe die Wahl verloren. „Der Auftrag der Regierungsbildung und der Ball liegt jetzt bei Bodo Ramelow“, sagte Voigt. Es habe gute Gründe gegeben, vor der Wahl eine Koalition mit der Linken auszuschließen. „Das ist eine Partei, die den Sozialismus wieder einführen will“, sagte Voigt. „Wir müssen jetzt erstmal den Scherbenhaufen aufkehren. Das ist eine historische Wahlniederlage“, sagte Voigt.

Grüne zum Ergebnis bei der Thüringen-Wahl - Habeck: „Alle wollten harte Sprüche“

11.27 Uhr: Nach der aus Grünen-Sicht enttäuschenden Wahl in Thüringen haben die Bundeschefs der Partei sich selbstkritisch gezeigt. „Wir haben es offensichtlich nicht geschafft, wirklich die Breite der Gesellschaft gerade auch in strukturschwachen Regionen zu erreichen“, sagte die Vorsitzende Annalena Baerbock am Montag in Berlin.

Co-Parteichef Robert Habeck sagte, den Grünen sei es nicht gelungen, ihr Kernthema Klimaschutz „als gemeinschaftliches Thema für die Breite der Gesellschaft mehrheitsfähig zu machen“. Zudem habe die Botschaft der Partei, sie wolle die Gesellschaft zusammenführen und Bündnisse schmieden, in Thüringen nicht gezogen: „Keiner wollte ein Bündnis haben. Alle wollten nur harte Sprüche“, sagte er. „Und da sind wir ein bisschen zerrieben worden.“

Mohring erklärt unglaubliche Kehrtwende und löst massive Diskussionen aus

11.17 Uhr: Kehrtwende beim CDU-Landesvorsitzenden Mike Mohring: Während er und seine Partei vor der Thüringen-Wahl eine Zusammenarbeit mit der Linken noch ausgeschlossen hatten, hörte man von Mohring am Montagmorgen ganz andere Töne. Trotz des „äußerst schwierigen Wahlergebnisses“ sei die CDU bereit Verantwortung zu übernehmen, so der Landesvorsitzende im ARD-“Morgenmagazin“. Gesprächen über eine Koalition erteilte Mohring daneben keine klare Absage mehr: „Mir sind stabile Verhältnisse wichtiger für das Land, als dass es nur um parteipolitische Interessen geht“

Doch aus der Bundes-CDU folgten ganz andere Töne. So wiederholte unter anderem die CDU-Vorsitzende Julia Klöckner die prinzipielle Absage an eine Zusammenarbeit mit der Linken. Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Christian Hirte ist strikt gegen jede Zusammenarbeit seiner Partei mit der Linken nach der Landtagswahl in Thüringen.

Doch Mohring will sich nach der Wahl nicht von der Bundes-CDU lenken lassen.  "Ich brauche nicht Berlin, um zu wissen, was für Thüringen wichtig ist“, sage er bereits am Morgen.

10.54 Uhr: CDU und CSU können nach Ansicht des ehemaligen CSU-Vorstands Konrad Kobler durchaus mittelfristig mit der AfD zusammenarbeiten. „Mich stört, dass man immer auf die AfD eindrischt. Auch die AfD kann sich mittelfristig ändern“, sagte der frühere Landtagsabgeordnete aus dem Landkreis Passau dem Bayerischen Rundfunk (Montag). Kobler widerspricht damit direkt der klaren Absage von CSU-Chef Markus Söder an jegliche Kooperation mit der AfD. Aus Sicht des 76-Jährigen sei nichts auf Ewigkeit festgeschrieben. Es müsse doch zu denken geben, wenn die Volksparteien CDU und SPD - wie in Thüringen geschehen - nur noch ein Drittel der Stimmen bekommen, sagte Kobler.

Zentralrat der Juden reagiert auf AfD-Ergebnis bei Thüringen-Wahl

10.52 Uhr: Nach dem Erstarken der AfD bei der Landtagswahl in Thüringen hat der Zentralrat der Juden in Deutschland den Wählern der Partei ins Gewissen geredet. "Jeder, der am Sonntag die AfD gewählt hat, trägt eine Mitverantwortung dafür, dass das Fundament unserer Demokratie sukzessive untergraben wird", erklärte Zentralratspräsident Josef Schuster am Montag. "Wer AfD wählt, wählt den Weg in ein antidemokratisches Deutschland. Wer AfD wählt, wählt den Abschied von den Freiheiten unseres demokratischen Rechtsstaats."

Es sei aber "von jedem mündigen Bürger zu erwarten, dass er sich genau anschaut, welche Partei er wählt", erklärte Schuster weiter. Die "Ausrede der Protestwahl" ziehe nicht mehr. Die AfD fange "mit billiger rassistischer Stimmungsmache und Abwertung der regierenden Parteien" ihre Wähler ein.

Bei der Wahl am Sonntag habe sich "fast ein Viertel der Wähler in Thüringen hat sich für eine rechtsradikale Partei entschieden", kritisierte der Zentralratspräsident. "Gerade in Thüringen gibt es keinen Zweifel an der rechtsnationalen Ausrichtung der AfD, die meiner Meinung nach als antidemokratisch einzustufen ist."

Landtagswahl in Thüringen: Klöckner widerspricht Mohring: Koalition mit Linken ausgeschlossen

10.51 Uhr: Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner hat eine Koalition ihrer Partei mit der Linkspartei in Thüringen abgelehnt. Die CDU werde überflüssig, wenn sie mit der Linkspartei oder mit der AfD koalieren würde. „Dann braucht es uns nicht mehr“, sagte Klöckner am Montag vor Gremiensitzungen ihrer Partei in Berlin. Sie ergänzte: „Ganz gleich, wie die Situationen sind. Es gibt Momente, da ist Haltung mehr denn je gefragt.“

10.49 Uhr: Linke-Parteichef Bernd Riexinger sieht nach der Landtagswahl in Thüringen zunächst die CDU am Zug. „Der Ball liegt jetzt erst einmal bei der CDU“. Diese habe bisher jegliche Zusammenarbeit mit der Linken ausgeschlossen, sagte Riexinger am Montag vor Beginn der Vorstandssitzung seiner Partei in der Sendung „Frühstart“ RTL/n-tv. „Solange die CDU erklärt, dass eine Zusammenarbeit mit der Linken für sie gar nicht in Frage kommt, müssen wir uns da ja gar keine Gedanken machen.“

Nach der Thüringen-Wahl: FDP mit klarer Ansage im Punkt Regierungsbildung

10.33 Uhr: Thomas L. Kemmerich, der Landesvorsitzende der FDP freute sich trotz des extrem knappen Einzugs seiner Partei in den Landtag. Einerseits habe man die rot-rot-grüne Koalition gebrochen, andererseits sei man wieder im Landtag, so Kemmerich bei einer Pressekonferenz am Montag.

Mit dabei ist auch der Parteivorsitzende Christian Lindner. Man habe sich in den letzten Jahren gerade im Osten sehr schwer getan, fasst er zusammen. Auch in Brandenburg und Sachsen habe man hinzugewonnen, am Ende habe es dort aber nicht gereicht. Nun freue man sich, dass es „sehr knapp“ geklappt habe, sagte Lindner mit einem kleinen Lächeln. Sachlich fühle man sich in den gewählten Themen bestätigt: Rechtsstaatlichkeit nennt Lindner explizit im Zusammenhang mit Migration.

„Mit etwas mehr Anlauf hätten wir sogar ein noch besseres Ergebnis erzielen können“, meint Lindner. Das Ergebnis sei eine gute Basis, um auch in anderen Ländern wieder Gewinne verbuchen zu können. 

„Jede Stimme zählt, nie war dieser Satz waiser als heute“, antwortet Lindner auf die Frage nach dem sehr knappen Ergebnis und der Meldung, dass nur fünf Stimmen die FDP in den Landtag brachten. 

Kemmerich lehnte eine Koalition mit der Linken weiter ab. Man stehe nicht zur Verfügung für eine Regierungsbeteiligung mit den Linken und auch eine Tolerierung einer möglichen Minderheitsregierung „sehe ich nicht“, machte der Landesvorsitzende klar. „Wir werden nicht mit ihm zusammenarbeiten“, sagte Kemmerich auf eine erneute Nachfrage, ob man mit Ramelow kooperieren wird.

09.38 Uhr: Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow will nach dem Sieg seiner Linkspartei bei der Landtagswahl mit allen Parteien außer der AfD über Regierungs- und Koalitionsmöglichkeiten sprechen. "Wir werden CDU, SPD, FDP, Grüne einladen - und dann werden wir sehen, ob es eine festere Koalition, eine absolute Koalition oder ein Tolerierungsmodell geben kann", sagte Ramelow am Montag im mitteldeutschen Rundfunk (MDR). Er habe allerdings "noch nicht genau verstanden, was die CDU im Moment präferiert".

Nach der Thüringen-Wahl: Mohring mit Kehrtwende - CDU will mit Linken sprechen

09.01 Uhr: Die erste Kehrtwende nach der Thüringen-Wahl ist vollzogen. Mike Mohring hatte eine Koalition mit der Linken, wie mit der AfD vor der Wahl noch ausgeschlossen. Diese Einstellung hat der CDU-Mann nun geändert und Bereitschaft zu Gesprächen mit der Linken über eine mögliche Regierung in seinem Bundesland signalisiert: „Mir sind stabile Verhältnisse wichtiger für das Land, als dass es nur um parteipolitische Interessen geht“, sagte Mohring am Montag im ARD-"Morgenmagazin". Sein weiteres Vorgehen bei einer Regierungsbildung werde er nicht von Vorgaben der Bundes-CDU abhängig machen.

Die CDU sei bereit, in Thüringen auch nach dem "äußerst schwierigen Wahlergebnis" Verantwortung zu übernehmen, betonte Mohring. Seine Partei könne sich jetzt "nicht in die Ecke stellen", da das Land vorankomme müsse. Mit einer Regierung, die nur geschäftsführend im Amt sei, sei das unmöglich. Daher müssten die Akteure vor Ort "zunächst ausloten", was aus dem Ergebnis folge. Die CDU sei dazu bereit.

Eine Einflussnahme der Bundes-CDU auf die Entscheidung über mögliche Gespräche mit der Linken lehnte Mohring ab: "Ich brauche nicht Berlin, um zu wissen, was für Thüringen wichtig ist." Die aktuelle Bundespolitik sei im Wahlkampf "nicht sonderlich nützlich" gewesen. Die Politik der Großen Koalition habe zu Vertrauensverlust geführt. Die Frage, wie es in Thüringen weitergehe, sei "keine, die in Berlin beantwortet wird", sagte Mohring.

Video: Linke gewinnt Thüringen-Wahl - Regierungsbildung schwierig

08.44 Uhr: In der Verfassung Thüringens ist keine zeitliche Frist für die Wahl des Ministerpräsidenten festgelegt - anders als in einigen anderen Bundesländern. Stattdessen beschränkt die Verfassung des Freistaats die Wahl des Ministerpräsidenten zur Regierungsbildung auf drei Wahlgänge.

So definiert Artikel 70, dass im ersten und zweiten Wahlgang eine absolute Mehrheit der Mitglieder des Landtags erreicht werden muss. Danach ist gewählt, „wer in einem weiteren Wahlgang die meisten Stimmen erhält“ - unabhängig von deren Zahl. Den Landtag aufzulösen, wenn kein Kandidat in einem der ersten beiden Wahlgänge die absolute Mehrheit erreicht, wird nicht als Option aufgeführt.

Landtagswahl in Thüringen: Bartsch hält Koalition aus Linker und CDU für möglich

08.18 Uhr: Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch hält in Thüringen eine Koalition aus Linkspartei und CDU trotz Bedenken in den Bundesparteien für möglich. Zwar vertrete er selbst die Position, "dass es aufgrund schwerwiegender Differenzen mit der CDU keine Zusammenarbeit geben kann", sagte Bartsch der "Welt" vom Montag. "Aber es ist nun mal so: Auf der Landesebene entscheiden diejenigen, die einen Wahlerfolg erreicht haben und eine Koalition bilden können.

Auch für Ramelow wäre eine Koalition mit der CDU "nicht die erstrebenswerteste Koalition", sagte Bartsch. Er betonte aber, dass die Bundesparteien sich in dieser Frage zurückhalten sollten. Dies gelte auch für die FDP, die rein rechnerisch mit den bisherigen Regierungsparteien Linke, SPD und Grüne auf eine rechnerische Mehrheit kommen würde.

Bartsch forderte zudem eine grundsätzliche Debatte um Strategie und Inhalte der Linkspartei. "Wir müssen an den Erfolg von Bodo Ramelow anschließen und als Bundespartei davon lernen", sagte er der "Welt". Die Linkspartei müsse "insbesondere die Interessen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, Arbeitslosen, Rentnerinnen und Rentnern und der Bevölkerung auf dem Land vertreten".

Klingbeil (SPD) appelliert an demokratische Parteien: „Ideologie wegwerfen“

08.02 Uhr: Auch nach dem Verlust der rot-rot-grünen Regierungsmehrheit in Thüringen hält Lars Klingbeil die Bildung einer stabilen Landesregierung für möglich. Der SPD-Generalsekretär appellierte am Montag im ARD-"Morgenmagazin" an "alle demokratischen Parteien", Sondierungsgespräche aufzunehmen. Dies gelte konkret für die CDU und die FDP, sagte Klingbeil. Der Ball liege nun bei Bodo Ramelow: Der linke Ministerpräsident sei der "eindeutige Sieger" des Wahlabends.

Die Parteien müssten eine Koalition mit der AfD klar ausschließen, forderte Klingbeil. Mit Blick auf die äußerst schwierige Regierungsbildung in Erfurt rief der SPD-Generalsekretär dazu auf, die "Ideologie wegzuwerfen" und "sich im Sinne der Menschen und des Landes an einen Tisch" zu setzen.

Landtagswahl in Thüringen: Fünf Stimmen machen für FDP den Unterschied aus

08.01 Uhr: Exakt fünf Wähler in Thüringen haben die FDP vor einer neuen Wahlschlappe bewahrt. Bei der Landtagswahl am Sonntag bekamen die Liberalen laut Landeswahlleiter insgesamt 55.422 Stimmen. Sie lagen damit genau fünf Stimmen über die Fünf-Prozent-Hürde - und dies bei 1.108.338 abgegebenen gültigen Stimmen. Prozentual ausgedrückt liegt das FDP-Ergebnis bei 5,0005 Prozent, also fünf Zehntausendstel Prozent über der Sperrklausel. Für die Liberalen kam es also auf fast jede Stimme an.

Für die FDP war es eine lange Zitterpartie, bis kurz vor Mitternacht alle Stimmen ausgezählt waren. Das Ergebnis kann sie dennoch als Erfolg verbuchen: Thüringen ist nun das einzige der neuen Bundesländer, in dem sie im Landtag sitzt. Eine realistische Regierungsoption haben die Liberalen allerdings nicht. Rein rechnerisch könnte es mit Linken, Grünen und SPD für eine Viererkoalition reichen - dies schloss Spitzenkandidat Thomas Kemmerich aber aus. Er will allenfalls in Einzelfragen mit Rot-rot-grün zusammenarbeiten.

Nach der Thüringen-Wahl: Meuthen spricht von „Zeitenwende“

07.48 Uhr: Der AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen hat die Verluste von CDU und SPD bei den jüngsten Landtagswahlen als "Zeitenwende" bezeichnet. "Die ehemaligen Volksparteien sind im Niedergang, neue Parteien übernehmen", sagte Meuthen am Sonntagabend der Nachrichtenagentur AFP. Im linken Lager falle die SPD immer weiter, im bürgerlichen Lager die CDU. Meuthen verwies darauf, dass bei der Landtagswahl in Thüringen die beiden Parteien zusammen nur noch etwa 30 Prozent erreichten.

"Was die CDU verliert, gewinnen wir", sagte Meuthen mit Blick auf die drei Landtagswahlen in diesem Herbst. Vor Thüringen war Anfang September in Sachsen und Brandenburg gewählt worden. Auch da hatten CDU und SPD jeweils deutliche Verluste einstecken müssen. Mit Blick auf die massiven Zugewinne für die AfD in den drei Bundesländern sagte Meuthen: "Das war ein überaus erfolgreicher Wahlherbst für die AfD." Die Partei wurde jeweils zweitstärkste Kraft.

Nach der Thüringen-Wahl: Diese Sitzeverteilung im Landtag ergibt sich

06.55 Uhr: Nach dem vorläufigen amtlichen Wahlergebnis erreichte die Linke mit 31 Prozent einen Rekordwert bei einer Landtagswahl überhaupt. Die AfD mit Björn Höcke landete mit 23,4 Prozent auf Platz zwei, vor der CDU von Spitzenkandidat Mike Mohring mit 21,8 Prozent. Die SPD erreichte 8,2 Prozent, während Grüne und FDP mit 5,2 beziehungsweise fünf Prozent knapp den Einzug in den Landtag schafften.

Auf die Linke entfallen demnach im neuen Landtag 29 Sitze. Die AfD bekommt 22 und die CDU 21 Mandate. Die SPD erhält acht Sitze, auf Grüne und FDP kommen jeweils fünf Mandate.

Für eine Mehrheit im Parlament benötigt eine Koalition 46 Sitze.

06.25 Uhr: Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz mahnte, den Ausgang der Wahl könne die CDU „nicht mehr ignorieren oder einfach aussitzen“. Er schrieb am Sonntagabend auf Twitter: „Erstmals in der deutschen Nachkriegsgeschichte haben CDU, SPD, FDP und Grüne zusammen in einem Parlament keine Mehrheit mehr.“ Wenn es zwischen diesen Parteien keine wahrnehmbaren Unterschiede mehr gebe, wichen die Wähler aus - nach links und rechts.

Landtagswahl in Thüringen: Welche Koalitionen sind möglich?

06.24 Uhr: Ministerpräsident Bodo Ramelow von der Linken sagte am Sonntagabend im ZDF, alle Demokraten müssten in der Lage sein, miteinander zu sprechen. „Lasst uns doch auch mal ausloten, was es an gemeinsamer Kraft im Parlament gibt.“ Dies sei noch jenseits der Frage, wer mit wem offiziell in Regierungsgespräche eintrete. In Thüringen habe man es immer wieder geschafft, „über scheinbare parteipolitische Gräben hinweg“ in entscheidenden Fragen an einem Strang zu ziehen. Zudem betonte er sich schnell im Parlament zur Wahl stellen zu wollen. Prinzipiell kann Ramelow ohne Frist und Mehrheit als geschäftsführender Ministerpräsident weiter regieren.

SPD-Landeschef Wolfgang Tiefensee brachte eine Minderheitsregierung ins Gespräch. Gegebenenfalls könnte eine rot-rot-grüne Regierung mit wechselnden Mehrheiten bei Entscheidungen, die nicht grundsätzlicher Art seien, agieren, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

CDU-Spitzenkandidat Mike Mohring sagte am Abend, das Fehlen von Mehrheiten in der Mitte verlange nach neuen Antworten. „Zunächst heißt es, klug zu überlegen, was ist für unser Land wichtig, und wie können wir unsere Demokratie stabilisieren.“ Bislang hatte Mohring ein Bündnis mit der Linken ausgeschlossen.

Die FDP in Thüringen liebäugelt mit einer Minderheitsregierung. Diese „wäre eine Herausforderung für die Demokratie, aber die Wähler würden dann auch wieder sehen, dass Demokratie tatsächlich im Parlament stattfindet“, sagte FDP-Spitzenkandidat Thomas Kemmerich.

AfD-Chef Alexander Gauland bot der CDU an, mit ihr zu koalieren, wenn Mohring "den Mumm" dazu hätte. AfD-Spitzenkandidat Höcke sprach von einem "grandiosen Erfolg". Seine Partei wolle nun "staatspolitische Verantwortung tragen", sagte er im Sender Phoenix. "Jetzt wollen wir regieren."

06.18 Uhr:

Nach der Landtagswahl in Thüringen steht eine schwierige Regierungsbildung bevor. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) reklamierte den Auftrag zur Führung des Landes nach dem klaren Wahlsieg erneut für seine Partei.

Eine Zusammenarbeit mit der AfD, die zur zweitstärksten Kraft in Thüringen aufstieg, schließen alle anderen Parteien aus. In Berlin kommen am Montag die Parteigremien zusammen, um über den Wahlausgang und mögliche Konsequenzen zu beraten.

Thüringen-Wahl: Was nun? CDU-Generalsekretär Walk lehnt Koalition mit AfD und Linken weiter ab

06.15 Uhr: Nach der Landtagswahl in Thüringen hält CDU-Generalsekretär Raymond Walk an der Absage an Koalitionen mit AfD und Linke fest. Es gehöre zur „glaubwürdigen Politik mit dazu“, dass man bei der vorher getroffenen Absage bleibe, sagte er der dpa. Bodo Ramelow und Linke-Landeschefin Susanne Hennig-Wellsow müssten nun einen Vorschlag machen, wie es nach ihren Vorstellungen weitergehen solle. „Dann muss man schauen, wer mitmacht und wer nicht.“

Obwohl die CDU in Thüringen ein historisch schlechtes Wahlergebnis erzielte, sieht Walk keinen Grund für Personaldebatten: Landeschef Mike Mohring sei ein „hervorragender Spitzenkandidat“, der unermüdlich und mit großer Leidenschaft gekämpft habe.

Die CDU sei angetreten, um eine Mehrheit in der bürgerlichen Mitte zu erreichen. „Das ist uns leider nicht gelungen“, bedauerte Walk. Er beklagte eine zunehmende Spaltung und Polarisierung der Gesellschaft, die sich auch in dem Wahlergebnis zeige. „Wie gelingt es uns in der Mitte, die immer schmaler wird, wie gelingt es uns dort die Gesellschaft zu versöhnen, wieder zusammenzuführen? Das ist die zentrale Herausforderung in den nächsten Jahren, finde ich.“

Nach der Thüringen-Wahl: Parteichefs in Berlin beschäftigen sich mit Ergebnis

6 Uhr: In Berlin werden sich die Parteiverantwortlichen am Montag mit dem Ausgang der Landtagswahl befassen. Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer will um 13.30 Uhr vor die Presse treten, die kommissarische SPD-Chefin Malu Dreyer gegen 11.30 Uhr.

Ramelow tritt gegen 12.30 mit den Linken-Chefs Bernd Riexinger und Katja Kipping vor die Presse. Die AfD-Führung stellt sich um 14.30 Uhr den Fragen der Medien. FDP-Chef Christian Linder will um 10.30 Uhr eine Pressekonferenz geben, Grünen-Chef Robert Habeck um 13.30 Uhr.

5.18 Uhr: EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger (CDU) hat eine besondere Verantwortung von Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer für die CDU-Niederlage in Thüringen bestritten. „Landtagswahlen sind immer eine Mischung aus Landes- und Bundesthemen“, sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Wenn man die AfD wähle, „dann ist man eben gegen alles. Gegen das Establishment im Land, im Bund, aber auch gegen Europa. Das ist ein Mix aus Themen und Ebenen“, ergänzte Oettinger.

In diesem Zusammenhang gebe es „keine besondere Verantwortung der Bundesvorsitzenden“, sagte Oettinger und betonte: „Es ist ein Mix, zu dem wir alle beigetragen haben. Der uns alle nachdenklich stimmen muss.“ Auf die Frage, ob das schlechte Ergebnis die schwelende interne Debatte über die künftige Kanzlerkandidatur der Union weiter anfachen werde, sagte er: „Nein, das glaube ich nicht.“

AfD holt Rekordergebnis bei Thüringen-Wahl: Jüdische Vertreter klagen über „Signal des Schreckens“

5.14 Uhr: Nach dem Stimmenzuwachs für die AfD bei der Landtagswahl in Thüringen warnen jüdische Stimmen vor einem Rechtsrutsch in Deutschland. „Dass eine Partei wie die sogenannte Alternative für Deutschland auf Landesebene ein solches Ergebnis einfahren kann, zeigt, dass in unserem politischen System etwas grundlegend aus den Fugen geraten ist“, erklärte Charlotte Knobloch, die Präsidentin der israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern.

Der AfD war es am Sonntag gelungen, ihr Ergebnis mehr als zu verdoppeln. Sie lag auf Platz zwei hinter der Linkspartei und vor der CDU.

„Mit ihrer Stimme haben viele Wahlberechtigte eine Partei unterstützt, die seit Jahren mit ihrer Verharmlosung der NS-Zeit, ihrem offenen Nationalismus und dem von ihr geschürten Hass gegen Minderheiten, darunter auch die jüdische Gemeinschaft, den Nährboden für Ausgrenzung und rechtsextreme Gewalt bereitet“, so Knobloch weiter.

Auch das Internationale Auschwitz Komitee mahnte angesichts der Wahlergebnisse. „Für Überlebende der deutschen Konzentrationslager ist diese massive Zunahme der Stimmen für die AfD in Thüringen ein erneutes Signal des Schreckens, das eine weitere Verfestigung rechtsextremer Grundeinstellungen und Tendenzen in Deutschland befürchten lässt“, teilte Vizepräsident Christoph Heubner mit.

Wahl in Thüringen: CDU-Vorsitzender lehnt Bündnis mit der Linken ab

28. Oktober 2019, 5 Uhr: Nach der Landtagswahl in Thüringen hat der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Volker Bouffier ein Bündnis mit der Linkspartei strikt abgelehnt. "Ich bleibe bei meiner Haltung: Keine Koalition mit den Linken", sagte Hessens Ministerpräsident, der in Wiesbaden mit den Grünen regiert, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montagsausgabe).

Dagegen rief der Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Anton Hofreiter, alle demokratischen Parteien auf, eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei nicht auszuschließen. Der linke Ministerpräsident und Wahlsieger Bodo Ramelow könne nicht mit der "rechtsextremen AfD" gleichgesetzt werden, sagte Hofreiter den Funke-Zeitungen. "Es wird jetzt schwierig. Aber am Ende sind jetzt alle Demokraten gefordert, das Votum der Wählerinnen und Wähler anzunehmen."

Über das Abschneiden seiner eigenen Partei zeigte sich Hofreiter enttäuscht. "Wir haben es nicht geschafft, in die Breite der Gesellschaft vorzudringen", sagte er. "Mich bedrückt aber noch mehr das Abschneiden der AfD mit dem Faschisten Höcke an der Spitze."

Thüringen hat gewählt - die wichtigsten Erkenntnisse des Wahlabends im Überblick

28. Oktober 2019, 0.41 Uhr: Die Wähler haben gesprochen, die Wahlhelfer ihren Dienst getan - die wichtigsten praktischen Fragen der Thüringer Landtagswahl sind geklärt. Fakt ist: Die Linke wird mit 31 Prozent erstmals stärkste Partei bei einer Landtagswahl, die AfD verdoppelt ihren Stimmanteil und ist nun zweitstärkste Kraft. Die FDP schafft den Wiedereinzug in den Erfurter Landtag, wenn auch erst nach langer Zitterpartie

Zu den großen Verlierern zählen die früheren Volksparteien CDU und SPD, die mit drastischen Einbußen leben müssen - und nun weit entfernt von dem Ministerpräsidenten-Amt sind, für das sie einst stets als erste Anwärter galten. Wenig Grund zur Freude haben auch die Grünen. Zwar schafft die Öko-Partei einmal mehr den Sprung in einen Ost-Landtag. Die große Erfolgswelle, auf der die Grünen selbst in Brandenburg zuletzt schwammen, scheint zunächst aber erst einmal abgeebbt. Die Partei hat im Vergleich zur letzten Thüringen-Wahl verloren.

Hinter den nüchternen Zahlen lauern aber mehrere ungeklärte Fragen. Zunächst einmal ganz praktisch für die Thüringer Landespolitik. Denn eine Regierungsmehrheit scheint sich nach dem Wahlergebnis nicht ohne Weiteres zu bieten. Eine Koalition mit der AfD haben alle Parteien ausgeschlossen. Mehrheiten ohne die Rechtspopulisten hätte aber nur ein eher abseitiges Bündnis aus Linke und CDU, sowie eine Vierparteien-Koalition aus Linke, SPD, Grüne und FDP. CDU und FDP haben beiden Varianten am Abend immer wieder Absagen erteilt, wenn auch in wechselnder Intensität und Eindeutigkeit. Eine Lösung der Misere scheint nicht ausgeschlossen, aber doch reichlich unwahrscheinlich. Am Ende könnte eine Minderheitsregierung stehen.

Beschäftigen dürfte das Wahlergebnis aber auch noch die Bundespolitik. Nach Lesart vieler Politiker gibt es in Thüringen nach dem Wahlabend keine Mehrheit für die „politische Mitte“ mehr - in gewisser Hinsicht eine drastische Zäsur. Zugleich haben beide GroKo-Parteien deutlich eingebüßt. Rückenwind für die Berliner Regierung, aber auch für CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer, ist das nicht. 

Abzuwarten bleibt auch, was der Erfolg mit der Bundes-AfD macht. Der äußerst rechte „Flügel“ Björn Höckes könnte weiter an Einfluss gewinnen. Ein denkwürdiges Zitat lieferte Parteichef Alexander Gauland, der Höcke „in der Mitte der Partei“ verortete. Zugleich wollte er sich einer Wahl des Politikers in die Spitze der Bundespartei nicht entgegenstellen. Erst vor kurzem hatte ein Gericht geurteilt, Höcke dürfe als „Faschist“ bezeichnet werden.

Die wichtigsten Pressestimmen zum Wahlausgang haben wir in diesem Artikel für Sie gesammelt. Wir beenden für heute Abend die Berichterstattung zur Landtagswahl in Thüringen. Bereits ab 5 Uhr halten wir Sie an dieser Stelle wieder über alle relevanten Entwicklungen in Erfurt auf dem Laufenden.

23.50 Uhr: Die Auszählung der Thüringen-Wahl ist beendet. Auch die zuletzt wohl spannendste Frage des Abends ist geklärt: Die FDP hat den Sprung in den Landtag wohl geschafft. Die Liberalen werden im vorläufigen Endergebnis mit 5,0005 Prozent geführt. Die Resultate im Überblick:

Linke

AfD

CDU

Grüne

SPD

FDP

Vorläufiges Endergebnis

31,0 %

23,4 %

21,8 %

5,2 %

8,2 %

5,0 %

Die FDP ist nun in Feierlaune: „Jetzt trinke ich ein Bier auf ex“, zitiert die Thüringer Allgemeine Spitzenkandidat Thomas Kemmerich.

Landtagswahl Thüringen 2019: Höcke attackiert in „Tagesthemen“ die Medien - Mohring reagiert heftig auf Frage

News vom 27. Oktober 2019, 23.10 Uhr: Ein Interview mit AfD-Spitzenkandidat Björn Höcke in den ARD-“Tagesthemen“ ist ohne größeren Eklat über die Bühne gegangen - allerdings nicht ohne eine erneute Attacke des „Flügel“-Politikers auf die Medien. Auf die Frage von „Tagesthemen“-Anchorman Ingo Zamperoni, ob er angesichts schwacher persönlicher Umfrage-Werte nicht ein „Klotz am Bein“ der reüssierenden AfD sei, gab Höcke den Journalisten die Schuld an den Ergebnissen für seine Person.

Er sei „zum Teufel der Nation stilisiert worden“, klagte Höcke. Es handle sich um einen Schaden, den zwar nicht Zamperoni persönlich, aber doch seine Kollegen verursacht hätten. „Ich denke nicht, dass wir Sie verteufelt haben“, konterte der ARD-Mann, vielmehr habe man die Zuseher und Leser mit Höckes eigenen Positionen konfrontiert.

Bekannte Vorwürfe erhob Höcke auch gegen den Verfassungsschutz und die parlamentarische Konkurrenz: Der Inlands-Geheimdienst sei zum „Etabliertenschutz“ verkommen, die anderen Parteien verspottete er als „Kartell-Parteien“. 

Einen kuriosen Moment gab es beim vorangegangenen Gespräch Zamperonis mit CDU-Spitzenkandidat Mike Mohring. Auf die Frage, ob nicht ein Rücktritt Mohrings die eher aussichtslose Lage bei möglichen Koalitionsgesprächen mit der Linken bereinigen könnte, reagierte der Politiker beinahe ungehalten. „Na, Sie sind ja lustig!“, rief er aus - es liege an Ramelow, nicht an der CDU, eine parlamentarische Mehrheit herzustellen.

Linke

AfD

CDU

Grüne

SPD

FDP

Sonstige

Hochrechnung 23.02 Uhr (ARD):

31,0 %

23,4 %

21,8 %

5,1 %

8,2 %

5,0 %

5,4 %

Hochrechnung 22.39 Uhr (ZDF):

31,0 %

23,5 %

21,8 %

5,2 %

8,2 %

5,0 %

5,3 %

Nach der Wahl in Thüringen: Merz fordert Konsequenzen in der CDU

22.50 Uhr: Der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz hat die CDU aufgefordert, auf das Wahlergebnis von Thüringen angemessen zu reagieren. Den Ausgang der Wahl „kann die CDU nicht mehr ignorieren oder einfach aussitzen“, schrieb Merz am Sonntagabend auf Twitter. Welche Konsequenzen genau die Partei nun ziehen solle, sagte er jedoch nicht.

„Erstmals in der deutschen Nachkriegsgeschichte haben CDU, SPD, FDP und Grüne zusammen in einem Parlament keine Mehrheit mehr.“ Wenn es zwischen diesen Parteien keine wahrnehmbaren Unterschiede mehr gebe, wichen die Wähler aus - nach links und nach rechts.

Thüringen-Wahl: Ramelow erobert Direktmandat in Erfurt zurück

22.40 Uhr: Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat bei der Landtagswahl am Sonntag sein Direktmandat zurückerobert. Er lag nach Auszählung fast aller Stimmbezirke in seinem Wahlkreis Erfurt III mit 42 Prozent der Stimmen weit vorn. Auf den zweiten Platz kam der CDU-Politiker Dominik Kordon mit 16,5 Prozent, Platz drei ging mit gut 14 Prozent an Marek Erfurth von der AfD.

Ramelow hatte schon früher das Direktmandat in dem Wahlkreis geholt. Bei der Landtagswahl 2014 verlor er es jedoch an die CDU-Politikerin Marion Walsmann. Er zog über die Landesliste ins Parlament ein, legte sein Mandat aber nach der Wahl zum Ministerpräsidenten nieder.

Der Thüringer Regierungschef will sich schon bald im Landtag für weitere fünf Jahre als Ministerpräsident zur Wahl stellen. „Die Wählerinnen und Wähler haben Vertrauen zu meiner Kraft, auch die zukünftige Regierung zügig bilden zu können. Und ich habe natürlich die Absicht, mich sehr schnell im Parlament zur Wahl zu stellen“, sagte er im ZDF. Danach werde es keine „wackeligen Verhältnisse“ geben, sagte er.

Unterdessen hat die CDU bei der Landtagswahl in Thüringen die meisten Direktmandate gewonnen. Die Christdemokraten holten am Sonntag nach Auszählung fast aller Wahlbezirke insgesamt 21 der 44 Wahlkreismandate, über die die Wähler mit der Erststimme entschieden. Auf die Linkspartei und die AfD entfielen laut Statistik des Landeswahlleiters jeweils elf Direktmandate.

22.30 Uhr: Zahlen, die man sacken lassen muss: Laut infratest dimap ist die AfD (23 Prozent) stärkste Kraft in der Wählergruppe der unter 25-Jährigen geworden - knapp gefolgt von der Linken (22). Besonders schlecht schnitt die SPD in dieser jungen Wählerschaft ab (5).

Bei den Über-60-Jährigen schnitt die Linke am stärksten ab (38), gefolgt von der CDU (25) und der AfD (18).

Thüringen-Wahl: Hochrechnung - AfD und Höcke mit Rekord-Ergebnis - Auszählungs-Drama bahnt sich an

22.12 Uhr: Biathlon-Olympiasieger Frank Ullrich hat bei der Landtagswahl in Thüringen am Sonntag als SPD-Direktkandidat knapp gegen den AfD-Bewerber René Aust verloren. Aust erreichte nach Angaben des Landeswahlleiters vom Sonntag im Südthüringer Wahlkreis Schmalkalden-Meiningen II 24,2 Prozent und lag damit 220 Stimmen vor Ullrich, der auf 23,3 Prozent kam. Die bisherige Mandatsinhaberin Christina Liebetrau (CDU) erzielte 22,8 Prozent.

21.57 Uhr: Aktuell werden verschiedene Gäste bei „Anne Will“ in der ARD über die Landtagswahl in Thüringen sprechen -auch im Hinblick auf 30 Jahre Mauerfall.

21.48 Uhr: Die FDP darf hoffen: Die Liberalen liegen nunmehr bei 5,0044 Prozent - so ist es in einem Zwischenstand der Thüringer Landeswahlleitung von 21.45 Uhr nachzulesen.

21.44 Uhr: Wahl-Analysen liefern erste Erklärungen für das drastische Ergebnis: Die deutlichen Gewinne der AfD in Thüringen gehen zu rund der Hälfte auf das Konto bisheriger Nichtwähler. 77.000 von ihnen machten vorläufigen Auswertungen des Instituts Infratest dimap für die ARD zufolge diesmal bei den Rechtspopulisten ihr Kreuz. 36.000 Wähler gingen von der CDU zur AfD, 17.000 von der Linken, 7000 von der SPD und 1000 von den Grünen, außerdem 15.000 von sonstigen Parteien.

Die Linkspartei gewann 20.000 Wähler von der CDU, 17.000 von der SPD und 8000 von den Grünen, außerdem 47.000 aus dem Lager der Nichtwähler. Die CDU musste außer an AfD und Linke auch 5000 Wähler an die Grünen abgeben. Sie konnte aber 1000 Wähler von der SPD und 31.000 bisherige Nichtwähler für sich gewinnen.

Die SPD gab an alle anderen Parteien Wähler ab, konnte aber 13.000 bisherige Nichtwähler überzeugen. Sehr durchwachsen ist das Bild bei den Grünen: Den Gewinnen bei früheren Wählern von CDU und SPD stehen Verluste an die Linke und die AfD gegenüber, außerdem gab es ein Plus von 3000 aus dem Nichtwähler-Lager.

Wahl in Thüringen: Auszählungs-Drama für die FDP - Liberale stehen bei „4,9990 Prozent“

21.32 Uhr: Eine neue Hochrechnung der ARD sieht kleinere Verluste für die CDU und die AfD; die Linke nimmt hingegen womöglich sogar noch Kurs auf 31 Prozent. Leise aufatmen dürfen die Grünen - sie werden in der Hochrechnung immerhin wieder bei 5,1 Prozent geführt.

Die FDP steuert unterdessen auf eine Art Foto-Finish zu: Einem Bericht der Thüringer Allgemeine zufolge fehlten den Liberalen um kurz vor 21.30 Uhr noch drei Stimmen für den Einzug in den Landtag. Zu diesem Zeitpunkt stand die Partei in der Live-Auszählung des Landeswahlleiters bei 4,9990 Prozent.

Thüringen-Wahl 2019: Kein Direktmandat für Höcke - für die FDP zählt jede Stimme

21.27 Uhr: Weiter bangen muss die FDP - die Partei lag in den Hochrechnungen zuletzt bei genau 5,0 Prozent. Der MDR will nun erfahren haben: Den Liberalen fehlen noch rund 50 Stimmen zum Einzug in den Landtag. Kommen könnten diese noch aus 80 Wahllokalen, die noch nicht fertig ausgezählt haben, schrieb der Sender um 21 Uhr auf seiner Webseite. Unklar ist auch noch, ob die Grünen den Wiedereinzug in den Landtag schaffen.

21.22 Uhr: AfD-Spitzenkandidat Björn Höcke hat in seinem Wahlkreis Eichsfeld I offenbar das Direktmandat verpasst. Nach Informationen der Thüringer Allgemeine lag am Abend dort der CDU-Kandidat Thadäus König uneinholbar vorne. Seinen Wahlkreis gewonnen hat hingegen CDU-Spitzenmann Mike Mohring. Er blieb im Kreis „Weimarer Land I/Saalfeld-Rudolstadt III“ gut fünf Prozentpunkte vor dem AfD-Politiker Torben Braga.

Landtagswahl Thüringen: Desaster für Frauke Petry, AfD verliert in Höckes Wohnort

20.40 Uhr: Ein kleiner Blick in die Stimmkreise: Ausgerechnet in Björn Höckes Wohnort Bornhagen hat die AfD leichte Verluste verzeichnet, wie der MDR online berichtet - allerdings wurde die Partei dort nichtsdestotrotz mit 36 Prozent stärkste Kraft - deutlich vor der CDU mit 27 Prozent.

Sehr bitter verläuft der Abend für Frauke Petrys „Blaue Partei“, wie aus von der Thüringer Allgemeinen veröffentlichten Ergebnissen hervorgeht: In den meisten der bislang fertig ausgezählten Wahlkreise landet die Liste unter dem Titel „Blaue #TeamPetry Thüringen“ bei 0,0 bis 0,1 Prozent der Stimmen - und teils deutlich hinter Exoten wie den Grauen Panthern, der MLPD und der Partei für Gesundheitsforschung. Ähnlich schwache Ergebnisse erzielte nur die KPD. 

20.25 Uhr: Zu den eher heiteren Randnotizen des Abends gehört die immer häufiger virulente Frage nach der Benennung neuer Koalitions-Konstellationen: Das Kürze „r2g2“ für ein Bündnis aus Linke, SPD, Grünen und FDP sorgte in den Debatten über das Thüringer Wahlergebniss jedenfalls für einige Fragezeichen - etwa, wenn es darum geht, für was eigentlich das zweite „g“ steht.

Thüringen-Wahl: FDP muss weiter um Einzug bangen - und jetzt auch die Grünen

20.07 Uhr: Es gibt eine neue Hochrechnung von der ARD. Brisant dabei: Die Grünen sind dieser zufolge nun ebenfalls vom Scheitern an der Fünfprozent-Hürde bedroht - die Ökopartei wird aktuell ebenso wie die FDP auf fünf Prozent taxiert. Nach Ansicht der Demoskopen des ZDF rangieren beide Parteien immerhin noch bei 5,1 Prozent. Die Linke hat in der neuen ARD-Hochrechnung zudem deutlich die Marke von 30 Prozent geknackt.

Landtagswahl in Thüringen: Ändert die FDP schnell die Meinung?

19.58 Uhr: Bröckelt nun bei der FDP der Widerstand gegen ein Viererbündnis in Thüringen? Bei der Berliner Runde zur Thüringen-Wahl im ZDF wird FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg gefragt, wie sie zu einer Koalition mit Linke, Grünen und steht. Interessant dabei: Teuteberg schließt diese Option nicht mehr explizit aus. 

Man müsse erstmal den Wahlabend abwarten, „ob es dann am Ende reicht“, erklärt sie. Teuteberg: „Wir haben die ganz klare Haltung, dass wir Rot-Rot-Grün beenden wollen und werden dann, wenn wir das Endergebnis haben, verantwortlich damit umgehen.“ Auf die wiederholte Frage, was das für eine Vierer-Koalition hieße, sagt die Generalsekretärin: „Das werden wir sicherlich dann mit unserem Landesverband bespreche. Aber wir streben es auf keinen Fall an und werden das Endergebnis abwarten müssen.“ Von Ausschließen sagt sie explizit nichts.

19.24 Uhr: Ein interessanter Randaspekt: Für den Wahl-Erfolg der Linken scheint nicht zuletzt Ministerpräsident Bodo Ramelow verantwortlich zu sein. Björn Höcke scheint als Person für die Wahlentscheidung der AfD-Anhänger jedoch kaum eine Rolle gespielt zu haben.

Nach einer Erhebung von infratest dimap beeinflusste Ramelow 37 Prozent der Linke-Wähler positiv bei der Stimmabgabe. Höcke als Grund für die Wahlentscheidung nannten hingegen nur 14 Prozent der AfD-Wähler. 

Ähnlich ist die Stimmung nach einer Analyse der Forschungsgruppe Wahlen auch in der Gesamtbevölkerung Thüringens. Im Duell Linke- gegen AfD-Kandidat seien 72 Prozent für Ramelow und lediglich 14 Prozent für den AfD-Mann Björn Höcke, der selbst die eigenen Reihen nur bedingt überzeuge, hieß es.

Thüringen-Wahl 2019: Optionen ohne AfD ausgeschlossen - droht ein Koalitions-Debakel? 

19.07 Uhr: Auch die zweite Koalitionsoption abseits der AfD scheint schon jetzt ausgeschlossen: FDP-Spitzenkandidat Thomas Kemmerich hat ein Bündnis mit der Linken ausgeschlossen. Er favorisiere weiterhin eine Minderheitsregierung, sagte er am Sonntag in Erfurt. Kemmerich sagte auf die Frage nach einem Bündnis mit der Linken: „Das schließe ich auch am heutigen Abend aus.“

Ähnlich äußerte sich Parteichef Christian Lindner. „Jetzt alle Überzeugungen über Bord zu schmeißen, damit ein Linker Ministerpräsident wird - ich glaube, das würde die Politikverdrossenheit befördern“, sagte Lindner im Ersten. Ein Bündnis aus Linke und CDU oder eine „r2g2“-Koalition (aus Linke, SPD, Grüne und FDP) sind Stand jetzt die einzigen Konstellationen, in denen sich ohne Beteiligung der AfD eine Regierungsmehrheit herstellen lässt.

Landtagswahl in Thüringen - CDU-Spitzenkandidat Mike Mohring muss ein schwaches Ergebnis hinnehmen.

Ein Bündnis mit der Linken hatte bereits früh am Abend die Parlamentspräsidentin Birgit Diezel (CDU) ausgeschlossen. Ablehnend äußerte sich auch CDU-Spitzenkandidat Mike Mohring. Er schloss Bündnisse mit der AfD oder der Linkspartei aus. Die "demokratische Mitte" habe verloren, sagte er. Thüringen sei nun in der besonderen Situation, dass eine "Regierungsbildung in der Mitte nicht möglich" sei. Er könne "heute Abend nicht Antworten geben" auf die Frage, wie der Freistaat in Zukunft regiert werden solle, sagte Mohring.

Landtagswahl in Thüringen: Rutscht die Bundes-AfD noch weiter nach rechts?

18.53 Uhr: Aus der AfD gibt es weiter Indizien für eine mögliche Neuaufstellung der Parteispitze - in Richtung einer noch rechteren, in den Augen einiger Beobachter gar rechtsextremen Politik. Auch Partei-Co-Chef Alexander Gauland will sich einer Kandidatur Höckes für den AfD-Parteivorstand demonstrativ nicht entgegenstellen: „Das entscheidet bei uns der Parteitag“, betont er im Ersten. Die ostdeutschen Landesverbände würden nun eine stärkere Repräsentanz in der Parteispitze verlangen, sagt Gauland - „und damit haben sie auch Recht“.

„Der Flügel ist nicht rechtsextrem und Björn Höcke ist nicht rechtsextrem“, erklärt Gauland weiter. Er sprach zugleich von einer möglichen „bürgerlichen“ Koalition in Thüringen mit der CDU. Dazu müssten die Christdemokraten allerdings ihre „linken Funktionäre“ in die Schranken weisen. Ein solches Bündnis will allerdings offenbar nicht mal die rechte „Werte-Union“ in der CDU. Die Thüringer CDU müsse sich „in der Opposition klar gegen Rot-Rot-Grün positionieren“, teilte ein Sprecher des Bündnisses am Sonntagabend mit.

18.45 Uhr: Es gibt eine neue Hochrechnung von Infratest dimap und der ARD. Die Ergebnisse scheinen sich zu stabilisieren - ein spannender Wahlabend könnte allerdings weiter den Liberalen bevorstehen. Die Zahlen zumindest des Ersten sehen die FDP weiterhin haarscharf an der Grenze zum Verpassen des Einzugs in den Landtag.

Thüringen-Hochrechnung: Wohl nur zwei Koalitionen ohne AfD möglich - CDU-Politiker bremst schon jetzt

18.40 Uhr: Eine der wenigen Koalitionsoptionen in Thüringen wäre ein Bündnis aus Linke und CDU - Thüringen Parlamentspräsidentin Birgit Diezel scheint allerdings schon früh am Abend entsprechende Gedankenspiele dämpfen zu wollen. Bodo Ramelow pflege zwar einen pragmatischen Politikstil, räumt sie ein - „aber Parteien koalieren miteinander und nicht einzelne Menschen oder Politiker“, betont Diezel im Ersten. „Wir haben von Anfang an ausgeschlossen, mit der Linken zu koalieren.“

Thüringen: SPD und Grüne enttäuscht - Dreyer „schockiert“ über Wahlerfolg der AfD.

18.36 Uhr: Unter den großen Verlierern des Wahlabends finden sich Grüne und SPD. Die Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, äußerte sich nach. Den Grünen sei es nicht gelungen, ihre gute Regierungsarbeit in der rot-rot-grünen Koalition in Wählerstimmen umzuwandeln, sagte sie am Sonntag in der ARD. Insbesondere sei es nicht gelungen, das Thema Klimaschutz im ländlichen Raum „nach vorne zu positionieren“, wie es eigentlich notwendig sei.

Auch Thüringens SPD-Fraktionschef Matthias Hey hat sich enttäuscht vom Abschneiden seiner Partei bei der Landtagswahl in Thüringen gezeigt. „Das ist ein sehr, sehr bitteres Ergebnis für die Sozialdemokraten. Das fühlt sich nicht gut an“, sagte er am Sonntag in Erfurt. 

Die kommissarische SPD-Chefin Malu Dreyer erklärte in Berlin, das Ergebnis der AfD schockiere sie sehr. Die Partei werde in Teilen vom Verfassungsschutz beobachtet und habe ihren Erfolg mit dem Rechtsextremisten Höcke an der Spitze errungen.

Malu Dreyer am Sonntagabend bei ihrem Statement im Willy-Brandt-Haus.

Thüringen-Landtagswahl: Meuthen äußert sich zu nach Hochrechnung Höcke - und befeuert Befürchtungen

18.26 Uhr: Kritisch beäugt wird das Thüringer Wahlergebnis auch mit Blick auf seine möglichen Auswirkung auf die AfD - wird die Partei nach dem Erfolg des Rechtsaußen Björn Höcke noch weiter in Richtung Rechtsextremismus rücken? AfD-Chef Jörg Meuthen hat sich im ZDF zunächst ausweichend zu einer möglichen Wahl Höckes in den Parteivorstand geäußert. 

„Das müssen Sie Björn Höcke fragen und nicht mich“, erklärte er nach einer etwaigen Wahlempfehlung für Höcke befragt, „wir sind eine basisdemokratische Partei.“ Wenn Höcke antreten wolle, solle er antreten.

Landtagswahl Thüringen 2019: Erste Prognose da - Schräge Koalition nun quasi Pflicht? 

18.21 Uhr: Vizekanzler Olaf Scholz warnt in einer ersten Reaktion bereits vor einer Regierungsbeteiligung der AfD. Nehmen die Thüringer Parteien diese Mahnung ernst, es bleiben ihnen nach aktuellem Stand nur wenige Koalitionsoptionen. Offenbar muss sich die Linke entweder mit der CDU oder - zusätzlich zu Grünen und SPD - mit der FDP zusammenraufen, um eine Mehrheit jenseits der AfD auf die Beine zu stellen.

Unterdessen liegt die erste Hochrechnung der ARD vor. Sie bringt nur geringe Verschiebungen gegenüber den zuvor veröffentlichten Prognosen.

18.15 Uhr: Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) erklärt am Mikrofon der ARD mit Blick auf die Wahlbeteiligung, er sei vor allem „unglaublich stolz auf das Land Thüringen“. Die AfD und Björn Höcke seien weit entfernt von jeglichem Regierungsauftrag, betont er zudem.

18.08 Uhr: Die großen Gewinner der Wahl sind eindeutig die Linke und die AfD. Die Partei von Ministerpräsident Bodo Ramelow ist zum ersten Mal stärkste Kraft bei einer Landtagswahl geworden. Die AfD wird ihr Wahlergebnis wohl mehr als verdoppeln. 

Ein Ergebnis mit Sprengkraft also - dass die ARD zu einem eher unerwarteten Schritt veranlasst: Das Erste nimmt doch noch die „Lindenstraße“ aus dem Programm und berichtet nun bis mindestens 20.00 Uhr weiter durchgehend über die Wahl in Thüringen.

18.02 Uhr: Damit scheint schon jetzt klar: Rot-Rot-Grün wird wohl keine Mehrheit mehr erhalten - das dürfte wohl sogar gelten, wenn die FDP den Einzug in den Erfurter Landtag verfehlt. Zugleich könnte selbst einer Vierer-Koalition aus CDU, SPD, FDP und Grünen eine Regierungsoption fehlen. Klar ist auch: Entweder Linke oder AfD werden an der Regierung beteiligt sein müssen. 

Landtagswahl Thüringen 2019: Ramelows Linke und Höckes AfD überaus stark - erste Prognose liegt vor

18.00 Uhr: Die ersten Prognosen aus Thüringen liegen vor:

Linke

AfD

CDU

Grüne

SPD

FDP

Sonstige

Prognose 18 Uhr (ARD):

29,5 %

24,0 %

22,5 %

5,5 %

8,5%

5,0 %

5,0 %

Prognose 18 Uhr (ZDF):

30,0 %

23,0 %

22,0 %

5,5 %

8,0 %

 5,5 %

 6 %

17.46 Uhr: Die Thüringer jedenfalls scheinen motiviert, von ihrem demokratischen Mitbestimmungsrecht Gebrauch zu machen: Bereits um 16 Uhr hatten mehr Wahlberechtigte ihre Stimme abgegeben, als 2014 bis zum Schluss der Wahllokale. Die Wahlbeteiligung lag vor knapp zwei Stunden bereits bei 54,1 Prozent (siehe 17.00 Uhr) - 2014 waren insgesamt 52,7 Prozent der Wahlberechtigten zur Tat geschritten. Die Briefwähler sind in den aktuellen Zahlen vom Nachmittag noch nicht enthalten.

Thüringen-Wahl 2019: Wähler zufrieden mit Ramelows Regierung - trotzdem droht die Abwahl - Ergebnisse, Hochrechnungen

17.35 Uhr: Noch 25 Minuten bis zur Veröffentlichung der ersten Prognosen aus Thüringen. Eine bemerkenswerte erste Erkenntnis liefern die Demoskopen schon vorab: Laut einer Erhebung von infratest dimap im Auftrag der ARD zeigten sich zuletzt 58 Prozent der Thüringer zufrieden mit der Regierungsarbeit - und nur 39 Prozent unzufrieden. Zugleich erklärten 70 Prozent der Befragten, Bodo Ramelow sei ein guter Ministerpräsident.

Dennoch könnte der rot-rot-grünen Koalitionen von Bodo Ramelow die Abwahl drohen. Die drei Parteien müssen Umfragen zufolge auf sehr spezielle Umstände hoffen, um ihr Bündnis mit Regierungsmehrheit fortsetzen zu können. Darunter etwa ein Ausscheiden der FDP aus dem Landtag.

Landtagswahl in Thüringen: Hohe Wahlbeteiligung - Ergebnisse von Linke, CDU und AfD mit Spannung erwartet

17.00 Uhr: Bei der Landtagswahl haben bis 16 Uhr rund 54,1 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme in einem Wahllokal abgegeben. Bei der Landtagswahl 2014 betrug die Wahlbeteiligung zur selben Zeit 40,8 Prozent. Bei der Europawahl im Mai 2019 betrug die Wahlbeteiligung zum gleichen Zeitpunkt 48,5 Prozent.

16.48 Uhr: Noch eine gute Stunde ist es bis zu den ersten Prognosen. Sie werden mit groér Spannung erwartet. Die große Frage wird dann auch sein: Reicht es für Rot-Rot-Grün? Es dürfte ansonsten jedenfalls zu einer extrem schwierigen Koalitionsbildung kommen.

16.19 Uhr: Der Wahlkampf in Thüringen wurde teils mit harten Bandagen geführt. Inhaltlich gab es weniger ein großes Thema, als eine Vielzahl, die diskutiert wurden. Wichtig war den Wählern und Parteien das Thema digitale Infrastruktur, da in vielen ländlichen Bereichen nur langsames Internet zur Verfügung stehe. Auch die Verkehrsanbindung im ländlichen Raum war ein Thema, ebenso, wie die Umweltpolitik. Vor allem Schäden im Thüringer Wald wurden kritisiert. Gemeinsam mit Lehrermangel, innerer Sicherheit, Migration und einem Mangel an Pflegepersonal entstand so ein relativ buntes Potpourri. 

Höcke in der Zwickmühle - darum ist das AfD-Ergebnis so wichtig für ihn - Ergebnisse, Hochrechnungen, Prognose

15.55 Uhr: Die AfD wird bei der Landtagswahl in Thüringen sehr wahrscheinlich einer der großen Gewinner sein. Die Partei könnte ihr Ergebnis von 2014 verdoppeln und auf mehr als 20% der Stimmen kommen. Für Björn Höcke ist die Wahl aber auch innerparteilich extrem wichtig.

Höcke war in der jüngsten Vergangenheit als Aushängeschild des Rechtsaußen-Flügels innerhalb der AfD in die Kritik geraten. Höcke befindet sich aktuell in einer Zwickmühle: Der bürgerlichere Part der Partei sieht in ihm das Gesicht eines extremen Flügels mit Tendenzen, die man gerne von sich weisen würde. Tatsächlich laufen Höcke rechte Hardliner, allen voran Andreas Kalbitz innerhalb des rechten Flügels den Rang ab. 

Deshalb ist das Ergebnis in Thüringen für Höckes Stellung innerhalb der AfD sehr wichtig. Will er in seiner Partei eine bedeutende Rolle spielen, muss Höcke die guten Ergebnisse aus Brandenburg (23,5%) und Sachsen (27,5%) zumindest annähernd erreichen.

Wahlbeteiligung bei Landtagswahl in Thüringen deutlich höher als 2014

15.37 Uhr: Die Wahlbeteiligung bei der Landtagswahl in Thüringen wird aller Wahrscheinlichkeit deutlich höher ausfallen als noch 2014. Bis 14 Uhr haben bereits 42,5% der Wahlbeteiligten ihre Stimme abgegeben. Das teilte der Landeswahlleiter mit.

Bei der Landtagswahl 2014 hatten zum selben Zeitpunkt nur 30% den Weg zur Urne gefunden. Nicht mit eingerechnet sind bei diesen Zahlen die Briefwähler. Circa 14% der Wahlberechtigten hatten zuvor eine Briefwahl beantragt.

Landtagswahl in Thüringen: Die ersten Prognosen gibt es ab 18 Uhr

15.20 Uhr: Noch bis 18 Uhr sind die Wahllokale in Thüringen geöffnet. Und schon zu dieser Uhrzeit soll es eine erste Ergebnisprognose zur Landtagswahl geben. Diese lässt die ARD vom Wahlforschungsinstitut Infratest dimap erstellen. Dazu liegen in repräsentativ ausgewählten Wahllokalen Fragebögen aus, die die Wähler freiwillig und anonym ausfüllen können. Wähler können nach der echten Stimmabgabe die Fragebögen ausfüllen und in eine gesonderte Prognose-Urne werfen.

Thüringen-Wahl: Ergebnisse von AfD und FDP werden entscheidend für Koalitionsbildung

15.05 Uhr: In Thüringen steht uns ein extrem enges Rennen bevor. Mitentscheidend dürfte dabei das Wahlergebnis der FDP werden. Die Liberalen rangierten in den Umfragen bei um die fünf Prozent und bangen deshalb um den Wiedereinzug in den Landtag. Schaffen sie diesen Schritt, wird es höchstwahrscheinlich sehr eng für Bodo Ramelows rot-rot-grüne Koalition eine Mehrheit zu bilden. 

Kommt die FDP nicht in den Landtag, könnte Ramelow möglicherweise trotz weniger als 50% der Stimmen eine sitzemäßige Mehrheit mit rot-rot-grün im Landtag erreichen.

Noch wichtiger ist aber sicher das abschneiden der AfD. In den Umfragen kamen die Rechtspopulisten teils auf knapp 24%, wie die CDU. Eine Koalition mit der AfD haben zuvor sowohl die Linke, als auch die CDU ausgeschlossen.

14.44 Uhr: Die Spitzenkandidaten der Parteien in Thüringen haben ihre Stimmen bereits abgegeben. Bereits bevor es die ersten Ergebnisse gegen 18.30 geben wird, treffen sich die Parteien zu ihren jeweiligen Wahlpartys in Erfurt.

Thüringen-Wahl 2019: AfD, Linke, CDU - Enges Rennen bahnt sich in Prognose an - was sagen erste Hochrechnungen?

14.25 Uhr: Bei der Landtagswahl in Thüringen bahnt sich ein extrem enges Rennen der Parteien an. Besonders, dass im Vorfeld verschiedene Konstellationen von vornherein ausgeschlossen wurden und die erwarteten Prozentverteilungen an sich machen eine Mehrheitsfindung höchstwahrscheinlich sehr kompliziert. Doch für den amtierenden Ministerpräsidenten Bodo Ramelow könnte es am Ende doch reichen - auch ohne Mehrheit. Dafür verantwortlich ist eine Besonderheit in der Verfassung Thüringens.

Denn in der Verfassung aus dem Jahr 1993 wird zwar in Artikel 70 festgelegt, dass der Ministerpräsident vom Landtag mittels Mehrheitswahl bestimmt wird. Allerdings steht dort keine Zeitangabe wann der neue Landeschef bestimmt werden muss. Eine Besonderheit, denn: In Bayern muss der neue Ministerpräsident etwa in der ersten Woche nach dem Zusammentritt des neuen Landtages gewählt sein. 

Landtagswahl in Thüringen: Kuriose Rechtslage könnte Ramelow im Amt halten - auch ohne Mehrheit

Doch warum ist diese Regelung gut für Ramelow? Ganz einfach: Sollte sich im neu gewählten Landtag keine neue Mehrheit finden lassen, würde der amtierende Ministerpräsident vorerst geschäftsführend im Amt bleiben. Auch dies ist in der Verfassung geklärt: Bis zum Amtsantritt des neuen Ministerpräsidenten führt der alte die Geschäfte. 

Die Kombination beider Punkte erlaubt zumindest prinzipiell eine sehr kuriose Situation in Thüringen: Ramelows rot-rot-grüne Koalition könnte die Mehrheit verlieren - der Linken-Chef würde aber auch ohne Mehrheit im Amt bleiben und das auf unbestimmte Dauer, da es keinen Zeitpunkt gibt, zu dem das neue Parlament einen neuen Chef bestimmt haben muss.

Und dann gibt es da noch eine Besonderheit in Thüringen, die eine Rolle spielen könnte: Für die Auflösung des Landtags, die es etwa für Neuwahlen bräuchte, benötigt man in dem Bundesland eine Zweidrittelmehrheit. In Bayern reicht etwa eine einfache Mehrheit. Nun könnte eine solche Zweidrittelmehrheit durchaus schwer zu erreichen sein.

Dass die Linke und Ramelow sich auf dieses Szenario bereits vorbereitet haben, zeigt der Fakt, dass man bereits im Sommer 2019 den Haushalt für 2020 beschlossen hatte. Zu diesem Zeitpunkt hatte man ja noch die Mehrheit im Landtag. Über eine Haushaltsblockade hätten die anderen Parteien Ramelow zu Fall bringen können. Diese Situation hat der Ministerpräsident aber eben schon im Vorhinein beseitigt.

Wahl in Thüringen: Kommt es zur Minderheitsregierung? 

Dennoch würde Ramelow in diesem Fall eine Minderheitenregierung führen. Eine Regierungssituation, die permanent einen sehr hohen Druck für den Ministerpräsidenten bedeuten würde. Vor allem wäre Ramelow in diesem Fall höchstwahrscheinlich von der CDU abhängig, um eine Mehrheit zu erreichen. Blockiert Ramelow aber Neuwahlen scheint eine Zustimmung der Christdemokraten zu seinen Projekten eher unwahrscheinlich.

Thüringen-Wahl 2019: Hohe Wahlbeteiligung deutet sich an - Überraschungen möglich

14.07 Uhr: Es wird so langsam spannend in Thüringen! Die Landtagswahl läuft auf Hochtouren. Mit ersten Ergebnissen vom Landeswahlleiter ist ab 18.30 Uhr zu rechnen. 

Besonders spannend wird es auch, da sich schon jetzt eine deutlich höhere Wahlbeteiligung als bei der Landtagswahl in Thüringen 2014 andeutet. Die ehemaligen Nicht-Wähler könnten den Ausschlag geben. Exklusive Briefwählern lag die Wahlbeteiligung nach ANgaben des Landeswahlleiters um 12 Uhr bereits bei 31,2%. Zum Vergleich: 2014 waren zu diesem Zeitpunkt nur 19,9% der Wähler zu den Urnen gegangen.

Thüringen-Wahl 2019 im Live-Ticker: Ergebnisse, Hochrechnungen, Prognosen - Höckes AfD oder Ramelows Linke?

Erfurt - Nach den Wahlen in Sachsen und Brandenburg steht nun die Landtagswahl in Thüringen an. Am 27. Oktober 2019 sind die Bürger im Freistaat aufgefordert, ihre Stimme abzugeben.

Bislang zeichnet sich in den Umfragen ab, dass die Linke als stärkste Partei aus dem Rennen hervorgehen wird. CDU und AfD liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den zweiten Platz.

Landtagswahl in Thüringen 2019: Linke wohl stärkste Partei

Bei der vergangenen Landtagswahl 2014 gelang es der Linken nicht, stärkste Kraft zu werden. Dennoch musste die CDU in die Opposition, nachdem Linke, SPD und Grüne ein Dreierbündnis bildeten und die Regierungsgeschäfte übernahmen. Bei der nun anstehenden Wahl zeichnet sich aber ab, dass die Linke stärkste Partei wird.

CDU und AfD sind bislang etwa gleichauf, nur wenige Prozentpunkte hinter der Linken. Grüne und SPD versuchen, doch noch ein zweistelliges Ergebnis zu erzielen, die FDP muss um den Einzug in den Landtag bangen.

Thüringen-Wahl 2019: Ergebnisse, Hochrechnungen, Prognosen - Höckes AfD oder Ramelows Linke?

Der Ministerpräsident von Thüringen könnte auch in der nächsten Legislaturperiode Bodo Ramelow heißen. Doch nur, wenn SPD und Grüne entsprechend viele Prozentpunkte einbringen, wird das aktuelle Regierungsbündnis Bestand haben.

Eine wirkliche Alternative zum Amtsinhaber gibt es ohnehin nicht. Die CDU wird alleine nicht regierungsfähig sein. Und bei einer (sehr unwahrscheinlichen) Koalition mit der Linken, würde der Ministerpräsident nicht Mike Mohring - er machte Anfang des Jahres seine Krebserkrankung und zuletzt eine Morddrohung mit schockierendem Inhalt öffentlich -, sondern wohl doch wieder Ramelow werden.

Auch einen Ministerpräsidenten Björn Höcke (AfD) wird es nicht geben. Die AfD wird zwar zweit- oder drittstärkste Kraft im thüringischen Landtag, eine Koalition mit der AfD haben aber alle anderen Parteien ausgeschlossen.

Von den Spitzenkandidaten der anderen Parteien - Wolfgang Tiefensee (SPD), Anja Siegesmund und Dirk Adams (Die Grünen), Thomas L. Kemmerich (FDP) - hat aufgrund der prognostizierten Wahlergebnisse keiner eine Chance auf den Posten als Ministerpräsident.

Landtagswahl in Thüringen 2019: Höckes AfD zweit- oder drittstärkste Kraft

Auch wenn man aus den Umfragen schon herauslesen kann, wo die einzelnen Parteien ungefähr stehen: Die Landtagswahl 2019 in Thüringen wird spannend. Falls die Regierungskoalition aus der Linken, SPD und Grünen zerbrechen sollte, könnte es zur Bildung einer Minderheitsregierung kommen. Außerdem muss der künftige Landtag mit einer sehr starken AfD-Fraktion rechnen, die aller Wahrscheinlichkeit nach am Wahlabend als zweit- oder drittstärkste Kraft in den thüringischen Landtag einziehen wird. 

Doch egal, wie die Prognosen aussehen: Letztlich entscheidet sich erst am Wahlsonntag, welche Partie die stärkste Kraft im künftigen thüringischen Landtag wird, wie stark die AfD aus der Wahl hervorgeht, und wer nach der Landtagswahl 2019 der Ministerpräsident von Thüringen sein wird.

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