Energiewende

Stromnetz-Ausbau: Bürger sollen mitreden

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Berlin - 3800 Kilometer an neuen Stromtrassen sollen im Zuge der Energiewende in Deutschland gebaut werden. Zu den Planungen sollen sich jetzt erneut die Bürger zu Wort melden.

Die Bürger sollen in den kommenden acht Wochen ihre Meinung zum überarbeiteten Entwurf für mehrere große Stromautobahnen in Deutschland äußern. Bürger, Verbände, Umweltorganisationen oder Behörden sollten sich an einer Diskussion beteiligen, sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, am Donnerstag in Berlin. „Jetzt ist gefragt, dass mitgeredet wird, dass mitgemacht wird, dass mitentschieden wird und am Ende mitgestaltet wird.“

Energiewende: Diese Probleme sind noch zu lösen

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An sechs Informationstagen stellt die Bundesbehörde den Entwurf der Übertragungsnetzbetreiber zum „Netzentwicklungsplan Strom 2012“ vor. Bis zum 2. November können Bürger Stellungnahmen dazu abgeben. In der ersten Konsultationsphase, die vom 30. Mai bis 10. Juli dauerte, waren rund 1500 Stellungnahmen eingegangen, die in den nun vorliegenden überarbeiteten Netzentwicklungsplan eingeflossen sind.

Das Vorhaben ist ein Schlüsselprojekt der Energiewende. 3800 Kilometer an neuen Stromautobahnen sollen gebaut werden, um den Atomausstieg bis 2022 zu schaffen. Zudem sollen 4400 Kilometer im bestehenden Höchstspannungsnetz so optimiert werden, dass sie fit werden für die schwankende Ökostromeinspeisung. Insgesamt werden Kosten von 20 Milliarden Euro veranschlagt.

„Mehr Tempo beim Ausbau der Übertragungsnetze ist ein entscheidender Schlüssel für das Gelingen der Energiewende“, sagte Homann. Der Netzentwicklungsplan werde nach dem Bürgerdialog noch einmal überarbeitet und der Bundesregierung als Entwurf für einen Bundesbedarfsplan vorgelegt. Noch im Dezember soll vom Kabinett ein Gesetz auf den Weg gebracht werden, um die Stromautobahnen, die vor allem von Nord nach Süd verlaufen sollen, zu planen und zu bauen.

Homann rechnet bei einer zügigen Umsetzung des Zeitplans ab dem Jahr 2015 mit dem ersten Bauabschnitt. Die Bundesnetzagentur plädierte in dem Zusammenhang dafür, Stromleitungen, die Ländergrenzen überqueren, auf Bundesebene zu planen und genehmigen.

dpa

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