Debatte über Abschiebepraxis

Schweden gedenkt Anschlagsopfern

Kerzen leuchten für die Opfer des LKW-Anschlags in Stockholm. Foto: Markus Schreiber/Archiv
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Kerzen leuchten für die Opfer des LKW-Anschlags in Stockholm. Foto: Markus Schreiber/Archiv
Passanten haben Blumen an einer Absperrung vor dem Stockholmer Kaufhaus Åhléns City befestigt. Foto: Kenta Jönsson/Bildbyran via ZUMA Wire
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Passanten haben Blumen an einer Absperrung vor dem Stockholmer Kaufhaus Åhléns City befestigt. Foto: Kenta Jönsson/Bildbyran via ZUMA Wire
Das finnische Aussenministerium in Helsinki ist in den Farben Schwedens beleuchtet. Foto: Markku Ulander/Lehtikuva
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Das finnische Aussenministerium in Helsinki ist in den Farben Schwedens beleuchtet. Foto: Markku Ulander/Lehtikuva
Die Menschen in Stockholm bringen vor dem Kaufhaus Åhléns City mit Blumen ihre Trauer zum Ausdruck. Foto: Markus Schreiber
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Die Menschen in Stockholm bringen vor dem Kaufhaus Åhléns City mit Blumen ihre Trauer zum Ausdruck. Foto: Markus Schreiber
Der Ministerpräsident von Schweden, Stefan Löfven, legt Blumen nieder. Foto: Markus Schreiber
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Der Ministerpräsident von Schweden, Stefan Löfven, legt Blumen nieder. Foto: Markus Schreiber
Das Tatfahrzeug (Bildmitte) steht im Eingangsbereich eines Kaufhauses in Stockholm. Foto: Andreas Schyman/TT NEWS AGENCY
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Das Tatfahrzeug (Bildmitte) steht im Eingangsbereich eines Kaufhauses in Stockholm. Foto: Andreas Schyman/TT NEWS AGENCY

In Restaurants, Bahnhöfen und Geschäften steht das Leben in Schweden am Montag kurz still. Das Land gedenkt der Opfer des Anschlags in Stockholm. Derweil erhärtet sich der Verdacht gegen den Täter weiter.

Stockholm (dpa) - Drei Tage nach dem Lkw-Anschlag in Stockholm ist die Polizei überzeugt, den Attentäter gefasst zu haben. Der festgenommene Usbeke sei "mit großer Sicherheit" der Täter, sagte Reichspolizeichef Dan Eliasson am Montag.

Medienberichte über ein Geständnis des Mannes bestätigte er nicht. Schweden gedachte der Opfer des Anschlags landesweit mit einer Schweigeminute.

Bei der Überführung des 39-Jährigen seien Überwachungsbilder von Kameras "entscheidend" gewesen, sagte Eliasson. Der Mann, der nach Polizeiangaben mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sympathisiert, steht unter Terror- und Mordverdacht.

2016 war dem Usbeken das Aufenthaltsrecht in Schweden verwehrt worden. Statt das Land zu verlassen, war er untergetaucht. Dass die Behörden ihn nicht ausfindig machen konnten, hat in Schweden eine Diskussion um die Durchsetzung von Abschiebungen entfacht.

"Wenn die Angaben, die wir über die Person bekommen haben, stimmen, dann müssen wir verlangen, dass jemand dafür die Verantwortung übernimmt. Vor allem von der Regierung", sagte der Chef der Rechtspopulisten, Jimmie Åkesson, im schwedischen Fernsehen. Zuvor hatte Regierungschef Stefan Löfven eine konsequentere Abschiebepraxis angemahnt. Nach Angaben der Grenzpolizei sind in Schweden rund 12 000 Menschen nach abgelehnten Anträgen nicht auffindbar.

Bei dem Lkw-Anschlag in einer Einkaufsstraße waren am Freitag vier Menschen getötet und 15 verletzt worden. Die Schweden gedachten der Opfer am Montag mit einer landesweiten Schweigeminute. Bei einer anschließenden Gedenkfeier am Stockholmer Rathaus beschwor Löfven den internationalen Zusammenhalt gegen den Terror. "Wir werden uns dem Terror nie ergeben. Wir werden das gemeinsam durchstehen", sagte der Regierungschef an Belgien und Großbritannien gerichtet.

Unter den Todesopfern des Anschlags waren eine Belgierin und ein Engländer. Außerdem kamen nach Medienberichten eine Frau aus Westschweden und ein elfjähriges Mädchen ums Leben, das auf dem Heimweg aus der Schule war. Den Angehörigen der Opfer versicherte Löfven: "Ihr seid nicht einsam. Wir denken an euch. Ganz Schweden ist bei euch." An der Gedenkfeier nahmen auch die schwedische Königsfamilie sowie Vertreter des Reichstags teil.

Am Sonntag hatten die Ermittler eine weitere Person festgenommen, die nach ihren Angaben in einer Verbindung zu dem mutmaßlichen Täter steht. Weil die Person in geringerem Grad verdächtig sei, wollte die Polizei am Montag über sie keine näheren Angaben machen. Rund 600 Menschen seien inzwischen zu dem Anschlag verhört worden, hieß es.

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