Pentagon: Hochrangiger IS-Führer in Syrien getötet

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US-Verteidigungsminister Ashton Carter. Foto: Jim Lo Scalzo

Bei einer seltenen Kommandoaktion auf syrischem Boden erschießen die Amerikaner den Ölmann der Terrormiliz IS. In Washington beglückwünscht man sich zu einem "bedeutenden Schlag" gegen den IS. Bei dem Einsatz wird auch eine verschleppte Jesidin befreit, die offensichtlich als Sklavin gehalten wurde.

Washington/Deir al-Sor (dpa) - US-Eliteeinheiten haben nach Pentagon-Angaben einen hochrangigen Führer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien getötet.

Der Mann mit dem Kampfnamen Abu Sajjaf sei für die Öl-, Gas- und andere finanzielle Operationen des IS zuständig gewesen, teilte Verteidigungsminister Ashton Carter mit. Abu Sajjafs Frau, Umm Sajjaf, wurde bei der Aktion in Gewahrsam genommen.

Nach Darstellung des Pentagon habe Abu Sajjaf bei der nächtlichen Operation in der östlichen Stadt Al-Amr Gegenwehr geleistet, als ihn das US-Kommando gefangen nehmen wollte. Dabei sei er getötet worden. Die festgenommene Ehefrau stehe im Verdacht, eine wichtige Rolle bei IS-Terroraktivitäten gespielt zu haben, sagte Carter.

Dem Pentagonchef zufolge wurde die Operation von US-Präsident Barack Obama angeordnet. Sie wurde mit Kenntnis und Billigung der irakischen Regierung vom Irak aus gestartet. US-Soldaten wurden dabei weder getötet noch verletzt. Damit sei ein weiterer "bedeutender Schlag" gegen die Terrormiliz gelungen, hieß es. Der IS kontrolliert weite Gebiete im Nordosten Syriens, darunter die Ölfelder von Rakka, und im Norden des Iraks.

Bei der Aktion sei außerdem eine junge jesidische Frau befreit worden, die im Haushalt von Abu Sajjaf offensichtlich als Sklavin gehalten wurde, bestätigte die Sprecherin des amerikanischen Sicherheitsrates, Bernadette Meehan. Sie werde zum frühest möglichen Zeitpunkt zu ihrer Familie gebracht, fügte die Sprecherin hinzu.

Die Jesiden sind eine religiöse Minderheit, die im Nordirak lebt. Bei einer Militäroffensive im Gebiet um den Berg Sindschar hatte der IS im vergangenen Sommer tausende jesidische Männer getötet und tausende jesidische Frauen und Mädchen in die Gefangenschaft geführt.

Türkische Kampfflugzeuge schossen indes ein syrisches Flugzeug ab. Die Maschine habe zweimal den türkischen Luftraum verletzt, berichteten türkische Medien unter Berufung auf das türkische Militär. In den vergangenen Jahren hatte die Türkei bereits einen syrischen Kampfjet und einen Hubschrauber abgeschossen, die ihrer Ansicht nach in den türkischen Luftraum eingedrungen waren.

Die IS rückt unterdessen immer weiter auf die historische Oasenstadt Palmyra vor. Die Ruinenstadt aus dem ersten Jahrhundert nach Christus gilt als einer der bedeutendsten Komplexe antiker Bauten im Nahen Osten. Berichten zufolge war die Stätte bereits 2012 und 2013 bei Kämpfen beschädigt worden. Im Nordirak hatten IS-Anhänger im Frühjahr schon einmalige Kulturstätten zerstört, darunter die Jahrtausende alte Stadt Nimrud und die Grabungsstätte Ninive. Im Museum von Mossul zertrümmerten sie wertvolle Statuen aus assyrischer Zeit.

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