Wegen "Optionspflicht"

176 junge Leute verlieren deutschen Pass

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Schon 176 Menschen haben ihren deutschen Pass verloren.

Berlin - Seit diesem Jahr müssen sich deutsche Bürger mit ausländischen Eltern entscheiden, welche Staatsbürgerschaft sie annehmen. Das hat bislang 176 jungen Leuten den deutschen Pass gekostet.

Bislang haben 176 junge Menschen wegen der umstrittenen „Optionspflicht“ die deutsche Staatsangehörigkeit verloren. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Politikerin Sevim Dagdelen hervor. „Diese Regelung muss endlich weg“, forderte Dagdelen. „Sie ist für die Betroffenen eine Katastrophe und für den Rechtsstaat ein Skandal.“

Die „Optionspflicht“ gilt seit einer Reform des Staatsangehörigkeitsrechts: Wer in Deutschland geboren ist und ausländische Eltern hat, bekommt zwar die deutsche Staatsangehörigkeit, muss aber bis zum 23. Geburtstag zwischen dem deutschen Pass und dem seiner Eltern wählen. Dies betrifft überwiegend junge Menschen mit türkischen Wurzeln.

Die Regelung greift zum ersten Mal für den Geburtsjahrgang 1990. Betroffen sind rund 3300 junge Menschen. Sie haben in diesem Jahr ihren 23. Geburtstag, müssen sie sich also für den ausländischen Pass entscheiden oder nachweisen, dass sie diesen aufgegeben haben. Sonst verlieren sie die deutsche Staatsangehörigkeit automatisch.

Zum Stichtag 7. November wurde für 176 „Optionspflichtige“ der Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit festgestellt. Gesamtzahlen zu dem ersten betroffenen Geburtsjahrgang werden laut Regierung aber erst Anfang 2014 vorliegen.

dpa

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