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Klassenfahrt-Stimmung und ernste Worte

Neujahrsempfang: Seehofer will bei der Stange bleiben

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Horst Seehofer beim Neujahrsempfang.

München - Es ist ein Höhepunkt des politisch-gesellschaftlichen Jahres in Bayern: Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) begrüßte am Freitagabend knapp 1600 geladene Gäste beim traditionellen Neujahrsempfang der Staatsregierung.

Update vom 3. Februar 2016: Horst Seehofer fliegt am Mittwoch nach Moskau, um Russlands Präsident Wladimir Putin zu besuchen. Wir berichten von der Russland-Reise im Live-Ticker.

Es ist eine Hand, die in dieser Woche schon sehr viele prominente Hände geschüttelt hat. In Wildbad Kreuth die von Angela Merkel zum Beispiel oder die des britischen Premiers David Cameron. Am Freitagnachmittag kam noch der irische Ministerpräsident Enda Kenny hinzu, der in der Staatskanzlei vorbeischaute. All das war aber nichts im Vergleich zum Freitagabend: Stundenlang steht Ministerpräsident Horst Seehofer in der Münchner Residenz und streckt 1600 Gästen, die geduldig beim Defilee gewartet haben, die Rechte entgegen.

Die Stimmung beim Neujahrsempfang des Ministerpräsidenten ist heuer einigermaßen locker, Scherze erlaubt. Seehofer wechselt mit vielen Gästen in den Händeschüttel-Sekunden aber auch ernste Worte. Er solle stolz auf den öffentlichen Dienst sein, mahnt ihn Beamtenbund-Chef Rolf Habermann. „Bei der Stange bleiben“, bittet Gebirgsschützen-Landeshauptmann Karl Steininger (Seehofer: „Machma schon.“)

Als das Kabinett defiliert, wie immer diskret durch eine Seitentür eingeschoben – die hohen Herren warten ungern – herrscht sogar Klassenfahrt-Stimmung. Innenminister Joachim Herrmann geht sogar fast verloren, er eilt verspätet zum Gruppenfoto. Finanzminister Markus Söder, nicht gerade Seehofers engster Freund, verzichtet auf Sticheleien. Wie viele Hände er noch schütteln müsse, fragt er den Chef. Über 1000, sagt Seehofer. Ein Moment, in dem man gar nicht glauben möchte, dass Söder gern tauschen würde.

Überhaupt ist es ein sehr politisches Publikum, dass da zusammenkommt. Auch die Bundesminister Alexander Dobrindt, Gerd Müller und Christian Schmidt sind geladen, ebenso wie natürlich Seehofers Stellvertreterin, Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner Dazu kommen Oppositionspolitiker, hohe Beamte, Vertreter von Kirchen und Medien. Der Präsident des Bayerischen Verfassungsgerichtshofes Peter Küspert kommt ebenso wie der scheidende Chef des Münchner Ifo-Instituts Hans-Werner Sinn Gebirgsschützen, Milchköniginnen und Herzöge.

Schauspielerinnen wie Jule Ronstedt bilden die Ausnahme. Bei so einem Publikum gehört es dazu, dass viel politisiert wird. Und irgendwie steht diese schöne Veranstaltung auch immer unter dem Eindruck aktueller politischer Dramen. Unvergessen wie 2007 Edmund Stoiber seiner Feindin Gabriele Pauli die Hand schütteln musste. 2010 strich Seehofer das Fest gleich völlig – dem ausgeglichenen Haushalt zuliebe.

Das Fest in diesem Jahr: Wie immer. Fast. Hier hält die Unsitte selbst im Defilee Einzug, mit gezücktem Handy knipsend zum Ministerpräsidenten zu gehen. Dabei knipsen hinter den Absperrbändern doch genug – im fast surrealen Blitzlichtgewitter versinkt zum Beispiel Herzog Max. Unter den vielen ehrenamtlichen Helfern, denen der Ministerpräsident traditionell mit einer Einladung zum Empfang dankt, sind diesmal übrigens besonders viele Flüchtlingshelfer. Die können in den königlichen Sälen vom harten Alltag berichten.

Til Huber

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