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Nach Abschuss von Kampfjet

Türkei droht Syrien mit Gewalt

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Die Türkei werde Provokationen nicht ignorieren, sagte Erdogan am Dienstag.

Istanbul - Der türkische Ministerpräsident Erdogan hat nach dem Abschuss eines türkischen Militärflugzeugs durch Syrien gedroht, bei weiteren Zwischenfällen mit Gewalt zurückzuschlagen.

„Aufs Schärfste“ hat der NATO-Rat am Dienstag den Abschuss eines türkischen Militärjets durch Syrien verurteilt und den Vorfall als „nicht hinnehmbar“ bezeichnet. NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sprach der Türkei die Solidarität des Bündnisses aus, Vergeltungsmaßnahmen sprach er allerdings nicht an. Die NATO beobachte die Situation genau, sagte Rasmussen und fügte an: „Ich erwarte, dass sich solch ein Vorfall nicht wiederholt.“ Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan drohte für den Fall syrischer Grenzverletzungen allerdings mit militärischen Reaktionen.

„Die Einsatzregeln für die türkischen Streitkräfte haben sich geändert“, erklärte Erdogan am Dienstag. „Jedes militärische Element, das sich von Syrien aus der türkischen Grenze nähert und ein Sicherheitsrisiko und eine Gefahr darstellt, wird als Bedrohung und als militärisches Ziel betrachtet“, sagte er.

Die Türkei hatte das NATO-Treffen am Wochenende beantragt, weil sie ihre Sicherheit bedroht sieht. In der Sondersitzung unterrichtete die Türkei die Bündnispartner über die Einzelheiten des Abschusses am Freitag. Türkische Stellen räumten ein, dass das Flugzeug irrtümlich in syrischen Luftraum eingedrungen sei, ihn nach einer Warnung aber wieder verlassen habe. Es sei in internationalem Luftraum abgeschossen worden. Die zwei Piloten werden immer noch vermisst. Außerdem soll Syrien nach Darstellung Ankaras auf ein türkisches Rettungsflugzeug geschossen haben, das nach dem Absturz des Kampfjets ausgeschickt worden sei.

Warnung vor Provokationen

In deutlichen Worten warnte Erdogan Damaskus vor weiteren Provokationen. Niemand solle die kaltblütige Reaktion der Türkei missverstehen, sagte er. „Unsere dem gesunden Menschenverstand folgenden Handlungen sollten nicht als Schwäche verstanden werden.“ Den Abschuss bezeichnete der türkische Ministerpräsident als „vorsätzlichen“ und „feindlichen“ Akt ohne Vorwarnung. So wertvoll, wie die Freundschaft der Türkei sei, so gewaltig und vernichtend sei ihr Zorn, sagte Erdogan. „Wir werden weiter eine brennende Qual für all die Kreise sein, die gegenüber der Türkei eine feindliche Haltung eingenommen haben“, verkündete er.

Grenzverletzungen seien in der Region nichts Ungewöhnliches, sagte Erdogan. In jüngster Vergangenheit hätten syrische Hubschrauber fünf Mal den türkischen Luftraum verletzt, ohne dass die türkischen Streitkräfte reagiert hätten. Durch den Abschuss des türkischen Flugzeugs verschlechterten sich die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen den Nachbarn Türkei und Syrien allerdings weiter. Die Türkei forderte den syrischen Präsidenten Baschar Assad mehrfach zum Rücktritt auf. 33.000 Syrer sind vor der Gewalt in ihrem Land in die Türkei geflohen.

dapd

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