Simbabwe

Mugabe vor Sieg - Opposition spricht von Wahlbetrug

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Wähler in Simbabwe betrachten außerhalb eines Groß-Zeltes, das als Wahlraum diente, Listen mit Wahlergebnissen.

Harare - Simbabwes greiser Autokrat Mugabe darf sich schon vor Ende der Stimmenauszählung als Wahlsieger fühlen. Oppositionelle nennen die Wahl eine Farce und sprechen von Wahlbetrug.

Trotz unbestrittener Mängel bei der Wahl und heftiger Betrugsvorwürfe der Opposition bezeichnete die Afrikanische Union die Wahl als "nicht unfair".

Harare (dpa) - Robert Mugabes, Simbabwes Autokrat seit 33 Jahren, scheint einem klaren Wahlsieg entgegen zu eilen. Teilergebnissen zufolge hat seine Partei Zanu-PF 52 Sitze gewonnen. Die MDC seines Konkurrenten, Ministerpräsident Morgan Tsvangirai, habe lediglich 10 Mandate sicher, erklärte die nationale Wahlkommission am späten Donnerstagabend in Harare. Insgesamt geht es um 210 Abgeordnetensitze. Tsvangirai und seine Partei MDC sprechen von einer Wahlfarce und Wahlbetrug.

Die Beobachter der einflussreichen Afrikanischen Union (AU) beschrieben die Wahl am Freitag dagegen überraschend früh als insgesamt fair. Es gebe keine Hinweise darauf, dass die Abstimmung unfair gewesen sei, auch wenn es manche Probleme mit den Wählerlisten und der Abweisung von Wählern gegeben habe, heißt es in dem Bericht der AU-Wahlbeobachter.

Da nur Wahlbeobachter aus Afrika und Staaten wie China, Russland, Kuba oder dem Iran zugelassen waren, kommt dem Urteil der AU eine große Bedeutung zu. Die Vereinten Nationen (UN) und die Europäische Union (EU), die auf Druck Mugabes keine Beobachter schicken durfte, hatten stets betont, sie vertrauten auf die Wahlbeobachter der AU und der südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft SADC.

Die amtlichen Endergebnisse der Parlaments- und Präsidentenwahlen werden erst für Montag erwartet. Sollte keiner der fünf Präsidentschaftskandidaten eine absolute Mehrheit erzielen, gibt es am 11. September eine Stichwahl.

Die Zanu-PF ist überzeugt, dass der 89-jährige Mugabe, der seit 1980 das Land mit eiserner Hand dominiert, wieder gewählt wird. Die Wahlen seien "fair und frei" gewesen, betonte Zanu-PF-Sprecher Rugare Gumbo. Mugabe und die Partei stünden vor einem großen Wahlsieg. "Wir sind sehr glücklich heute Morgen", sagte Gumbo am Freitag. Es könne sogar zu einer Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament reichen.

Tsvangirais MDC beschuldigt Mugabe und seine Partei des Betrugs. Die Abstimmung sei deshalb "null und nichtig", sagte Tsvangirai. Die Zanu-PF habe die Wahlen systematisch und koordiniert manipuliert, betonte MDC-Sprecher Douglas Mwonzora.

Auch Bürgerrechtler kritisierten die Wahl. In manchen städtischen Bezirken habe es ernsthafte Probleme bei Wählerregistrierung und Abstimmung gegeben, so das "Simbabwe-Netzwerk zur Unterstützung der Wahl" (ZESN). Viele Bürger hätten ihr Wahlrecht nicht wahrnehmen können. Das Netzwerk, eine Dachorganisation verschiedener Bürgerrechtsgruppen, hatte 7000 Wahlbeobachter im ganzen Land.

Wahlen und Wahlkämpfe in Simbabwe waren oft geprägt von politischer Gewalt, Menschenrechtsverletzungen und Wahlbetrug. Bei der letzten Abstimmung 2008 fielen mehr als 200 Menschen politisch motivierter Gewalt zum Opfer.

dpa

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