„In Deutschland hätte bei drei Milliarden Euro Schluss sein müssen“

Milliarden-Angebote der 5G-Auktion machen die Grünen skeptisch

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Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer

Die Grünen sehen die steigenden Milliarden-Angebote bei der Versteigerung der Frequenzen für den neuen Mobilfunkstandard 5G kritisch.

Berlin - Bei den Grünen kommt das Wettbieten um die neuen 5G-Frequenzen nicht gut an. "Je mehr Geld die Netzbetreiber bei der Versteigerung ausgeben, desto höher werden die 5G-Tarife und um so schleppender wird der Mobilfunkausbau verlaufen", sagte Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstagsausgabe). "Jetzt ist gut mit dem Überbieten und die Firmen sollten zum Ende kommen."

Die 5G-Auktion hatte vor vier Wochen begonnen. Inzwischen haben die Bieter - Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica (O2) und United Internet (1&1) - ihre Gebote auf mehr als 5,3 Milliarden Euro gesteigert.

Preise in der Schweiz „realistisch“

In der Schweiz waren die 5G-Frequenzen im Februar für umgerechnet 335 Millionen Euro versteigert worden. Grünen-Fraktionsvize Krischer bezeichnete das als "realistische Preise". "Wenn man die Größenverhältnisse der Länder betrachtet, hätte in Deutschland bei drei Milliarden Euro Schluss sein müssen."

Krischer forderte, die Einnahmen aus der Auktion müssten "zielgerichtet für den Mobilfunkausbau in ländlichen Räumen eingesetzt werden" und dürften nicht "wie geplant größtenteils im Bundeshaushalt versickern". Die Bundesregierung wolle das Geld für den Breitbandausbau nutzen. Dafür gebe es aber das Bundesförderprogramm Breitbandausbau, bei dem schon bislang Milliardensummen ungenutzt blieben.

AFP

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