Merkel und Gül sind sich einig

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Angela Merkel empfing Abdullah Gül am Dienstagmorgen im Kanzleramt.

Berlin - Zwischen Deutschland und der Türkei herrscht offenbar Einvernehmen über die Bedeutung von Sprachkenntnissen für eine gelungene Integration. Die Bundeskanzlerin sieht aber auch Probleme.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der türkische Staatspräsident Abdullah Gül seien sich einig, dass gute deutsche Sprachkenntnisse die Voraussetzung dafür seien, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Dienstag via Twitter mit. Gül hatte vor seinem Deutschlandbesuch mit Blick auf den Ehegatten-Nachzug gerügt, das verschärfte deutsche Einwanderungsrecht widerspreche den Menschenrechten.

Merkel empfing Gül am Dienstagmorgen im Kanzleramt. In dem Gespräch sei es “um die ganze Bandbreite der deutsch-türkischen Beziehungen“ gegangen, “insbesondere auch um die notwendige und gewünschte Integration der türkischstämmigen Migranten in Deutschland“, bestätigte ein anderer Regierungssprecher. Beide Seiten seien sich jedoch einig, “dass die deutsche Sprache möglichst gut und frühzeitig erlernt wird“. Auch Visumsfragen seien zur Sprache gekommen.

Sorge über Spannungen zwischen Türkei und Israel

Für Diskussionen im Verhältnis beider Staaten sorgt immer wieder der von der Türkei angestrebte Beitritt zur EU, den die Kanzlerin skeptisch beurteilt. Beide Seiten hätten ihre Ansichten dargelegt, betonte der Sprecher. “Die Bundeskanzlerin hat ihren Respekt vor der dynamischen Wirtschaftsentwicklung der Türkei der letzten Jahre ausgedrückt“, fügte er hinzu.

Auch der Kurs der Türkei hinsichtlich der aktuellen Entwicklungen in Nordafrika wird in Deutschland skeptisch beobachtet. Merkel und Gül hätten über den politischen Wandel in Nordafrika und der arabischen Welt beraten, sagte der Sprecher. Die Kanzlerin habe ihrer Sorge “über die jüngsten Spannungen zwischen der Türkei und Israel“ Ausdruck verliehen.

Gül, der am Sonntag zu einem viertägigen Deutschlandbesuch eingetroffen war, wollte im Anschluss an sein Gespräch im Kanzleramt mit Bundespräsident Christian Wulff weiterreisen nach Osnabrück. Dort steht unter anderem ein Empfang im Friedenssaal des historischen Rathauses an, in dem 1648 der Westfälische Frieden geschlossen wurde.

Am Montagabend hatte eine Bombendrohung an der Humboldt-Universität in Berlin für Aufregung gesorgt. Gül wollte dort eine Rede über die “türkisch-deutschen Beziehungen vom Deutschen Bund zur Europäischen Union“ halten. Nachdem die Universität von der Polizei ergebnislos durchsucht worden war, konnte Gül die geplante Ansprache in einem anderen Saal der Hochschule doch noch halten.

dapd

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