Nürnbergs OB hat keine Lust auf Berlin

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Will lieber Kommunalpolitik machen: Ulrich Maly.

Nürnberg - Auch zehn Jahre nach seiner Wahl zum Nürnberger Oberbürgermeister denkt der SPD-Politiker Ulrich Maly weiterhin nicht an eine Karriere als Landes- oder Bundespolitiker.

“Die Kommunalpolitik ist einfach die schönste Ebene der Politik. Ich bin 1000 Mal lieber OB als Landespolitiker“, betonte er. Ein Gang nach München oder Berlin komme daher für ihn nicht in Betracht, versicherte Maly im Zusammenhang mit seiner am Mittwoch vorgelegten Zehn-Jahres-Bilanz.

Im übrigen sei er nicht der Auffassung, dass ein Wechsel in die Landes- oder Bundespolitik einem Aufstieg in eine hierarchisch höhere Ebene bedeute. “Häufig trifft man ja auf die Vorstellung, wenn man lange genug ein guter Kommunalpolitiker war, darf man in die Landespolitik, und wenn man dort lange genug gute Arbeit gemacht, schließlich auch nach Berlin“, sagte Maly. Diese Einschätzung verkenne, dass Kommunalpolitiker und Landespolitiker völlig unterschiedliche Berufe seien.

Maly stolz auf Ausbau der Kinderbetreuuung

Als größten Erfolg in seiner zehnjährigen Amtszeit als Nürnberger OB stufte Maly die Gründung der Metropolregion Nürnberg als freiwilligen Zusammenschluss von Kreisen und Städten in Franken und der Oberpfalz ein. “Ich bin überzeugt, dass das die politische Kultur im nordbayerischen Raum verändert hat oder noch verändern wird“, sagte der SPD-Politiker. Als größte Niederlage empfindet er, dass er dem Niedergang von Grundig, AEG und des Versandhauses Quelle ohnmächtig zusehen musste.

Sozialpolitisch verbucht Maly auf der Habenseite seiner Bilanz vor allem den Ausbau der Kinderbetreuung. Während seiner Amtszeit sei es der von ihm geführten Stadtregierung gelungen, die Zahl der Kinderkrippenplätze von 235 auf rund 2000 zu erhöhen. Zudem sei er seinem Ziel näher gekommen, die Bürgerbeteiligung und die Lebensqualität in der Stadt zu verbessern. Woran es in der früheren Industriestadt noch fehle, seien Grünflächen und Bäume. Auch räumte Maly ein, dass es seiner Stadtregierung nicht gelungen sei, die weitere Verschuldung der Stadt zu stoppen.

dpa

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