Gaddafis Offensive gerät ins Stocken

+
Die Kämpfe zwischen Rebellen und den Truppen Muammar al-Gaddafis dauern an.

Tobruk - Die Streitkräfte des Diktators Gaddafi haben am Mittwoch wieder Stellungen der Rebellen im Osten und Westen des Landes angegriffen. Dennoch vermelden die Rebellen Erfolge:

Die Offensive der Gaddafi-Truppen gegen die libyschen Rebellen ist am Mittwoch ins Stocken geraten. Auf den Websites der Aufständischen hieß es, eine Einheit der Regierungstruppen habe sich in der Stadt Tobruk den Rebellen ergeben. Die Soldaten hätten den Befehl gehabt, die libysch-ägyptische Grenze unter ihre Kontrolle zu bringen. Die westliche Stadt Misurata werde zwar inzwischen von drei Seiten mit Panzern und Artillerie beschossen. Den Truppen von Staatschef Muammar al-Gaddafi sei es aber bislang nicht gelungen, in die Stadt einzudringen.

Blutige Proteste in Libyen

Blutige Proteste in Libyen

Der frühere Innenminister Abdulfattah Junis, der sich den Rebellen angeschlossen hat, sagte im Nachrichtensender Al-Arabija, die “Revolutionäre“ hätten in der östlichen Stadt Adschdabija Dutzende von Soldaten getötet und mehrere Dutzend Soldaten gefangen genommen.

Gaddafis Sohn Saif al-Islam behauptete derweil in einem Interview mit dem TV-Sender Euronews, die Regierungstruppen stünden kurz davor, das gesamte Land wieder unter ihre Kontrolle zu bringen. Der Sturm auf die Stadt Bengasi stehe bald bevor. Den Regimegegnern, die er “Verräter“ nannte, riet er, mit ihren Familien nach Ägypten auszuwandern: “Wir wollen niemanden töten, wir wollen keine Rache, sie sollen gehen.“

Der Sohn von Oberst Gaddafi schimpfte auch auf den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy. Er nannte ihn “einen Clown, dessen Wahlkampf Libyen finanziert hat“. Gaddafi selbst sagte in der Nacht vor Anhängern in Tripolis, er werde die libyschen Öl-Reserven gegen Frankreich, Großbritannien und die USA verteidigen. Diese Länder wollten Libyen ausbeuten, so wie einst die Kolonialmächte.

dpa

Zurück zur Übersicht: Politik

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser