Wahlkampf wider Willen

„Einmal mit Profis arbeiten“: Brandenburgs CDU leistet sich Fehlschlag kurz vor der Wahl

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Ein neues Wahlplakat von CDU-Spitzenkandidat Ingo Senftleben wird vor der Wahlkampfzentrale der Partei in Potsdam enthüllt - der CDU ist vor der Landtagswahl ein teurer Fehler unterlaufen.

In gut einem Monat wird in Brandenburg gewählt. Der CDU ist ausgerechnet in der heißen Phase ein peinlicher Fehler unterlaufen. Sie muss nun eine Broschüre vernichten.

Potsdam/Neuruppin - Ein ebenso peinlicher wie teurer Fehler ist der Brandenburger CDU im Landtagswahlkampf unterlaufen. Die Partei muss wenige Wochen vor dem Urnengang eine Wahl-Broschüre in fünfstelliger Auflage neu drucken lassen, wie die Potsdamer Neueste Nachrichten (PNN) berichten. Der Grund: In einer gedruckten Kurzfassung ihres geplanten Regierungsprogramms hat die Partei einen der ranghöchsten Polizisten des Bundeslandes neben CDU-Spitzenkandidat Ingo Senftleben abgebildet.

Besonders kurios: Nicht nur, dass der abgebildete Beamte nichts von seinem Glück wusste - der Polizeidirektionsleiter Frank Storch hat dem Bericht zufolge auch noch den Ruf, der SPD nahezustehen. Er informierte CDU, Polizei und Innenministerium, um sicherzustellen, dass der unfreiwillige Wahlkampfauftritt für ihn keine beamtenrechtlichen Folgen hat. Am Freitag versandte die CDU Brandenburg dann offenbar eine Mail, um die Verteilung der Broschüre zu stoppen - und alle übrigen Exemplare vernichten zu lassen.

Landtagswahl Brandenburg: CDU druckt Foto mit ranghohem Polizisten - eigene Basis spottet

Auch die Onlineversion sollte verschwinden. Besonders schnell ging das offenbar nicht: Die PNN fanden das Heftchen nach eigenen Angaben noch am Sonntag auf der Webseite der märkischen Union. Parteiintern sorgte der Flop offenbar für spitze Kommentare: „Einmal mit Profis arbeiten“, soll ein Kreisvorsitzender dem Blatt zufolge über „Team Ingo“, das Wahlkampfteam Senftlebens, gespottet haben.

„Wir sind davon ausgegangen, dass der Polizist aufgrund der Perspektive und Unschärfe nicht zu erkennen ist“, erklärte Parteisprecher Martin Burmeister. „Der Betroffene hat sich erkannt und uns direkt informiert.“ Die CDU habe sich bei ihm entschuldigt und er habe die Entschuldigung angenommen. Die Partei hatte nach Angaben des Sprechers eine Auflage von 10.000 Stück drucken lassen, das habe 2800 Euro gekostet.

CDU vor Landtagswahl Brandenburg: Nicht der erste Lacher auf Senftlebens Kosten

Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Brandenburg sagte, es habe keine Genehmigung für das Bild vorgelegen. „Wir als Polizei sind neutral.“ Die Polizei untersteht dem Innenministerium, das von Karl-Heinz Schröter (SPD) geführt wird. In Brandenburg wird am 1. September ein neuer Landtag gewählt.

Für Senftleben ist es nicht der erste Lacher im Rennen um Wählerstimmen in Brandenburg. Auch ein Wahlkampf-Song für den Herausforderer von SPD-Ministerpräsident Dietmar Woidke sorgte bereits für Spott im Netz. Ungeachtet dessen scheint alles auf ein enges Rennen bei der Landtagswahl am 1. September hinauszulaufen: Zuletzt lagen Umfragen zufolge fünf Parteien in der Wählergunst fast gleichauf.

dpa/fn

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