Am Samstagnachmittag in Traunstein

„Hass ist krass - Liebe ist krasser“ - rund 300 Menschen demonstrieren friedlich gegen AfD

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Traunstein - Den für Samstag geplanten Abschluss ihres Wahlkampfes sagte die AfD nun kurzfristig ab. Die Gegenkundgebung fand trotzdem statt.

Update Sonntag, 7.53 Uhr: Pressemitteilung der Polizei

Am Samstagnachmittag fand am Stadtplatz in Traunstein eine Versammlung unter dem Motto „Hass ist krass - liebe ist krasser - gegen die Meinungsmache von rechts“ statt. Diese Versammlung wurde im Vorfeld als Gegenveranstaltung zur geplanten AfD-Versammlung „Wahlkampfabschluss Oberbayern Südost“ angemeldet. Die Polizei Traunstein hat sich nach den Erfahrungen aus dem Jahr 2017 mit starken Unterstützungskräften vorbereitet, um einen störungsfreien und friedlichen Verlauf der beiden Versammlungen zu gewährleisten. 

Trotz kurzfristiger Absage der Versammlung durch die AfD- Verantwortlichen am Freitag, wurde die Gegenkundgebung planmäßig durchgeführt und von der Polizei Traunstein mit angepasstem Personal betreut. Aus polizeilicher Sicht verlief die Kundgebung störungsfrei und absolut friedlich. Die Polizei schätzt die Teilnehmerzahl auf etwa 300 Menschen.

Pressemitteilung der Polizeiinspektion Traunstein

Update Samstag, 17.40 Uhr:

„Hass ist krass - Liebe ist krasser“ - unter diesem Motto hat am Samstag Nachmittag ein breites Bündnis aus verschiedenen Parteien und Organisationen ein Zeichen gegen die zwar wieder kurzfristig abgeblasene AfD-Kundgebung am Traunsteiner Stadtplatz gesetzt. Mit dabei waren unter anderem MdB Katja Kipping (Die Linke) Kevin Kühnert (SPD, Bundesvorsitzender der Jusos) sowie MdB Dieter Janecek (MdB Bündnis 90/Die Grünen). Die Polizei zählte rund 300 Kundgebungsteilnehmer.

AfD-Gegenkundgebung am Samstag in Traunstein

awi

Update Samstag, 8.40 Uhr:

Wegen angeblicher Sicherheitsbedenken hat die AfD ihren angekündigten Wahlkampfabschluss auf dem Traunsteiner Stadtplatz am Samstag abgesagt. Man könne nicht ausschließen, dass unter den Gegendemonstranten auch "gewaltbereite Teilnehmer" seien, so Traunsteiner AfD-Direktkandidat Plenk: "Das Risiko möchten wir weder den Bürgern, noch den zur Absicherung notwendigen 200 Polizisten zumuten." Die "Hetze" ihrer Gegner verhindere einen fairen politischen Wettbewerb, so Plenk.

Martina Wenta, Organisatorin der Gegenkundgebung, kann da nur den Kopf schütteln: "Die Zusammensetzung unseres Bündnisses ist ganz klar so, dass es auf eine friedliche Gegenkundgebung herausgelaufen wäre. Die Begründung der AfD ist fadenscheinig, sie begibt sich schon wieder in die Opferrolle", so Wenta gegenüber heimatzeitung.de. Auch am geringen Zulauf bei AfD-Kundgebungen könne es liegen: Jüngst kamen zum AfD-Wahlkampfabschluss in Rosenheim laut Polizei gerade mal 30 Anhänger auf den dortigen Max-Josefs-Platz.

Die Kundgebung von Linken, SPD und Grünen wird ab 13.45 Uhr trotzdem auf dem Stadtplatz stattfinden.

Unser Artikel vom Freitag:

Die AfD wollte ursprünglich um 15 Uhr am Traunsteiner Stadtplatz ihren Wahlkampf-Abschluss feiern: Neben dem Traunsteiner Direktkandidaten Markus Plenk waren auch die AfD-Spitzenkandidaten aus Oberbayern, Franz Bergmüller, und Niederbayern, Katrin Ebner-Steiner, sowie der Ainringer Bundestagsabgeordnete Hans-Jörg Müller angekündigt. 

Wie Plenk auf Nachfrage von chiemgau24.de bestätigt, hat die AfD ihre Veranstaltung jetzt aber kurzfristig abgesagt: "In erster Linie wegen Sicherheitsbedenken", so der AfD-Kandidat aus Ruhpolding im Gespräch. Eine ausführlichere Pressemitteilung soll folgen. Auch Hans-Jörg Müller bestätigte die Absage auf Nachfrage der Redaktion. 

Gegendemo angemeldet

Bereits für 13.45 Uhr hat sich auch eine Gegendemonstration am Stadtplatz angemeldet. Reden, Musik und ein "bunter, friedlicher Protest" ist angekündigt. Als besondere Gäste haben Katja Kipping (Die Linke), Kevin Kühnert (Jusos) und Dieter Janecek (Grüne) zugesagt. Die Kundgebung der AfD-Kritiker bleibt angemeldet und wird am Stadtplatz abgehalten.

Es ist nicht das erste Mal, dass die AfD in den vergangenen Wochen ihre Veranstaltungen wieder absagt. Der Auftritt von Björn Höcke in Aufham/Anger Anfang September wurde ebenfalls kurzfristig abgesagt und dann nach St. Georgen/Traunreut verlegt. Nur wenige Tage später musste die Partei ihren öffentlichen Auftritt von Beatrix von Storch in Sondermoning/Nußdorf ebenfalls absagen und hielt die Veranstaltung dann hinter verschlossenen Türen ab. 

Zur AfD-Kundgebung in Rosenheim kamen nur 30 Anhänger

An allen drei Orten versammelten sich jeweils Gegendemonstrationen: Mehrere hundert kamen nach Aufham und St. Georgen, auch in Sondermoning wurde die Gegenkundgebung aufrecht erhalten. Eine weitere Veranstaltung gegen die AfD findet am Freitagnachmittag um 15 Uhr außerdem auf dem Rathausplatz in Bad Reichenhall statt. Auch in Rosenheim schloss die AfD am Montag ihren Wahlkampf in großem Rahmen auf dem Max-Josefs-Platz ab: nach Polizeiangaben kamen aber nur 30 Parteianhänger.

xe

Quelle: chiemgau24.de

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