Kandidatenvorstellung Landtagswahl 2018: Stimmkreis BGL

24 Fragen an Susanne Aigner (SPD)

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Susanne Aigner, Direktkandidatin der SPD im Stimmkreis Berchtesgadener Land, hat sich den Fragen von BGLand24.de gestellt

Berchtesgadener Land/Bayern - In Bayern wird am Sonntag, 14. Oktober, ein neuer Landtag gewählt. Im Stimmkreis 112 Berchtesgadener Land bewerben sich zehn Direktkandidaten für einen Sitz im bayerischen Landesparlament. Wir stellen die Kandidaten einzeln vor. Dieses Mal: Susanne Aigner (SPD).

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Die Antworten auf den Fragebogen von BGLand24.de

1. Name 

Susanne Aigner

2. Partei 

SPD

3. Alter 

41

4. Wohnort 

Laufen 

5. Familienstand 

verheiratet

6. Kinder 

drei

7. Wie verlief Ihre politische Karriere? 

Sehr positiv bin ich im Ortsverein Laufen aufgenommen worden, als ich mich entschlossen habe, wirklich aktiv mich politisch zu engagieren. Ich bekam durch meinen damaligen Ortvorsitzenden auch viele Informationen und Einladungen mich auf Kreisebene einzubringen. 

Ich bin im Jugendhilfeausschuss, da ich hier im sozialpolitischen Bereich fachlich sehr gut aufgestellt bin. Ich bin als Delegierte sehr früh schon auf Parteitage gefahren. Und so lernt man seine Partei von verschiedenen Seiten gut kennen. Als Stadträtin habe ich wieder ganz andere Themen vor Ort - das mag ich an der Politik, die Vielfältigkeit - es gibt mir auch viel Energie.

8. Wer sind ihre politischen Vorbilder? 

Renate Schmidt und Jutta Almendinger - beide haben auch mit Kinder politisch viel erreicht - auch für Frauen.

9. Was verbindet Sie mit der Region? Was ist das Besondere bei uns?

Die Region ist für mich natürlich ein Stück Heimat. Ich wohne da, wo andere Urlaub machen und wir haben Schätze wie die Berge, Flüsse und Seen als Naturerholungsraum - das ist etwas sehr Besonderes. Die Nähe zu Salzburg schätze ich auch sehr, da hier ein breites Kulturangebot ergänzend wahrgenommen kann. Ich mag auch Grenzregionen - das macht das Leben reichhaltiger. In Laufen ist das besonders zu spüren.

10. Warum sind genau Sie der Richtige? 

Neben meinen politischen Haltungen habe ich auch viel Durchhaltevermögen und natürlich auch die Nähe zu den Menschen - diese geht manchen Politikern verloren. Das - so denke ich - kann ich als Sozialarbeiterin ausschließen, da mich Menschen dafür viel zu viel interessieren.

11. Was sind Ihre drei wichtigsten politischen Ziele? 

Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum, Zugang zu kostenfreier Bildung und Betreuung und Zusammenhalt in der Gesellschaft.

12. Was wollen Sie für die Menschen in der Region erreichen? 

Ich möchte, dass die Menschen sich das Wohnen hier noch leisten können, also dass der genossenschaftliche Wohnungsbau voran geht, da er gefördert wird. 

Ich möchte gute Arbeitsplätze - auch im sozialen Arbeitsfeld - von Pflege der alten Menschen bis zur Betreuung und Bildung der jüngsten Menschen, die für ein gutes Auskommen sorgen Und die Menschen fühlen sich nur dann sicher, wenn ihre Existenz sicher ist - vor Mietwucher, vor Unvereinbarkeit von Kindern und Beruf - die Menschen brauchen sichere Zukunftschancen.

1 3. Thema Infrastruktur: Welche Lösung in der Frage der Umgehungsstraße bei Bad Reichenhall ist sinnvoller: Der Auentunnel oder der Kirchholztunnel; und warum? 

Der Kirchholztunnel ist seit Jahrzehnten ein höchst umstrittenes Projekt, das Bad Reichenhall in Befürworter und Gegner spaltet. Meine Befürchtung ist, dass bei einem Bau des KHT eine große Fläche und ein beliebtes Naherholungsgebiet geopfert wird, ohne dass es für die Menschen in Bad Reichenhall eine echte Entlastung von Lärm und Abgasen gibt. 

Deswegen unterstütze ich trotz berechtigter Bedenken die vom Reichenhaller Stadtrat beschlossene Prüfung eines Auentunnels als alternative Lösung. Vor allem bin ich aber der Überzeugung, dass wir nur mit einer Verkehrswende in Bayern, die endlich mehr Güter auf die Schiene bringt und flächendeckend attraktive öffentliche Verkehrsmittel schafft, eine wirkliche Entlastung für alle Menschen in unserer Region erreichen können.

14. Thema Ökologie: Wie kann das Insektensterben in der Region verhindert werden? 

Es gibt Studien, die belegen, dass auf ökologisch bewirtschafteten Flächen, Flächen, die ohne den Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden auskommen, dass da die Population von Wildbienen deutlich höher ist, dass da mehr Hummeln zum Beispiel vorkommen, sowohl in den Arten als auch dann in den Anzahlen.

Und dann muss der Einsatz von Pestiziden abgestimmt werden, derzeit ist es zu viel. Das belegt auch das Insektensterben. Wir wissen außerdem, dass die Monokultur in der Landwirtschaft einen Faktor darstellt, der Bienensterben fördert. Dies ändert sich, wenn es eben mehr ökologisch bewirtschaftet wird.

15. Thema Wohnen: Wie kann im Stimmkreis Berchtesgadener Land bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden? 

Die Kommunen können selbst die Aufgabe in die Hand nehmen, indem sie gemeinsam mit den Baugenossenschaften planen und ihre zuvor festgestellten Bedarfe umsetzen. Das wird zum Teil ja auch schon gemacht, aber das müsste in jeder Gemeinde passieren. Dazu brauchen sie die Unterstützung vom Land.Es muss auch an die Höhe von Gebäuden gedacht werden, sowie an die Überbauung von Parkflächen, hier gibt es bereits Beispiele. Es muss aber auch mitgedacht werden, dass wenn neue Quartiere entstehen, auch die Infrastruktur mitwachsen muss - sprich Nahversorger usw.

16. Thema Ökologie: Auf welche Weise kann dem Flächenfraß in Bayern entgegenwirkt werden? 

In den Gemeinden und Kommunen muss ein Bewusstsein dafür hergestellt werden, dies kann erfolgen durch Leitbildentwicklung - z. B. die Frage: Was sind die Stärken unserer Gemeinde? Wie wollen wir leben? Das sind die wesentlichen Fragen in der Politik, die sich zu Beginn immer wieder gestellt werden müssen. Und von dieser Ausgangslage, lässt sich eine Handlungsmaxime ableiten. 

Wenn ich familienfreundlich sein will, dann heißt das nicht zwangsläufig, dass ich Einheimischenmodelle aufweisen muss - es kann heißen ich habe alles getan für Bildung und Betreuung und habe genügend Wohnungen, die auf unterschiedliche Bedürfnisse bzgl. Größe und Gemeinschaftsgarten eingehen können.

17. Thema Landwirtschaft: Wie schaffen Sie den Spagat zwischen dem Umweltschutz, Tourismus und der Förderung der landwirtschaftlichen Betriebe?

Die Bauern die ich kenne erleben diesen Spagat häufig genug. Es braucht faire Verbraucher, die für gute Produkte auch einen fairen Preis zahlen. Und es braucht eine Verlässlichkeit für die Bauern, dass sie sich umstellen können auf andere Einnahmen (Tourismus) aber auch auf andere landwirtschaftlichen Betrieb (Öko, Bio).

18. Thema Soziales: Die bayerischen Vereine stehen aufgrund der starken Regulierungen aktuell vor großen Hürden. Wie wollen Sie das Vereinsleben auch in Zukunft fördern? 

Das Ehrenamt ist zum Einen das Salz in der Suppe zum anderen eine wesentliche Säule der Gesellschaft. Vieles läuft ja bereits -wie Steuervergünstigungen, Ehrenamtskarte - was die Menschen aber brauchen, damit sie Ehrenamt ausüben können ist Zeit. Ich bin für Bildungsurlaub.

Die Koordinierungszentren für Bürgerschaftliches Engagement müssen gestärkt werden. Diese können - wenn sie gut ausgestattet sind- auch genügend Angebote organisieren, die den jeweiligen Bedarf vor Ort abdecken.

19. Thema Migration: Wie stehen Sie zu der Asylpolitik von Markus Söder, wie kann zum Beispiel die Rückführung der abgelehnten Asylbewerber gelöst werden? 

Ich empfinde die Politik der CSU als unsäglich, das ist sowohl für Ehrenamtlich sowie für Hauptamtliche nicht nachzuvollziehen, wie mit Familien und auch unbegleiteten Minderjährigen umgegangen wird. Das Schlimmste ist natürlich die Ungewissheit. Da die Prozesse viel zu lange dauern.

20. Thema Arbeit: Ist das bedingungslose Grundeinkommen der richtige Weg? Wie sähe die Alternative aus? 

Ich glaube nicht, da sich Arbeit lohnen muss. Wir erkennen als Menschen auch einen Sinn in der Arbeit. Ich bin dafür, die Regelarbeitszeit zu kürzen, damit auch das Leben - Ehrenamtliches Engagement - Familie einen guten Platz hat und auch Paare so gut beide arbeiten können.

21. Thema Bildung: Wie wollen Sie die Bildungslandschaft im Freistaat stärken?

Die Stärkung erfolgt dann, wenn Kinder möglichst lange gemeinsam spielen und lernen können und nicht schon in der 4. Klasse aussortiert wird. Wir müssen erkennen, dass jedes Kind seine Stärken hat. Und es gilt, den Rahmen herzustellen, damit diese auch sichtbar werden. Das bedeutet ein gemeinsamer Ganztag - mulitprofessionelle Teams und Vereinsarbeit, die bereits im Lebensraum Schule stattfinden kann. Ich bin auch für Inklusion, die allen Eltern/Kindern ein wahres Wahlrecht ermöglicht, auch das gehört dazu: Bildung ist für alle wichtig.

22. Thema Familie: Wie stehen Sie zu dem bayerischen Familiengeld; an welchen Stellen muss nachgebessert werden? 

Ich bin für eine Kinder -Mindestsicherung - das heißt dass da wo Kinder sind braucht es finanzielle Sicherheit. Das bayerische Familiengeld ist ein CSU-Wahlgeschenk, das Hartz4 Familien nicht auspacken dürfen, da es wahrscheinlich als Einkommen angerechnet werden wird. Das heißt, dass davon nur die profitieren, die nicht zu den abgehängten Familien gehören. Es braucht eine Unterstützung der Alleinerziehenden.

23. Thema Versorgung: Was halten Sie vom Landespflegegeld?

Ich bin wie gesagt für eine Mindestsicherung der Kinder, das wäre einfacher.

24. Brauchen wir einen Regierungswechsel im Landtag? 

Ja -und wie :) Dringend - daher unbedingt das Wahlrecht nutzen!

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten des Kandidaten/der Kandidatin wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

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