Kandidatenvorstellung Landtagswahl 2018:Stimmkreis BGL

24 Fragen an Wilhelm Gschossmann (FDP)

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Wilhelm Gschossmann, Direktkandidat der FDP im Stimmkreis Berchtesgadener Land hat sich den Fragen von BGLand24.de gestellt.

Berchtesgadener Land/Bayern - In Bayern wird am Sonntag, 14. Oktober, ein neuer Landtag gewählt. Im Stimmkreis 112 Berchtesgadener Land bewerben sich zehn Direktkandidaten für einen Sitz im bayerischen Landesparlament. Wir stellen die Kandidaten einzeln vor. Dieses Mal: Wilhelm Gschossmann (FDP).

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Die Antworten auf den Fragebogen von BGLand24.de

1. Name

Wilhelm Gschossmann

2. Partei 

FDP

3. Alter 

63 Jahre 

4. Wohnort 

83486 Ramsau, Alpenstraße 106

5. Familienstand

Verheiratet 

6. Kinder 

Nein 

7. Wie verlief Ihre politische Karriere? 

Ich bin erst seit November 2017 in der FDP, die Entscheidung von Herrn Lindner die Jamaika-Koalition nicht einzugehen (trotz zwei Ministerposten) war der Ausschlag für den Eintritt.

8. Wer sind Ihre politischen Vorbilder? 

Ludwig Erhard und Hans-Dietrich Genscher.

9. Was verbindet Sie mit der Region? Was ist das Besondere bei uns? 

Die Region ist meine Heimat, die ich nach 40-jähriger Abwesenheit (berufsbedingt) neu zu schätzen weiß. Das Besondere in der Region sind die Menschen mit ihrer eigentlich grundliberalen Einstellung: "Leben und leben lassen".

10. Warum sind genau Sie der Richtige?

In meinem bisherigen beruflichen Leben habe ich stets gewusst, das Wichtige vom Unwichtigen, das Dringende von"wäre auch noch schön" zu unterscheiden und die richtigen Schritte in der richtigen Reihenfolge zu gehen. Ich glaube auch, dass Bürger mit Dienstleistungshintergrund zu wenig in der heutigen Politiklandschaft vertreten sind.

11. Was sind Ihre drei wichtigsten politischen Ziele? 

1: wir brauchen ein Einwanderungsgesetz, um nach einem Punktesystem Ausländer aufnehmen zu können, dann können politisch Verfolgte auch anständig integriert werden und Flüchtlinge zeitlich begrenzten Aufenthalt erhalten. 

2: Ausbau des zweiten Bildungsweges, um das Handwerk und die Dienstleistung zu stärken (Stichwort: Studium umsonst, Meisterbrief führt zu Verschuldung), aber auch, um in Zukunft lebenslanges Lernen und Umlernen zu ermöglichen, ohne Nachteile bei der Rente zu ermöglichen (wer die Bereitschaft mitbringt, ein Arbeitsleben lang sich immer wieder weiterzubilden, soll nicht schlechter gestellt werden als ein Nichtaktiver).

3: Fokus Berchtesgadener Land. Probleme lösen (Wohnungsnot für Einheimische, versteckte Altersarmut, Ansiedelung von Arbeitsplätzen (auch für Jungunternehmer), Förderung der bäuerlichen Infrastruktur, Ausbau des sanften Tourismus (mit dem Ziel mehr Deckungsbeitrag für alle beteiligten Dienstleistungen zu erzielen, nach dem Motto: Mehr Qualität-weniger Quantität-höhere Margen).

12. Was wollen Sie für die Menschen in der Region erreichen? 

Das Berchtesgadener Land soll für seine Bewohner und für seine Besucher ein Lebensbereich sein, der sich durch eine große Berufsvielfalt und einen vielseitigen Erholungsspektrum auszeichnet.

13. Thema Infrastruktur: Welche Lösung in der Frage der Umgehungsstraße bei Bad Reichenhall ist sinnvoller: Der Auentunnel oder der Kirchholztunnel; und warum? 

Ich halte keine der vorgeschlagenen Lösungen für sinnvoll. Mein Vorschlag für das Problem: Ausbau der Strecke auf drei Fahrstreifen, wobei dann der mittlere Fahrstreifen der stärkeren Verkehrslast dienen soll. (zum Beispiel Morgens zwei Fahrstreifen in die Stadt (bis Abzweigung Thumsee)und ein Streifen Richtung Autobahn --- Nachmittag zwei Streifen aus der Stadt eine Fahrbahn in die Stadt).

14. Thema Ökologie: Wie kann das Insektensterben in der Region verhindert werden? 

Mit diesem Thema habe ich mich noch nicht genügend auseinandergesetzt (Außer mit dem Borkenkäfer, ein Insekt, das sich nicht vermehren soll, sonst muss ich noch mehr Bäume fällen).

15. Thema Wohnen: Wie kann im Stimmkreis Berchtesgadener Land bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden?

Grundstücke in Gemeindebesitz sollten für Einheimische Verwendung finden, Förderung von Eigenheim (insbesondere mit Einliegerwohnung), mehr Information über Dachbodenausbau, soziale Wohnflächen sollten auch nur von Sozialschwachen genutzt werden.

16. Thema Ökologie: Auf welche Weise kann dem Flächenfraß in Bayern entgegenwirkt werden? 

Eindämmung von Verkaufsflächen auf der grünen Wiese (dadurch Stärkung der Innenstädte). Nutzungsumwandlung von veralteten Gebäuden für neue Zwecke (Hier hilft häufig aktive Beratung) Ausnutzung der Bauhöhe (zum Beispiel über Einkaufsmärkten oder Tankstellen)

17. Thema Landwirtschaft: Wie schaffen Sie den Spagat zwischen dem Umweltschutz, Tourismus und der Förderung der landwirtschaftlichen Betriebe? 

Der Tourismus im Berchtesgadener Land muss dem weltweiten einmaligen Naturerlebnis endlich gerecht werden. Wir brauchen nicht immer mehr Touristen, sondern Touristen mit Naturverbundenheit, die ein qualitativ hochwertiges Ambiente vorfinden. 

Dies führt zu erheblich besseren Deckungsbeiträgen auf allen Ebenen. Weniger Touristen (bei höherem Preisen) verhindert auch Umweltverschmutzung und bei richtiger Informationspolitik kann auch die Umwelt gestärkt werden. Ich denke hier an aktive Mitarbeit mancher Gästegruppen bei Waldpflanzung, Almwiesenschwendung (entfernen von Waldwildwuchs) u.s.w.. 

Hierbei könnte man Natur erlebbar machen und ein USP schaffen. Die Förderung der Landwirtschaft könnte man durch aktivere Vermarktung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse der Region, durch entgeltliche Aufklärungskurse zum Beispiel Almwirtschaft für Touristen, durch Beratung für die richtige Preisfindung im Bereich "Urlaub auf dem Bauernhof" u.s.w. stärken.

18. Thema Soziales: Die bayerischen Vereine stehen aufgrund der starken Regulierungen aktuell vor großen Hürden. Wie wollen Sie das Vereinsleben auch in Zukunft fördern?

Das Vereinsleben muss auch in den Köpfen der Verwaltung neu verankert werden. Jeder Verein führt zu mehr Verbundenheit, zu mehr gesellschaftlichem Verhalten, kurzum zu einem verständnisvolleren Umgang miteinander. 

Die Vorteile gerade für Jugendliche, aber auch für ältere Mitmenschen liegen auf der Hand. (Sage mir wer deine Freunde sind, dann sage ich Dir wer Du bist). Hier müssen Lösungen gesucht und gefunden werden, die den Haftungs- und Verwaltungsaufgaben einen schmalen Aufwand ermöglichen. 

1 9. Thema Migration: Wie stehen Sie zu der Asylpolitik von Markus Söder, wie kann zum Beispiel die Rückführung der abgelehnten Asylbewerber gelöst werden?

Die Asylpolitik von Markus Söder verdient den Namen nicht. Viel heiße Luft, viel Show, wenig Lösungsansatz. Mein Lösungsansatz: Als erstes brauchen wir ein Einwanderungsgesetz, das regelt wer unter welchen Bedingungen zu uns kommen kann (a la Kanada ), Flüchtlinge sollen solange der Fluchtgrund besteht, bei uns untergebracht werden, persönlich Verfolgte genießen Asyl mit rascher Integration. Eine Entwicklungshilfe geht Hand in Hand mit Rückführung der Abschiebepflichtigen.

20. Thema Arbeit: Ist das bedingungslose Grundeinkommen der richtige Weg? Wie sähe die Alternative aus?

Das bedingungslose Grundeinkommen führt zu lebenslanger Abhängigkeit und dies wird der Würde eines Menschen nicht gerecht. Die Alternative ist ein lebenslanges Lernen und Umlernen. Ein Automechaniker der Vergangenheit, wird in naher Zukunft das Elektroauto anders handhaben müssen, dies wird ein umschulen erforderlich machen. 

Die Besteuerung darf nicht nur auf die menschliche Arbeitskraft begrenzt werden, wir werden Maschinensteuern (Computersteuer?) brauchen um unser zukünftiges Sozialsystem zu finanzieren. "Steuerfreie Geschäfte" wie zum Beispiel Amazon u.s.w. müssen im Interesse aller unterbunden werden.

21. Thema Bildung: Wie wollen Sie die Bildungslandschaft im Freistaat stärken?

Die Bildung für den ersten Bildungsweg ist auf einem ordentlichen Weg, aber ein Akademikertitel ist noch keine Garantie für ein glückliches Leben. Wir brauchen die Stärkung des zweiten Bildungsweges, vor allem um Sackgassen in der Ausbildung zu vermeiden. Wir werden ein lebenslanges Lernen brauchen, den mit dem Azubiwissen von heute wird man nicht für das ganze Arbeitsleben auskommen.

22. Thema Familie: Wie stehen Sie zu dem bayerischen Familiengeld; an welchen Stellen muss nachgebessert werden? 

Das bayerische Familiengeld wird im Gießkannenprinzip ausgegeben. Meiner Meinung nach sollen sozial Schwache (zum Beipsiel Alleinerziehende) mehr gefördert werden, damit Ausbildung und Bildung nicht weiterhin Einkommensabhängig ist.

23. Thema Versorgung: Was halten Sie vom Landespflegegeld?

Hier bin ich zu wenig im Thema, um mir ein Urteil zu bilden.

24. Brauchen wir einen Regierungswechsel im Landtag?

Wir brauchen auf alle Fälle eine Abkehr von der absoluten Mehrheit einer Partei. Mehrere Parteien führen automatisch zu mehr Diskussionen und meist auch zu besseren Lösungen. 

Zudem ist eine Unterbrechung der "Befehlskette" von Ministerpräsident bis zu Bürgermeister dringend geboten. Mit mehr Parteien im Landtag würde auch in Bayern endlich die Demokratie Einzug halten.

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten des Kandidaten/der Kandidatin wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

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