USA entsenden Jagdflieger

Korea-Konflikt: Ton verschärft sich

Jagdflieger F-22
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Ein Jagdflieger F-22 (Archivfoto)

Seoul - Der Ton im Konflikt zwischen Süd- und Nordkorea wird schärfer. Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye drohte dem Nachbarn. Die US-Streitkräfte demonstrieren unterdessen weiter militärische Stärke.

Nach den wiederholten Kriegsdrohungen Nordkoreas reagiert nun Südkorea mit scharfen Worten. Staatspräsidentin Park Geun Hye wies die Armee am Montag an, auf jeden Angriff des Nordens hart zu reagieren und dabei politische Erwägungen außer Acht zu lassen. Die USA schickten mehrere Tarnkappen-Jagdflugzeuge vom Typ F-22 in die Region, wo sie an einem Manöver teilnehmen sollen. In Nordkorea trat unter Leitung von Machthaber Kim Jong Un am Montag das Parlament zur alljährlichen Frühlingsversammlung zusammen.

Das kommunistische Regime in Pjöngjang hat der Regierung Südkoreas und ihrer Schutzmacht USA zuletzt unter anderem mit einem atomaren Erstschlag gedroht, nach 60 Jahren den Waffenstillstand aufgekündigt und erklärt, man befinde sich im Kriegszustand mit Seoul. Anlass sind unter anderem verschärfte Sanktionen der Vereinten Nationen gegen Nordkorea als Reaktion auf den dritten unterirdischen Atomwaffentest Mitte Februar.

Über die genaue Tagesordnung der Parlamentssitzung in Pjöngjang war zunächst nichts bekannt. Häufig dienen die eher seltenen Treffen allerdings dazu, richtungweisende inhaltliche und personelle Entscheidungen zu verkünden. Erst am Sonntag hatte die kommunistische Führung betont, das Atomwaffenprogramm sei niemals verhandelbar. Man werde sich nicht entwaffnen, solange es „Imperialisten“ und eine nukleare Bedrohung von außen gebe. Seit dem Koreakrieg zwischen 1950 und 1953 sieht Pjöngjang in den US-Atomwaffen eine Bedrohung für seine Sicherheit.

Zugleich erklärte das Zentralkomitee der regierenden Arbeiterpartei am Sonntag, die Sanierung der maroden Wirtschaft habe höchste Priorität. In dem isolierten Staat sind laut UN-Schätzungen Millionen Menschen mangelernährt.

Die jüngste Drohung, einen gemeinsam mit Südkorea betriebenen Fabrikkomplex im Norden stillzulegen, blieb am Montag zunächst folgenlos: Hunderte Beschäftigte aus dem Süden passierten morgens unbehelligt wie üblich die schwer gesicherte Grenze und strömten in die Sonderwirtschaftszone nahe Kaesong.

Politikexperten in der Region halten einen einseitigen Angriff Nordkoreas für unwahrscheinlich. Dem Regime geht es nach ihrer Ansicht vielmehr darum, seine Verhandlungsposition gegenüber dem Süden zu verbessern, etwa über dringend benötigte Hilfslieferungen. Zudem könne der junge Staatschef Kim mit der scharfen Kriegsrhetorik seinen Führungsanspruch festigen.

AP 

So inszeniert sich Bubi-Diktator Kim Jong Un

So inszeniert sich Bubi-Diktator Kim Jong Un

Kim Jong Un besucht ein Munitionsdepot im Süd-Westen Nordkoreas. Alle Bilder wurden von der offiziellen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA herausgegeben und können als Propagandamaterial verstanden werden, das den jungen Diktator im besten Licht zeigen soll © dpa/AP
Bevor er das Depot besichtigt, hält er vor den Soldaten eine Ansprache und ermahnt sie zu "höchster Wachsamkeit" angesichts des potenziellen Krieges © dpa/AP
Anschließend lässt er sich von den anwesenden Militärs als Herrscher des Landes feiern © dpa/AP
Kim Jong Un wird bei einem Besuch des Militärstützpunktes auf der Insel Mu von Offizieren umringt © dpa/AP
Zusammen mit ranghohen Militärs inspiziert er in Pjöngjang die Langstrecken-Artillerie © dpa/AP
Es ist beinahe immer das selbe Bild: Egal wo Kim Jong Un auftaucht, jubeln ihm die Soldaten zu - hier bei einem Besuch des Stützpunktes auf der Insel Jangjae © dpa/AP
Es ist beinahe immer das selbe Bild: Egal wo Kim Jong Un auftaucht, jubeln ihm die Soldaten zu - hier bei einem Besuch des Stützpunktes auf der Insel Jangjae © dpa/AP
Kim Jong Un bei einer Besprechung mit Offizieren. Scheinbar fachmännisch erteilt er Anweisungen © dpa/AP
Auch auf der Insel Wolnae schaut der junge Diktator bei seinen Truppen vorbei © dpa/AP
Kim Jong Un nimmt eine Waffe genauer unter die Lupe © dpa/AP
Ein Lächeln für die Kamera: Kim Jong Un zeigt sich gerne mit Militärs und insziniert sich dabei als gelassener Machthaber, der der Lage Herr ist © dpa/AP
Kim Jong Un hat alles genau im Blick. Das zumindest scheint dieses Foto ausdrücken zu wollen. © dpa/AP
Überhaupt lässt sich Kim Jong Un gerne mit einem Fernglas vor dem Gesicht ablichten © dpa/AP
Hier beobachtet er eine Truppenübung, bei der auch geschossen wird © dpa/AP
Kim Jong Un beobachtet Störe in einem Becken auf einer Fisch-Farm im Süd-Westen des Landes © dpa/AP
Während Kim Jong Un seinen Soldaten auf der Insel Wolnae zuwinkt, müssen sich mehrere Männer die Füße naßmachen, damit der Diktator trockenen Fußes über das Meer schippern kann © dpa/AP
Kim Jong Un mit ernster Miene auf einem Boot © dpa/AP
Kim Jong Un im Gespräch mit Offizieren, die ihn auf der Bootsfahrt begleiten © dpa/AP
Und tatsächlich: Dann finden die Männer doch noch etwas, worüber es sich zu lachen lohnt. © dpa/AP
Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un grüßt im April 2012 bei einer Parade in Pjöngjang sein Volk © dpa/AP

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