Nach Freilassung

Timoschenko auf dem Maidan eingetroffen

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Julia Timoschenko ist endlich wieder frei.

Kiew - Die ukrainische Oppositionsführerin Julia Timoschenko ist nach mehr als zweieinhalb Jahren Haft wieder frei - und unter gewaltigem Jubel auf dem Maidan in Kiew empfangen worden.

Die ukrainische Oppositionsführerin Julia Timoschenko ist nach ihrer Haftentlassung unter gewaltigem Jubel auf dem Maidan in Kiew empfangen worden. Eine Menge aus Zehntausenden Menschen feierte die frühere Regierungschefin auf dem Unabhängigkeitsplatz wie eine Volksheldin. „Ehre den Helden“, waren ihre ersten bewegten Worte mit zitternder Stimme. Kurz versagte ihre Stimme unter Tränen. Die an einem Rückenleiden erkrankte Politikerin saß in einem Rollstuhl.

Timoschenko hatte unmittelbar nach ihrer Ankunft in Kiew eine Bestrafung für die Verantwortlichen am Tod Dutzender Regierungsgegner gefordert. Es gelte, das Andenken der Menschen zu ehren, die für die Freiheit der Ukraine gestorben seien, sagte Timoschenko am Samstagabend nach ihrer Landung aus ihrem Haftort Charkow. Als erstes fuhr sie in die Protestzone im Zentrum der Millionenstadt, um der „toten Helden“ zu gedenken.

Überwältigende Parlamentsmehrheit für Freilassung

Die 53-Jährige war nur wenige Stunden zuvor nach mehr als zweieinhalbjähriger Haft in die Freiheit entlassen worden. In einem Privatjet flog die Politikerin nach Kiew, wo Anhänger sie mit Blumen empfingen. Die frühere Regierungschefin verließ am Samstag ein Krankenhaus in Charkow, in dem sie zuletzt festgehalten worden war. Sie winkte ihren jubelnden Anhängern aus dem Auto zu. Auf der Internetseite ihrer Vaterlandspartei erklärte Timoschenko: "Die Diktatur ist gefallen, sie ist dank der Menschen gefallen, die auf die Straße gegangen sind, um sich selbst, ihr Familien und ihr Land zu verteidigen."

Timoschenkos Vertrauter Arseni Jazenjuk sagte der Nachrichtenagentur Interfax, die scharfe Gegnerin von Präsident Viktor Janukowitsch wolle umgehend nach Kiew reisen. Dort wolle sie die Nachfolge ihres Erzfeindes Janukowitsch antreten und für die nächsten Präsidentenwahlen kandidieren.

Zuvor hatte das Parlament in Kiew mit überwältigender Mehrheit die sofortige Freilassung der inhaftierten ukrainischen Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko beschlossen. 322 der 331 der anwesenden Abgeordneten stimmten am Samstag für eine entsprechende Resolution. In dem Text werde auf eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte verwiesen, sagte der Abgeordnete Viktor Schwets von Timoschenkos Vaterlandspartei. Am Freitag hatte eine Gesetzesänderung den Weg für die Freilassung der ehemaligen Regierungschefin geebnet

Lange Haftstrafe: Julia Timoschenko im Porträt

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Timoschenko war 2011 in einem international kritisierten Prozess wegen Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Ihr Gesundheitszustand verschlechterte sich während ihrer Haftzeit dramatisch: Sie leidet unter starken Rückenschmerzen und trat wiederholt aus Protest gegen ihre Haftbedingungen in den Hungerstreik. Die Bundesregierung hatte sich dafür eingesetzt, dass sie in Deutschland medizinisch behandelt wird.

afp/dpa

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