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Offenbar Selbstmord-Plan

In SPD-Zentrale gerast: Wut über Volkszählung als Motiv

Der stark beschädigte Wagen des 58-Jährigen steht am 25. Dezember im Foyer der SPD-Bundeszentrale in Berlin. Foto: Paul Zinken
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Der stark beschädigte Wagen des 58-Jährigen steht am 25. Dezember im Foyer der SPD-Bundeszentrale in Berlin. Foto: Paul Zinken

Weil er sich über die Teilnahme am Mikrozensus ärgerte, soll ein 58-Jähriger sein Auto in die SPD-Zentrale gesteuert haben - beladen mit Gaskartuschen und Benzinkanistern. Die Staatsanwaltschaft prüft, welches Ausmaß eine Explosion gehabt hätte.

Berlin - Der 58-Jährige, der an Heiligabend mit seinem Auto in die SPD-Zentrale gerast war, soll aus Wut und Verärgerung über die erzwungene Teilnahme an der Volkszählung agiert haben. Wie die Berliner Staatsanwaltschaft bekanntgab, war der Mann zur Teilnahme am Mikrozensus ausgewählt worden. Weil er sich weigerte, an der Befragung teilzunehmen, wurde gegen ihn ein Zwangsgeld verhängt und Ordnungshaft angedroht.

Der Mann wollte nach eigenen Angaben «ein Zeichen setzen, gegen die für die Gesetzgebung der Volkszählung verantwortlichen Parteien», wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, sagte. Über das Tatmotiv hatte zunächst der «Spiegel» berichtet. Für die jährlich durchgeführte Erhebung über den Bevölkerungsstand werden stichprobenartig Haushalte in ganz Deutschland ausgewählt, die zu Alter, Geschlecht sowie Beschäftigungsverhältnis und Wohnsituation befragt werden. Die Befragten müssen antworten, sonst droht ihnen ein Zwangsgeld. Alle Daten werden laut Datenschützern strikt anonymisiert.

Psychische Probleme und Suizidabsicht

Gegen den 58-Jährigen werde wegen des Versuchs der Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion ermittelt, sagte Steltner. In dem Auto fanden die Ermittler Gaskartuschen und Benzinkanister. «Es wird jetzt untersucht, wie gefährlich eine Explosion der Gegenstände gewesen wäre», so Steltner witer. Der Mann befinde sich in Untersuchungshaft. Psychische Probleme des 58-Jährigen werden laut Staatsanwaltschaft untersucht, da der Mann der Polizei zufolge in Suizid-Absicht gehandelt haben soll.

Der 58-Jährige hatte Heiligabend sein Auto ins Willy-Brandt-Haus, die Parteizentrale der Sozialdemokraten, gesteuert. Im Inneren des Autos, das in der Empfangshalle zum Stehen kam, brach ein Feuer aus. Durch die Sprinkleranlage des Gebäudes wurden die Flammen laut Polizei sofort gelöscht. Zuvor hatte der Mann am Konrad-Adenauer-Haus, der Bundesgeschäftsstelle der CDU, eine Tasche mit Gaskartuschen und Grillanzünder abgestellt. Auch wegen dieser Tat werde ermittelt. Der am Kopf verletzte Fahrer wurde in der Nähe seines Autos festgenommen.

dpa

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