Nach Ärger mit dem ZDF wegen Hoeneß

DJV: Seehofer will Journalisten einschüchtern

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Bayerns Ministerpräsident und CSU-Vorsitzender Horst Seehofer (l) im April 2010 in Wildbad Kreuth mit dem Bayern-Präsident Uli Hoeneß.

München - CSU-Chef Horst Seehofer hat die Entschuldigung von Claus Kleber angenommen und seinen Streit mit dem ZDF beigelegt. Der Journalistenverband wirft ihm nun Einschüchterung vor.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) wirft CSU-Chef Horst Seehofer vor, kritische Journalisten einschüchtern zu wollen. Die Journalistengewerkschaft protestierte am Dienstag dagegen, dass Seehofer drei Medien bewusste Manipulation vorgeworfen und im Wiederholungsfall mit Konsequenzen gedroht hatte. „Das ist der offensichtliche Versuch, kritische Journalisten vor der bayerischen Landtagswahl einzuschüchtern und die Berichterstattung über fragwürdige Beschäftigungsverhältnisse von Verwandten bei CSU-Politikern zu beenden“, kritisierte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken.

Das ZDF - eines der von Seehofer kritisierten Medien - hat sich bei der CSU und Seehofer für einen Fehler in der Berichterstattung entschuldigt. Der Sender hatte gemeldet, FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß sei aus einem CSU-Werbefilm herausgeschnitten worden - was laut CSU nicht stimmte. „Das ist ein Anfängerfehler, der mir nicht hätte passieren dürfen“, sagte „heute-journal“-Moderator Claus Kleber in der Sendung am Montagabend. „Ich bedauere das; normalerweise arbeiten wir hier zuverlässiger.“ Seehofer reagierte auf seiner Facebook-Seite mit Genugtuung und erklärte die Angelegenheit für erledigt.

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„Ich nehme die Entschuldigung an und gehe davon aus, dass es in Zukunft wieder eine faire Berichterstattung geben wird“, schrieb Seehofer. Der CSU-Chef hatte am Vortag nach der CSU-Vorstandssitzung gesagt, er werde sich künftig gegen falsche Berichterstattung „mit aller Konsequenz“ zur Wehr setzen - politisch und gegebenenfalls juristisch. Im Landtag haben 52 Abgeordnete aller Fraktionen eine Erklärung unterschrieben, in der sie sich Vorwürfe wie „Freibier-Parlament“ und „Abzocker-Bude“ verbitten.

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dpa

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