"Kein Grund, etwas zu ändern"

Herrmann findet Doppelpass-Debatte unnötig

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Joachim Herrmann

München - Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat die Debatte über eine generelle doppelte Staatsangehörigkeit als „völlig überflüssig“ kritisiert.

„Mehrstaatigkeit widerspricht klar unseren Integrationszielen und begünstigt die Bildung von Parallelgesellschaften“, teilte er am Montag mit. „Es gibt überhaupt keinen Grund, an der geltenden Optionsregelung etwas zu ändern.“ Danach müssen sich in Deutschland geborene Kinder ausländischer Eltern aus Nicht-EU-Staaten bis zum 23. Lebensjahr für eine Staatsbürgerschaft entscheiden.

In der Union hatte sich bei dem Thema zuletzt etwas Bewegung abgezeichnet. Der stellvertretende CDU-Vorsitzende Armin Laschet sprach sich dafür aus, das deutsche Staatsbürgerschaftsrecht an die internationale Praxis anzugleichen - und signalisierte, dazu könne auch ein leichterer Zugang zur doppelten Staatsbürgerschaft gehören.

Grünen-Chef Cem Özdemir bezweifelt, dass sich die Union beim Doppelpass öffnet. „Die CDU will bloß Modernität suggerieren, das ist unglaubwürdig, da steckt nichts dahinter“, sagte er der „Welt“ (Dienstag). Die geltende Optionslösung sei integrationspolitischer und bürokratischer Unsinn. „Sie macht im Land geborene und aufgewachsene Jugendliche zu Deutschen unter Vorbehalt.“

dpa

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