Heimatvertriebene ehren Seehofer

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Horst Seehofer wurde von den Vertriebenen geehrt.

Dinkelsbühl - Heimatvertriebene aus Siebenbürgen haben den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) am Samstag mit dem Großen Ehrenwappen ihres Verbandes ausgezeichnet.

Im Rahmen ihres bis Pfingstmontag dauernden Heimattages in Dinkelsbühl im mittelfränkischen Landkreis Ansbach würdigten sie damit Seehofers enge Verbundenheit mit den Siebenbürger Sachsen, wie die Staatskanzlei mitteilte. Die Siebenbürgen seien wegen ihrer vielfältigen Kontakte in ihre alte Heimat Rumänien die “Erbauer goldener Brücken in den Osten Europas“, sagte der CSU-Politiker.

Das Große Ehrenwappen ist die höchste Auszeichnung der Siebenbürger Sachsen. Zu der Volksgruppe zählt auch der Rockmusiker Peter Maffay. Am Freitagabend hatte er am Rande des Heimattages ein Benefiz-Konzert gegeben.

Vor mehr als 800 Jahren hatten sich deutsche Kolonisten in Sibiu, etwa 300 Kilometer westlich von Bukarest, angesiedelt. Nach Deportationen durch die Kommunisten und massiven Auswanderungswellen leben mittlerweile gut 150 000 Siebenbürger Sachsen in Bayern, 20 000 davon in München.

Holocaust-Überlebender: "NSU-Rechtsterror erinnert mich an 1933"

Die Morde der Zwickauer Terrorzelle an Ausländern haben bei dem Holocaust-Überlebenden Max Mannheimer Erinnerungen an den Terror während der Nazi-Diktatur geweckt. “Dies erinnert nicht nur mich an die Zeit, die wir nach 1933 erlebt haben“, sagte das 92 Jahre alte Opfer der NS-Diktatur am Samstag bei der Entgegennahme des Karlspreis der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Nürnberg. “67 Jahre nach Kriegsende lebt der Wahn des Rassismus nach wie vor, wie die schrecklichen Morde der rechtsextremen Terrorgruppe NSU und die Attentate von Toulouse gezeigt haben“, fügte Mannheimer hinzu.

Zugleich beklagte Mannheimer in Deutschland eine abnehmende Sensibilität gegenüber Rechtspopulismus. “Als Überlebender des Holocausts schrillen bei mir die Alarmglocken“, sagte der 92-Jährige vor mehreren hundert Zuhörern im Nürnberger Kongresszentrum. Als Beispiel führte er die wachsende Ausländerfeindlichkeit in Deutschland an. “Umfragen zeigen, wie viele Bürger sich schwer tun mit Menschen fremder Nation. Menschenverachtendes Denken schleicht sich in den Alltag der Menschen ein. Menschen werden wegen ihrer Religion, ihrer Herkunft und Nationalität verachtet“, mahnte Mannheimer.

Der Vertriebenenverband hatte Mannheimer für seinen unermüdlichen Kampf gegen Rassenhass und Intoleranz mit dem diesjährigen Karlspreis ausgezeichnet. Der Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, Bernd Posselt bezeichnete den 92-Jährigen als “ganz große Persönlichkeit“. Als Opfer der nationalsozialistischen Menschheitsverbrechen besitze Mannheimer bis heute Mut und Kraft, als Zeitzeuge durch Vorträge, vor allem vor Jugendlichen, gegen Nationalsozialismus und Intoleranz zu kämpfen. Der Preis erinnert an das völkerverbindende Wirken Kaiser Karls IV. (1316-1378).

Mannheimers jüdische Familie hatte vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im tschechischen Novy Jicin (Neutitschein) gelebt und war trotz Flucht in die Hände der Hitler-Schergen geraten. Von acht Familienmitgliedern starben sechs in Konzentrationslagern: Seine Eltern, seine Schwester, seine Frau sowie zwei Brüder. Nur er und ein inzwischen gestorbener Bruder überlebten den Holocaust. Seine zweite Frau habe ihn überzeugt, in Deutschland zu bleiben und am Aufbau eines demokratischen Staatswesens mitzuarbeiten, erzählte er bei der Preisverleihung. Seine KZ-Erlebnisse verarbeitet er später in einem Buch auf. Heute lebt er bei München.

dpa

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