CSU gibt Guttenberg Rückendeckung

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München - Trotz der massiven Plagiats-Vorwürfe steht die CSU zu ihrem Überflieger Karl-Theodor zu Guttenberg. Getreu dem Motto:  Schön ist das nicht - es wird aber seiner Karriere wohl nicht schaden.

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Zweierlei Dinge stehen bei den CSU-internen Diskussionen und Überlegungen im Mittelpunkt, wie Bundestags- und Landtagsabgeordnete berichten. Zum einen die Erwartung, dass Guttenberg die Vorwürfe rasch aufklären kann. Zum anderen aber auch der Ärger darüber, wie aktuell eine “Kampagne“ gegen den beliebten Minister geführt werde. Begrüßt wird allerdings, dass Guttenberg bis zur Klärung der Angelegenheit auf die Führung seines Doktortitels verzichten will. “Das halte ich für den völlig richtigen Weg“, sagt der oberfränkische Landtagsabgeordnete Alexander König. Er betont aber: “Ich bin fest davon überzeugt, dass ihm der Titel am Ende nicht aberkannt wird.“

Dass die Plagiats-Affäre Guttenberg am Ende schaden wird, glaubt derzeit ohnehin niemand in der CSU. Auch dessen Karriereaussichten werde das keinen Abbruch tun, heißt es da. “Ich sehe Karl-Theodor zu Guttenberg als kreativen, reform- und entscheidungsfreudigen Politiker mit einer guten Zukunft“, sagt beispielsweise Ex-CSU-Chef Erwin Huber. Ein prominentes CSU-Präsidiumsmitglied sagt voraus: “Ein paar Kratzer werden bleiben - aber es wird Guttenberg nicht dauerhaft schaden.“ Und der ehemalige bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein - selbst Träger eines Doktortitels - sagt über Guttenberg voll des Lobes: “Auch wenn er ein Summa cum minus hätte oder ein Magna cum laude, würde das meinen Respekt vor ihm nicht verringern.“

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An der CSU-Basis ist der Rückhalt für Guttenberg ohnehin noch ungebrochen - das berichten mehrere Abgeordnete, die in diesen Tagen in ihren heimischen Wahlkreisen unterwegs sind, übereinstimmend. Und das berichtet auch Alfons Baier vom CSU-Ortsverband Nürnberg-Lichtenhof. Die Affäre, meint Baier, werde Guttenberg nichts anhaben.

Trotzdem warten sie in der CSU nun gespannt darauf, wie die Uni Bayreuth die Sache bewerten wird - und ob Guttenberg am Ende doch der Verlust des Doktortitels drohen könnte. Was dann wäre, damit will sich, so scheint es, in der CSU aber derzeit niemand beschäftigen.

dpa

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