"Nicht egal ist, wie viel der Strom kostet"

SPD-Chef Gabriel geht auf Grüne los

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SPD-Chef Sigmar Gabriel

Berlin - SPD-Chef Sigmar Gabriel hat die Grünen scharf attackiert und ihnen indirekt Weltfremdheit vorgeworfen. Von den realen Problemen der Bürger hätten sie keine Ahnung. Nun schießt Trittin zurück.

SPD-Chef Sigmar Gabriel hat dem möglichen grünen Koalitionspartner mangelndes Gespür für die Sorgen von Verkäuferinnen oder Krankenschwestern vorgehalten. „Die Grünen werden nie verstehen, wie eine Verkäuferin bei Aldi denkt“, sagte er der Wochenzeitung „Die Zeit“.

„Mit einem B3-Gehalt versteht man auch nicht, warum einer Krankenschwester nicht egal ist, wie viel der Strom kostet. Grüne werden nie verstehen, dass es auch eine Errungenschaft ist, wenn es billige Flüge nach Mallorca gibt.“ Das Grundgehalt für Beamte der Besoldungsstufe B3 im Bund liegt derzeit bei 7255 Euro.

Grüne Ideen vom bedingungslosen Grundeinkommen seien für arbeitende Menschen „ein Affront“, sagte Gabriel. Grüne Ideen machten die SPD nicht überflüssig, auch wenn die Grünen glaubten, sie seien die besseren Sozialdemokraten.

Trittin: "Gabriel, wann warst du zuletzt bei McDonalds?"

SPD und Grüne streben nach der Bundestagswahl im September ein rot-grünes Bündnis an. Nachdem sich führende Grüne kürzlich von der Agenda 2010 distanziert hatten, gab es zwischen beiden Parteien einen Streit über den richtigen Umgang mit der von SPD-Kanzler Gerhard Schröder durchgesetzten Sozialreform.

Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin hielt dem Vorwurf, die Grünen seien eine Partei der Besserverdienenden, in der „Zeit“ entgegen: „Ich habe Sigmar Gabriel gefragt: Wann warst du das letzte Mal bei McDonald's? (...) Da gibt es Latte macchiato, Espresso, und, halt dich fest, Bionade.“ Grüner Lebensstil sei längst keine soziale Frage mehr.

dpa

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