Freie Wähler wollen Anwalt des Mittelstands sein

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FW-Chef Hubert Aiwanger.

Augsburg - Der Mittelstand zählt zur politischen Kernkundschaft von Union und FDP. Doch jetzt taucht Freie Wähler-Chef Hubert Aiwanger als neuer Konkurrent auf diesem Felde auf.

Die Freien Wähler wollen zum neuen Anwalt des Mittelstands in Bayern werden. Mittelstand und Handwerk müssten wieder die Rolle erhalten, die sie verdienten, sagte FW-Chef Hubert Aiwanger am Donnerstag bei der Winterklausur in Augsburg. “Wenn die Politik in den letzten Jahren mehr auf Handwerksmeister als Investmentbanker gesetzt hätte, stünde das Land heute besser da.“ Die staatliche Bürokratie sei zur “Waffe gegen Handwerk und Mittelstand geworden“, beklagte Aiwanger. Die Freien Wähler seien eine “nachhaltige Kraft der bürgerlichen Mitte“. Damit macht Aiwanger direkt CSU und FDP Konkurrenz, die sich seit jeher als Sachwalter der Mittelstandsinteressen sehen.

Zu den Hauptforderungen der Freien Wähler zählen ein Maßnahmenprogramm gegen den Fachkräftemangel und zur besseren Qualifizierung von Jugendlichen sowie höhere Investitionen in den Bau beziehungsweise die Sanierung energiesparender Gebäude. Energieeffizienz und Energieeinsparung seien Themen des Handwerks, sagte Ulrich Wagner, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Schwaben. “Die Energiewende wird nur mit dem Handwerk gelingen.“ Die Freien Wähler ebenso wie die Handwerkskammer forderten bessere Qualifizierung von Jugendlichen mit niedrigem oder gar keinem Schulabschluss, um sie auf den Beruf vorzubereiten. “Wir bilden zum Teil Leute ohne Abschluss aus“, sagte Wagner. “Das ist eine Herausforderung, die das Handwerk nicht alleine bewältigen kann.“

Bei der letzten Landtags- und der Bundestagswahl hatte die Union nach Einschätzung von CSU-Politikern bei den Unternehmern viel Boden an die FDP verloren. Die FDP konnte diese Gewinne aber nicht stabilisieren - auch manche FDP-Politiker räumen ein, dass die Partei in der Wirtschaft stark an Ansehen verloren hat. Die FDP hat aber keineswegs die Absicht, sich das Thema von den Freien Wählern wegnehmen zu lassen. “Der Anwalt des Mittelstands regiert bereits“, kommentierte FDP-Landtagsfraktionschef Thomas Hacker. “Er heißt Martin Zeil“, sagte er über den bayerischen FDP-Wirtschaftsminister. Die CSU/FDP-Staatsregierung habe längst gehandelt: “Vollbeschäftigung in fast zwei Dritteln der Landkreise und kreisfreien Städte sprechen eine klare Sprache.“

dpa

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