Befangenheitsvorwurf an Richter

SPD und Freie Wähler fordern neue Mollath-Ermittlungen

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Gustl Mollath

München - Wegen neuer Details im Fall Gustl Mollath fordern SPD und Freie Wähler neue Ermittlungen. Grund ist der Vorwurf der Befangenheit gegen den Vorsitzenden Richter des Landgerichts Nürnberg-Fürth.

Dieser ließ Mollath 2006 wegen vermuteter Gemeingefährlichkeit in die Psychiatrie einweisen. Die damalige Beisitzerin Ursula Heinemann hat in einer schriftlichen Zeugenaussage festgehalten, dass der Richter den Lebensgefährten von Mollaths früherer Frau während des Prozesses im August 2006 vor dem Gerichtssaal begrüßt habe. Das veröffentlichte die SPD-Landtagsfraktion am Dienstag.

Verhandelt wurde damals gegen Mollath wegen Körperverletzung an seiner Ex-Frau und Reifenstechereien. SPD und Freie Wähler vermuten nun, dass der Richter den Lebensgefährten von Mollaths Ex-Frau besser kannte, als der mittlerweile pensionierte Jurist vor dem Untersuchungsausschuss zugegeben hatte. Der Richter und ehemalige Handballtrainer hatte den Abgeordneten erklärt, er habe den Mann Anfang der 1980er Jahre in der Handballmannschaft des 1. FC Nürnberg trainiert. Nachdem der FCN ihn Mitte der 1980er Jahre als Handballtrainer gefeuert hatte, habe er keinen Kontakt mehr zu Frau Mollaths späterem Freund gehabt. Frau Mollath habe er überhaupt nicht gekannt. Der neue Lebensgefährte war Mitarbeiter der HypoVereinsbank, die von Mollath auf illegale Machenschaften ihrer Mitarbeiter aufmerksam gemacht worden war.

 

dpa

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