Massive Kritik von Spreng

Ex-Stoiber-Berater zu Haderthauer: "Verkommen"

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Ex-Stoiber-Berater Michael Spreng (links) stößt sich massiv an den Geschäftsbeziehungen des Ehepaars Haderthauer (rechts bei der "Fastnacht in Franken") zu einem Dreifachmörder.

München - "Wie verkommen muss man eigentlich sein...?" Ex-Stoiber Berater Michael Spreng äußert massive Kritik an  Staatskanzleichefin Christine Haderthauer wegen deren Geschäften mit einem Mörder. 

Er sollte Bayerns Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber einst zum Bundeskanzler machen. Nun rät Michael Spreng der CSU eindringlich, Staatskanzleichefin Haderthauer möglichst schnell loszuwerden. Denn: Spreng stößt sich massiv an den mutmaßlichen Geschäftsbeziehungen des Ehepaars Haderthauer zum Dreifachmörder Roland S.. Der Gewaltverbrecher bastelte enorm wertvolle Modellautos für die Firma Sapor Modelltechnik, an der Christine und Hubert Haderthauer beteiligt waren.

"Wie verkommen muss man eigentlich sein, um mit einem psychisch kranken Mörder, der zwei Opfern den Penis abschnitt und eines zerstückelte, in Geschäftsbeziehungen zu treten?", fragt Spreng in einem aktuellen Beitrag für seinen Blog "Sprengsatz". "Und dann diesen Mann, der ein genialer Erbauer von Modellautos ist, auch noch übers Ohr zu hauen. Er erhielt 200 Euro im Monat für die von ihm gefertigten Modellautos, die Firma Haderthauer soll sie für 2,6 Millionen Euro verkauft haben."

Der frühere Chef der "Bild am Sonntag" und des "Kölner Express" hält es für ein Unding, dass die CSU-Ministerin nicht schon längst aus dem Amt verschwunden ist. "Allein die Amoralität eines solchen Geschäftsmodells hätte schon seit langem zum Rücktritt der CSU-Politikerin führen müssen. Dagegen sind die jetzigen Ermittlungen wegen angeblichen Betruges eines Ex-Geschäftspartners nur ein Randereignis." Spreng fragt sich außerdem, wie das Weltbild der konservativen CSU mit diesen Verbindungen der Haderthauers zusammenpasst: "Wieso distanziert sich eine christlich-soziale Partei nicht von einem solchen Geschäftsmodell?"

Auch wundert sich der  frühere Stoiber-Berater, dass ein CSU-Bundesminister wegen strafrechtlicher Ermittlungen seinen Hut nehmen musste, die Staatskanzleichefin allerdings nicht. "Bei dem persönlich unbescholteten Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich reichte Seehofer die Einleitung eines Ermittlungsverfahren, um ihn abzulösen."

Von der CSU fordert Spreng nun einen "Aufstand der Anständigen" gegen den Ministerpräsidenten, um Haderthauer loszuwerden. Starker Tobak von Spreng, der bekanntlich ein Mann der klaren Worte ist. So nannte er bereits den früheren CSU-Sprecher Michael Strepp einen "CSU-Dummkopf". Und als "verkommen" hatte Spreng auch die Maßstäbe des FC Bayern in der Steueraffäre um Ex-Präsident Uli Hoeneß bezeichnet.

Darum geht es in der Causa Haderthauer

Haderthauer war Anfang der 1990er Jahre als Gesellschafterin in die Firma Sapor Modelltechnik eingestiegen. Die Modellautos waren zunächst im Bezirkskrankenhaus Straubing und später im Bezirkskrankenhaus Straubing von psychisch kranken Straftätern gebaut worden, Hauptkonstrukteur war Dreifachmörder Roland S., den Haderthauers Mann Hubert als Arzt im Maßregelvollzug kennengelernt hatte.

Seit vergangener Woche ermittelt die Staatsanwaltschaft München II wegen Betrugsverdachts gegen Haderthauer. Grundlage der Ermittlungen ist eine Anzeige Pontons, der 2011 vom Ehepaar Haderthauer 20.000 Euro Abfindung für seinen Anteil erhalten hatte. Ponton glaubt, dass das Ehepaar die Gewinne zu niedrig angab und er für seinen Anteil das Doppelte bis Dreifache hätte bekommen müssen. Die Frage, ob die Firma ursprünglich ein soziales Projekt oder ein normales gewinnorientiertes Unternehmen war, spielt wegen der Zweifel an Haderthauers Glaubwürdigkeit in der politischen Diskussion eine Rolle, nicht jedoch bei den Ermittlungen.

Das ist Michael Spreng

Michael Spreng war Chefredakteur der "Bild am Sonntag" und des Kölner "Express". 2002 war Spreng Wahlkampfmanager des Unions-Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber (CSU) und 2005 des späteren NRW-Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers (CDU).

Michael Spreng kommentiert die aktuelle Bundespolitik in seinem Blog www.sprengsatz.de.

fro/dpa

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